Softwareanforderungen und
Funktionalitäten für eine neue Kurier-
und Logistik-Software
Es soll eine neue Kurier- und
Logistiksoftware zur Anwendung
innerhalb eines Franchisesystemes in
Auftrag gegeben werden. Nachfolgend
geben wir einen Kurzüberblick über die
gewünschten Module und Funktionalitäten:
1.Filialverwaltung
- Software soll filialfähig sein, wobei
zwischen selbständigen
Franchisebetrieben (mit lokaler
Fakturierung) und unselbständigen
Zweigniederlassungen (zentrales
Rechnungswesen) unterschieden werden
soll
- sämtliche Stammdaten, Steuernummern,
MwSt.-Sätze und Währungen müssen
hinterlegt werden können
2.Kundenstammdaten
- müssen alle wesentlichen Angaben
enthalten: Kd.-Nummer, Firmierung,
unterschiedliche Ansprechpartner mit
Rufnummern und Email-Adressen,
Zugehörigkeit zu einer Preiszone,
Tarife für unterschiedliche Produkte,
Zahlungsart und -ziele und
Mahnungsstammdaten, Auftragshistorie,
betreuenden Vertriebsmitarbeiter (für
Provisionsabrechnung), verschiedene
Bemerkungsfelder und VIP-Status, die in
der Auftragsannahme- und
Dispositionsmaske sichtbar werden
sollen, Kundenzahlungsziele,
Rechnungsspezifische Zuschläge für
Diesel, Maut, Porti/Papiere
- Möglichkeit der Hinterlegung von
Angeboten im PDF-Format
- Hinterlegung regelmäßiger fester
Transporte als Vorlagen
3.Auftragserfassung
- es geht generell um die Erfassung von
Kurier-, Overnight,- Logistik- und
Sammelgutaufträgen, folgende Daten
müssen erfaßt werden:
- Absender und Empfänger (Name,
Anschrift, Telefonnummer), eventuell
mehrere Empfänger
- Auftraggeber und Zahler
- Serviceart (offene Definition von
Servicearten – derzeit 7)
- Fahrzeugtyp
- Bescheibung der Ware (Anzahl
Packstücke, Maße, Gewicht)
- Kennzeichnung: Stadt, Umland, Fern,
International
- mehrere Preisfelder: Grundpreis,
Zuschläge frei definierbar aber auch
mit mehreren voreingestellten
Auswahlfeldern, Umsatzsteuerfreie
Preisfelder (für Auslagen etc.)
- Unternehmer (Fahrer)
- Preisanteil fahrender Unternehmer
(als Festbetrag oder prozentual vom
Auftragswert)
4.Auftragsstati
- Aufträge, die nicht sofort zur
Vermittlung anstehen, müssen einen
Status „Vorbestellung“ erhalten
- Sofort zur Vermittlung anstehende
Aufträge müssen auf Disposition gesetzt
werden
- weitere Stati: Vermittelt, Erledigt,
Berechnung (erledigte Aufträge werden
noch einmal endgültig kontrolliert,
ggfs. ergänzt und dann zur Berechnung
freigegeben), Archiv (wenn Auftrag
bezahlt und somit endgültig
abgeschlossen ist)
5.Möglichkeit der Übergabe an
Overnightlinienanbieter (KEP AG)
- Prüfung der Aufträge durch Eintragen
der anteiligen Linien- und
Auslieferkosten sowie der Abholkosten
durch den Fahrer
6.Erstellen von Sammelausliefertouren
und Rollkarten für bestimmte Fahrer
- Zusammenfassung von Aufträgen
(Anlieferanschriften) auf Rollkarten
mit Beeinflussung der
Auslieferreihenfolge und Zuteilung an
bestimmte Unternehmer manuell oder
durch Scannung der an den Fahrer
übergebenen Sendungen, Preisvergabe für
diese Auslieferungen
7.Festtouren
- regelmäßig wiederkehrende
Festtransporte, die an bestimmten
Wochentagen zu bestimmten Zeiten für
bestimmte Kunden stattfinden und
automatisiert in die
Auftragsdisposition gestellt werden
8.Fahrerstammdaten
- hier werden alle relevanten
Fahrerdaten (Transportunternehmer)
verwaltet: Adresse, Steuernummer,
Vertragsbeginn, Vertragsdaten
(Provisionshöhe, Kautionen, sonstige
Leistungen)
- Funknummer mit Verwaltung mobiler
Endgeräte (Funkgeräte, PDA´s,
Blackberry o.ä.
