Das Treppenhaus gilt als Gemeinschaftsfläche - Flucht- und Rettungswege sind freizuhalten
Ratgeber

Abladeplatz Treppenhaus: Was ist erlaubt und was nicht?

Autor:
Redaktion

Fahrräder im Hauseingang, Schuhe vor der Wohnungstür, Gummibaum im Treppenhaus und Müllsäcke neben der Fußmatte. Was ist im Hausflur erlaubt?

Wenn mehrere Mietparteien in einem Haus leben, können Gegenstände im Hausflur zu einem Ärgernis werden. In erster Linie ist es wichtig, Toleranz zu zeigen, da der Hausflur als Gemeinschaftsfläche gilt, die von allen Bewohnern genutzt wird.

Dennoch ist zu bedenken, dass im Treppenhaus eine Verkehrssicherungspflicht gilt. Der Vermieter muss dafür sorgen, dass die Mieter im Treppenhaus keinen Gefahren ausgesetzt sind und dass Flucht- und Rettungswege frei bleiben. Was ist also erlaubt und was nicht?

Namensschilder und kleinere Deko im Eingangsbereich ist erlaubt

Generell gilt: Alles was sich in kleinem Rahmen bewegt und andere beim Durchgang nicht behindert, ist erlaubt. Wer an der Außenseite seiner Eingangstüre ein Namensschild anbringen möchte, kann dies tun (Landgericht Hamburg (AZ: 333 S 11/15).

Auch vorübergehende Dekorationen für besondere Anlässe, wie Ostern oder Weihnachten, sind erlaubt. Ebenfalls eine ganzjährige Dekoration, wenn genug Platz bleibt und die Deko nicht über den Türrahmen hinausreicht sowie neutral und unauffällig ist (LG Hamburg AZ: 333 S 11/15). Dies gilt auch, wenn es ein generelles Deko-Verbot gibt.

Wiederum dürfen keine Poster an den Wänden im Hausflur angebracht werden. (Oberlandesgericht Düsseldorf AZ: I-24 U 155/14).

Schuhe und Topfpflanzen sind im Treppenhaus nur bedingt erlaubt

Nicht generell verboten werden dürfen frei abgestellte Schuhe im Eingangsbereich. Wenn die Schuhe wegen schlechtem Wetter im Eingangsbereich und vor allem im Türrahmen stehen, ist das erlaubt (Amtsgericht Lünen, Beschluss AZ.: 22 II 264/00)

Erlaubt ist auch ein kleines Regal oder ein Schuhschrank, wenn dieser die Mitbewohner nicht behindert Amtsgericht Herne (AZ: 20 C 67/13).

Generell ist es nicht erlaubt Topfpflanzen oder Kisten im Treppenhaus zu platzieren, Regale bedürfen der Zustimmung der Eigentümerschaft. Auch das Aufstellen kleinerer Blumentöpfe muss abgesprochen werden.

Streitthema Kinderwagen, Rollatoren oder Fahrräder im Hausflur

Generell sind Fahrräder und Rollatoren in einem engen Hausflur verboten. Aber wer auf einen Rollator angewiesen ist, darf ihn im zusammengeklappten Zustand im eigenen Eingangsbereich lagern, sofern dieser dort nicht unzumutbar beeinträchtigt (Landgericht Hannover AZ: 56 C 98/13).

Auch für Kinderwagen gilt eine ähnliche Regelung. Es ist nicht generell so, dass sie in Hausfluren nichts zu suchen haben, auch dann, wenn der Mietvertrag keine Klausel enthält, die mit einer Unterschrift vom Vermieter anerkannt wurde (Amtsgericht Düsseldorf AZ: 22 C 15963/12).

Auch tagsüber dürfen Kinderwägen um Flur abgestellt werden, wenn kein Aufzug vorhanden ist, beziehungsweise der Kinderwagen nicht in den Aufzug hineinpasst. Abends sollte der Kinderwagen dann weggeräumt sein (Oberlandesgericht Hamm AZ 15 W 444/00).

Wenn es keine Regelung gibt dann darf der Kinderwagen stehen bleiben, wenn er nicht behindert.

Kochgerüche im Treppenhaus müssen hingenommen werden

Kochgerüche in normalem Umfang sind als sozialtypisch im Hausflur hinzunehmen und berechtigen auch nicht zu einer Mietminderung (Landgericht Essen, AZ: 10 S 491/98).

Wer keine Streitereien wegen des Treppenhauses haben möchte, klärt die Dinge mit seinem Vermieter und informiert seine Nachbarn über die Absprachen. So herrscht Frieden im Hausflur.

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