Für mehr Sicherheit beim Fahren sollten insbesondere die Winterreifen regelmäßig überprüft und ausgewechselt werden.
Ratgeber

Alte Winterreifen regelmäßig austauschen

Autor:
Redaktion

Alte und abgefahrene Winterreifen sorgen für ein erhöhtes Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr. Wann es an der Zeit für eine neue Bereifung ist, erklären unsere Kfz-Experten Gordon Bettels und Alex Beisswenger.

Im Oktober und November herrscht in vielen Kfz-Werkstätten wieder Hochkonjunktur. Wie jedes Jahr steht in diesen Wochen bei Millionen Fahrzeugen der Wechsel von Sommer- auf Winterbereifung an. Leider ist mit dem Wechsel auf Winterräder nicht immer auch eine Erhöhung der Sicherheit verbunden, insbesondere wenn ältere oder abgefahrene Reifen ohne vorherige fachmännische Prüfung zum Einsatz kommen.

Im Gespräch mit unserer Redaktion erklären die Kfz-Experten und MyHammer-Partner Gordon Bettels* und Alex Beisswenger**, welche Risiken von alten und stark beanspruchten Winterreifen ausgehen und wann es Zeit für den Wechsel auf einen neuen Reifensatz ist.

Auf ausreichende Profiltiefe achten

„Die Reifen gehören zu den sensibelsten Fahrzeugteilen und stellen die Verbindung zwischen Auto und Straße her. Für die Fahrzeugsicherheit spielen sie daher eine tragende Rolle“, erklärt Bettels. „Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe von 1,6 mm ist allerdings gerade in der kalten Jahreszeit bei weitem nicht ausreichend, um eine entsprechende Verbindung bei den auftretenden Witterungsverhältnissen zu gewährleisten.“ Für deutlich mehr Sicherheit im Winter sorgen hingegen Reifen mit einem Profil von mindestens vier Millimetern. Die Profiltiefe wird im Rahmen des Reifenwechsels regelmäßig von der Kfz-Werkstatt überprüft oder lässt sich mithilfe eines leicht erhältlichen Profiltiefenmessers auch selbst bestimmen.

Dabei kann mit dem achsweisen Austausch der Reifen (nicht diagonal, sondern nur auf der jeweiligen Seite) die Lebenserwartung der Reifen verlängert werden. Da der Verschleiß auf der Antriebsachse in der Regel immer etwas höher ausfällt. Lassen sich die Reifen durch einen Tausch gleichmäßiger abfahren. 

Austausch nach spätestens sechs bis sieben Jahren

„Auch wenn eine abgefahrene Bereifung deutlich häufiger der Grund für einen notwendigen Austausch ist, sollten Winterreifen – selbst bei ausreichender Profiltiefe – spätestens nach sechs bis sieben Jahren aus dem Verkehr gezogen werden“, macht Beisswenger deutlich.

Hintergrund: Mit zunehmender Nutzungsdauer härtet die Reifenmischung immer weiter aus, sodass die erforderlichen Wintereigenschaften nicht mehr gegeben sind und sich das Unfallrisiko gerade bei Nässe, Glätte und Schnee deutlich erhöht. Tipp: Das Fertigungsdatum eines Reifens kann anhand der sogenannten DOT-Nummer an der Reifenflanke abgelesen werden.

Sofortiger Wechsel bei sichtbaren Reifenschäden   

„Die Lebensdauer eines Reifens hängt neben dem reinen Alter auch entschieden von der Nutzungsintensität und der jeweiligen Lagerung ab“, betont Bettels. Dabei ist insbesondere bei sichtbaren Schäden ein sofortiges Handeln geboten. „Ältere Reifen, gerade bei Fahrzeugen mit längeren Standzeiten und wenig Bewegung, können zum Beispiel im Bereich der Außenseiten Rissbildungen durch porösen Gummi aufweisen“, macht Beisswenger aufmerksam. Das Risiko von gefährlichen und im Ernstfall unvorhergesehenen Reifenplatzern infolge der Materialermüdung steigt in diesen Fällen erheblich an.

Ungleichmäßiger Verschleiß durch falschen Luftdruck

„Wir erleben es häufiger, dass Fahrzeuge mit einem zu hohen oder zu niedrigen Luftdruck unterwegs sind“, so Bettels. „Bei der Überprüfung können wir dann sehr einfach feststellen, dass das Profil entweder im Innen- oder im Außenbereich stärker abgefahren ist, mit der Folge, dass die Nutzungsdauer des Reifens spürbar sinkt.“ „Auch eine verstellte Spur, etwa infolge einer Bordsteinkollision, kann dazu führen, dass das Reifenprofil stark einseitig abgefahren wird“, ergänzt Beisswenger.

Kaum Preisunterschied zwischen aufgearbeiteten Reifen und Neureifen

Aufgearbeiteten und runderneuerten Reifen stehen die Experten eher skeptisch gegenüber. Hier fallen vor allem die Preisunterschiede aktuell eher gering aus, sodass die Empfehlung der Fachleute wie auch die Präferenz der Kunden klar in Richtung Neureifen tendiert.   

Alternative Alljahresreifen?

„Mit Blick auf die unterschiedlichen Wetterbedingungen im Jahresverlauf müssen Alljahresreifen im Hinblick auf Fertigung und Materialbeschaffenheit immer einen Kompromiss eingehen“, hebt Bettels hervor.“ Für Gelegenheitsfahrer in städtischen Gebieten mit gutem und regelmäßigem Straßendienst können sie als Alternative infrage kommen. „In ländlichen Gegenden, wenn der Einsatz bei Schnee häufiger gefragt ist, sind Allwetterreifen dagegen nicht empfehlenswert“, warnt Beisswenger.

Mit Winterreifen durch das ganze Jahr? 

Von der Fahrt mit Winterrädern während des gesamten Jahres ist übrigens abzuraten. „Nicht umsonst empfehlen wir im Hinblick auf die Materialbeschaffenheit und die damit verbundenen Fahreigenschaften den Wechsel auf eine Winterbereifung, wenn die Temperatur dauerhaft unter zehn Grad Celsius sinkt“, unterstreicht Bettels. So besitzen Winterreifen aufgrund ihrer Optimierung für niedrige Temperaturbereiche eine weichere Gummimischung.

Dieses Mischverhältnis führt in den wärmeren Monaten aber nicht nur zu einem stärkeren Verschleiß und einem erhöhten Spritverbrauch, sondern auch zu erheblich längeren Bremswegen bei Trockenheit und einer Verschlechterung der Fahrstabilität. Auch vor diesem Hintergrund raten die Experten zur saisonalen Nutzung und dem regelmäßigen Wechsel auf Spezialreifen.

* Gordon Bettels ist Betriebsleiter und Inhaber der B & B Autoservice Gordon und Gunda Bettels GbR aus Delligsen/ Niedersachsen (zur Homepage, zum MyHammer-Firmenprofil)

** Alex Beisswenger ist Geschäftsführer der Autohaus Beisswenger GmbH aus Abtsgmünd/ Baden-Württemberg (zur Homepage, zum MyHammer-Firmenprofil)

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Tags:
Gewerke:Kraftfahrzeugtechniker

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