9.Preislisten
- Es müssen Standardpreislisten nach
Zonen (Stadtbezirk zu Stadtbezirk) +
Zuschläge für große Fahrzeuge, km-
Tarife für Ferntouren, Overnighttarife
(Grundpreis, Zuschläge für Termine,
Gewichtszuschläge und ähnliches), km-
Tarife für Umlandtransporte zzgl.
Anfahrtspauschale hinterlegt werden
können
- Lernfähigkeit von Strecken Zone zu
Orten in Umland oder auf Ferntouren
(pauschalierte Strecken)
- Zonenliste nach PLZ notwendig, eine
PLZ kann mitunter mehreren Zonen
zugeordnet sein
10.Internetanbindung
- Kunden sollen Online mit
Passwortzugang Aufträge erteilen
können, für diese Aufträge sollen
Frachtbriefe (mit Barcode) beim Kunden
und Versandlisten erstellt werden können
- Zugriff des Franchisegebers auf alle
Filialen
- Mobiler Zugriff mit Notebook von
unterwegs
11.Standplatzregelung
- Fahrer sollen sich auf bestimmten
Standplätzen (definierte Gebiete)
freimelden können, so daß hier eine
teilautomatisierte Auftragsvergabe
erfolgen kann
12.Auftragsübermittlung an mobile
Endgeräte (Scanner, PDA´s, Blackberry
o.ä.)
- Aufträge sollen an mobile Endgeräte
per E-Mail übertragen werden können,
mit dem Endgerät muß eine Bestätigung
erzeugt werden können, die den
erfolgreichen Versand des Auftrages
dokumentiert und automatisiert
überprüft. Die einzelnen Stati der
Aufträge müssen durch die Endgeräte im
System aktualisiert werden können.
- Mit Hilfe von Scannern sollen diese
Aktualisierungsvorgänge erleichtert
werden.
13.Sendungsverfolgung im Internet für
Kunden.
- die Stati sollen für den Kunden im
Internet mit Uhrzeit sichtbar gemacht
werden.
- ggfs. Sendungsverfolgung unter
Einbeziehung von GPS-Daten
14.Faktura
- Rechnungen aller unter dem Status
Berechnung abgelegten Belege sollen
zentral für eigene unselbständige
Filialen bzw. dezentral von den
Franchisefilialen erzeugt werden können.
- Ausweis von Skonti
- frei definierbare Zuschläge (Maut,
Porti/Papiere, Diesel)
- unterschiedliche Rechnungsintervalle
für Kunden die täglich, wöchentlich, 14-
tägig oder monatlich ihre Rechnungen
erhalten
- Einzelrechnung muß für Kunden möglich
sein, die für jeden Auftrag eine
separate Rechnung benötigen
- interne Rechnungen für
Barzahlungskunden
- Erstellung von Gutschriften bei
fehlerhafter Faktura für einzelne
Aufträge bzw. für komplette Rechnungen,
mit der Möglichkeit der Nachbearbeitung
und erneuten Fakturierung des (der)
Auftrages oder Storno des (der)
Auftrages
- Erstellung filialbezogener
Rechnungsausgangsbücher unter Ausweis
der Nettorechnungs- und
gutschriftsbeträge, Umsatzsteuerbeträge
und Bruttobeträge
15.OP-Verwaltung
- Offene Posten Verwaltung mit der
Möglichkeit mehrere Teilbuchungen für
eine Rechnungs vorzunehmen (bei
Teilzahlung)
- automatisierte Gegenbuchung von
Gutschriften
- Ausbuchungen mit Vermerk im
Rechnungsausgangsbuch als negativem
Rechnungsbetrag bei
Nichtdurchsetzbarkeit von Forderungen
- Sperrvermerk für schlechte Zahler
- Mahnungen mit verschiedenen
Mahnstufen und variablen Mahntexten und
variablen Mahngebühren unter
Berücksichtigung kundenspezifischer
Zahlungsziele
- Datev-Schnittstelle
16.Fahrergutschriften
- werden von der Filiale erstellt, die
den jeweiligen Fahrer / Unternehmer
unter Vertrag genommen hat
- es werden nur Umsätze gutgeschrieben,
die schon an den Kunden fakturiert sind
- werden Kundengutschriften gemacht, so
müssen die Beträge dem Unternehmer
