Ohne eine professionelle Sockel-Abdichtung drohen langfristig Bauschäden.
Ratgeber

Alles Feuchte kommt von unten

Autor:
Redaktion

Mit einer fachgerechten Sockel-Abdichtung lassen sich die weitaus meisten Bauschäden verhindern. Denn die Ursachen für feuchte Wände liegen meist im Erdreich.

Der „Fuß“ der Fassade ist die Achillessehne des Hauses. Ist der Sockelbereich nicht fachmännisch abgedichtet, dringen über den Kapillar-Sog Spritzwasser und Schadsalze ins Mauerwerk ein. Und schon lange bevor die Wohnqualität beeinträchtigt wird, treten äußerlich sichtbare Schäden auf. Spritzwasser und Salze weisen unterschiedliche Gefrierpunkte auf. Die Folgen? In langen Frostperioden halten die Putze dem Druck des Gefrorenen nicht stand und bröckeln ab. Von unverputzten Natursteinen und Ziegeln platzen komplette, schollenartige Flächen ab.

Jeder Bauherr sollte sich die Arbeiten und Materialien für eine professionelle Sockel-Abdichtung im Bauwerkvertrag festschreiben und garantieren lassen. Muss erst saniert werden, ist das Kind in den Brunnen gefallen und der bauliche Aufwand umso größer. Was ist zu tun? Zunächst müssen die Ursachen bekämpft und dann die Schäden repariert werden. Sprich, der Handwerker erkundet die Quelle der Feuchtigkeit, um danach den Feuchtigkeits-Eintritt dauerhaft zu unterbinden.

Salze und Spritzwasser schädigen das Haus

Die Belastung des Bodens mit Schadsalzen wie Chlorid, Nitrat oder Sulfat lässt sich nach festgelegten Standards bewerten. Je intensiver die Belastung, desto aufwändiger sind am Ende die Sanierputz-Schichten aufzutragen. Nach der Bodenprüfung greift der Bauhandwerker zur Kelle: Er entfernt Mörtelreste, Schlämme und Anstriche. Die mit Schadsalz befallenen Mauerwerksfugen kratzt er rund 20 Zentimeter tief aus.

Danach muss der Sockel bis mindestens 30 Zentimeter oberhalb des Erdreichs abgedichtet werden. Dabei gilt es, einen lückenlosen Übergang zur sogenannten erdberührten, sprich im Erdreich befindlichen Bauwerksabdichtung zu schaffen. Eine 10 Zentimeter breite Überlappung ist zwischen der Sockel-Abdichtung und dem Bereich unter der Erdkante herzustellen. Gegen kapillares Feuchtigkeits-Eindringen schützen nachträglich eingebaute Horizontal-Sperren im Querschnitt des Mauerwerks.

Für Sockel-Abdichtungen gelten Standards

Bei Putzfassaden empfiehlt es sich, mineralische Dichtungsschlämme oberhalb des Erdreiches aufzutragen. Für die erdberührten Abdichtungen kommen häufig kunststoff-modifizierte Bitumen-Abdichtungen zum Einsatz. Ziegelfassaden und anderes Sichtmauerwerk wird nicht mit Putz bedeckt. Hier eignet sich das klassisches Abdichtsystem nur im Erdbereich. Oben kann eine unsichtbare, wasserabweisende Imprägnierung angebracht werden.

Zum Glück ist der Bauherr nicht auf willkürliches Vorgehen des Fachmannes angewiesen. Er kann sich auch hier durch Standards absichern. Im Jahr 2012 hat die Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) erstmals ihre „Empfehlungen für Planung, Bau und Instandhaltung der Übergangsbereiche von Freiflächen zu Gebäuden“ publiziert. Ein Leitwerk für sichere und solide Sockel-Abdichtungen.

Tags:
Gewerke:Holz- und Bautenschutzgewerbe

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