Interview

7+1 Fragen an Daniel Grube Geschäftsführer von wirbauen.digital

Autor:
Redaktion

Daniel Grube ist Geschäftsführer bei wirbauen.digital und erzählt uns im Interview, wie sein Startup ein Projektmanagement-Tool gebaut hat, dass Bauprozesse transparenter und effizienter macht.

Daniel Grube ist Geschäftführer bei wirbauen.digital und ist Experte in den Bereichen Finanzen, Vertrieb, Strategie und Organisation.

Wie würde ein Maurer einem Architekten erklären, was wirbauen.digital ist?

Mit wirbauen.digital erfasse ich meine Arbeit direkt in deinem Leistungsverzeichnis, dokumentiere sie mit Fotos und kann das direkt mit Dir teilen, so dass Du alles auf Deinem PC vom Büro aus ansehen kannst.
 

Was stellt die Beteiligten an einem Bauprojekt eigentlich vor die größte Herausforderung?

Informationsverlust und Unsicherheit sind zwei der Hauptprobleme auf der Baustelle. Viele Daten gehen durch analoge Prozesse verloren. Am Abend telefoniert der Polier mit seinem Chef und beschreibt ihm, was er den ganzen Tag über erledigt hat. Diese Information haben jetzt aber nur die beiden in ihren Köpfen gespeichert, wenn sie nicht schon am nächsten Tag wieder vergessen sind, weil beide noch 10 weitere Bauprojekte betreuen. Auch Fotos werden über Messenger Dienste nur unternehmensintern, wenn nicht sogar nur zwischen zwei Personen, ausgetauscht und verschwinden in der schieren Masse an weiteren Bildern auf dem Smartphone. Wichtige Informationen gehen verloren oder werden nicht zwischen den Projektbeteiligten geteilt. Alle Beteiligten haben einen individuellen beschränkten Informationsstand zum Projekt. Es gibt keinen objektiven und aktuellen Überblick über das gesamte Projekt.

 

 

Wie hilft die wirbauen.digital Software Handwerkern ihre Bauprozesse effektiver zu gestalten?

Alle Informationen sind digital an einem Ort sicher und DSGVO-konform gespeichert. Mit Hilfe der mobilen App werden erbrachte Leistungen, Fotos und Arbeitszeiten auf der Baustelle erfasst. Über die Webanwendung werden diese erfassten Daten tagesaktuell dargestellt, ausgewertet und wichtige Kennzahlen graphisch dargestellt. Handwerksunternehmen können so beispielsweise auswerten, welche Kolonne wie lange für welche Arbeiten gebraucht hat. Anhand der erfassten Arbeiten innerhalb des importierten Leistungsverzeichnisse kann für zukünftige Bauprojekte der Umfang bestimmter Leistungen besser abgeschätzt werden, da wirbauen.digital den Fortschritt jeder Leistung darstellt und Überbuchungen von Leistungen klar hervorhebt. Auch Arbeiten die über das Leistungsverzeichnis hinausgehen können als Tagelohnarbeit oder Reparaturen erfasst und genau dokumentiert werden. Über die Webanwendung erhalten Handwerksunternehmer für jedes Bauprojekt wichtige Kennzahlen, wie den Fortschritt oder erwirtschafteten Umsatz. Sie werden übersichtlich und graphisch aufbereitet dargestellt. Fotos, Arbeitszeiten, erbrachte Leistungen und Tagelohnarbeiten können auf projektebene eingesehen werden und als Tagesbericht exportiert werden.
 

Steckbrief wirbauen.digital GmbH
  • Gründungsjahr: 2020
  • Standort: Siegen/Köln
  • Website: www.wirbauen.digital
  • aktuell 6 Mitarbeiter
  • iOS- und Android-App + WebApp

Auf welcher Seite ist der Digitalisierungsdruck am stärksten zu spüren?

Für die Handwerker. Viele Architekten arbeiten in der Planung bereits sehr digital, beispielsweise mit BIM. Auch für Bauherren ist das Smartphone zum täglichen Begleiter geworden. Alles wird über das Handy organisiert, also wollen sie verständlicherweise auch ihren Hausbau digital mitverfolgen. In der Bauausführung ist die Digitalisierung allerdings bislang nur langsam vorangekommen.
 

Die Menschheit fliegt zum Mars, kann die Bauausführung eines Einfamilienhauses aber nicht digital abbilden.

Welche neuen Funktionen sind 2021 geplant? 

Besonders in den Bereichen KI und Gamification sowie Anbindung anderer System /Schnittstellen sind neue Funktionen geplant. Wir entwickeln Mechanismen um die Baustellenplanung und -steuerung noch einfacher zu machen und den Mitarbeitern Arbeit abnimmt. Das basiert auf der Auswertung der durch unser System gesammelten Daten. Zu einem späteren Schritt wollen wir die Materialplanung bei wirbauen.digital integrieren und mit unserem System kombinieren und automatische Bestellvorgänge und Hinweise auslösen sollten festgelegte Untergrenzen im Materialbestand erreicht sein. 
 

Was macht ihr bei wirbauen.digital anders als andere Software-Anbieter?  

Unser Anspruch ist von Anfang an unsere Plattform aus einem Bottom-Up-Approach heraus zu entwickeln. Wir wollen ein maßgeschneiderter Werkzeug für die Baustelle herstellen. Um diesen Anspruch gerecht zu werden hatten wir viel Kontakt zu Handwerkern, Architekten, Ingenieuren und anderen Menschen aus der Baubranche. Durch ihr gesammeltes Feedback haben wir ein Produkt entwickelt, das sie bei ihrer täglichen Arbeit unterstützt und nicht im Weg steht. Besonders ist hier natürlich Lukas Büdenbender zu nennen, einer unserer Mitgründer, gelernter Dachdecker und Geschäftsführer eines familiengeführten Dachdecker Unternehmens. Durch ihn und seinen Vater, die das Unternehmen in der mittlerweile vierten Generation leiten, konnten wir aus einem Jahrzehnte großen Erfahrungsschatz Ideen für wirbauen.digital schöpfen.
 

​Wo steht wirbauen.digital in drei Jahren? 

Wir denken, wir haben ein hervorragendes Werkzeug von Handwerkern für Handwerker entwickelt. Doch mit einem Produkt wie wirbauen.digital ist man nie zu 100% fertig. Es gibt immer neue Features und Funktionen, die das Leben im Handwerk erleichtern können. Besonders der digital Wandel bestimmt immer neue Bedürfnisse. Wir hoffen natürlich, dass wir immer näher an die „perfekte Lösung“ für das Handwerk herankommen. Dies ist aber nur möglich, wenn wir weiter mit den Nutzern unserer Plattform eng zusammenarbeiten und auch zukünftig einen regen Austausch mit ihnen haben. Darüber hinaus hoffen wir natürlich in drei Jahren auch außerhalb des deutschen Marktes Fuß zu fassen.
 

 

Stand der Digitalisierung der Baubranche im Jahr 2025?

Leider ist das Baugewerbe eine der analogsten Branchen in Deutschland. – Die Arbeitsproduktivität liegt ca. 15 Jahre hinter der des Gesamtmarktes. Doch durch den steigenden Druck digitaler Dokumentationen und den Potenzialen für Unternehmen der Baubranche ihre Wertschöpfung zu verbessern, sehen wir einen positiven Trend. Auch der Generationswechsel in der Geschäftsführung durch technikaffine Handwerker, die mit einem Smartphone aufgewachsen sind, bewirkt einen digitalen Umschwung in den nächsten Jahren.

Danke Daniel!
 

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Tags: Digitale Helfer
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