wieder belastet werden
- Fahrergutschriften bestehen aus vier
großen Blocks folgenden Inhaltes:
1. Gutschrift provisionsfreier Umsätze
von nicht vertragschließenden,
eigenständigen Franchisefilialen
(Preisanteil gemäß Punkt 3)
- Gutschrift von Auslagen (steuerfrei
und provisionsfrei)
2. Gutschrift provisionspflichtiger
Umsätze der Filiale, die den Vertrag
mit dem Unternehmer geschlossen hat
(unselbständige Zweigniederlasungen
einer Gesellschaft werden
zusammengefaßt) (Preisanteil gemäß
Punkt 3)
3. Abzug von Rechnungspositionen
steuerpflichtig
(Provision, Verwaltungsgebühren,
Funkgebühren oder sonstiges)
4. Abzug steuerfreier Beträge
(Kautionen, Schadenersatzansprüche,
Abschlagszahlungen)
17.Clearinghouse
- Ausgleich von Beträgen, die
filialübergreifende Leistungen betreffen
a) Unternehmer aus Filiale A erhält
Auftrag von Filiale B – Filiale B
erhält Belastung, Filiale A Gutschrift,
der Betrag wird dem Unternehmer
(Fahrergutschrift) gutgeschrieben
(steuerpflichtig)
b) Filiale A erbringt Leistungen für
Filiale B – eine Belastung wird zu
Lasten Filiale B in Form eines
besonderen Auftrages (Zahler nicht
Kunde sondern Systempartner) erstellt,
Filiale A erhält Gutschrift
(steuerpflichtig)
c) Filiale A kassiert Nachnahmebetrag
für Filiale B – Filiale A wird
belastet, Filiale B erhält Gutschrift
(steuerfrei)
d) Clearinghouse soll erweiterungsfähig
für gegebenenfalls entstehende
Linienverkehre sein, anteilige
Belastung von Linienkosten für über das
Liniensystem abgewickelte Aufträge
(steuerpflichtig)
e) bei Abwicklung von Aufträgen über
das Liniensystem Belastung der
auftraggebenden Filiale mit
Auslieferkosten der ausliefernden
Filiale (steuerpflichtig)
f) für alle Positionen (a bis e)
Berechnung einer Clearinggebühr
(prozentual vom Umsatz zu Lasten des
jeweiligen Auftraggebers)
(steuerpflichtig)
g) Franchise- und franchiseähnliche
Gebühren (steuerpflichtig)
18.Statistiken
- Fahrergutschriftsstatistik unter
Berücksichtigung der Gutschriftsbeträge
und gegengebuchten Rechnungsbeträge
detailliert nach Leistungsarten
- Provisionsauswertung
Vertriebsmitarbeiter (Margenberechnung
für Kunden unter Berücksichtigung
Skonti und Nachlässe)
- Auswertung Aufträge mit abweichendem
Preisanteil für Unternehmer
- Auftragsstatistik nach Anteil der
Aufträge bestimmter Servicearten in
absoluten Zahlen (Auftragsanzahl und
Auftragssummen) und prozentualen Werten
im Verhältnis zum Gesamtumsatz
(Kundenrabatte in Abzug bringen)
- Qualitätsstatistik (durchschnittliche
Zeiten bis zur Vermittlung, Abholung
und Erledigung von Direkt- und
Standardaufträgen), Suche nach
Aufträgen mit besonders langen
Servicezeiten
- Kundenstatistik – Auftrags- und
Umsatzentwicklung von Kunden
(Monatsübersicht über 12 Monate) mit
Veränderung in % bezogen auf die
letzten zwei vollen Monate der
Auswertung, Sortierung nach diesen %-
Werten
- Mitarbeiterstatistik (wer nimmt wie
viele Aufträge an, Anzahl an Stornos
bei den Aufträgen eines Mitarbeiters)
- Overnightstatistik – Margenübersicht
Umsatz abzgl. Kosten für Linie,
Auslieferung und Abholung sowie
Kundenrabatte
19.Mitarbeiterstammdaten +
Berechtigungen
- Berechtigungsstruktur für alle
wesentlichen Module, insbesondere
zwischen den Filialen
Auftragsvergabe erfolgt nach Erstellung
eines detaillierten Pflichtenheftes,
Referenzen erwünscht
Archiv für EDV, Telekommunikation