Der Bauherren-Schutzbund vermittelt kompetente und neutrale Berater für den altersgerechten Umbau
Ratgeber

Altersgerechter Umbau - sorgfältig planen

Autor:
Redaktion

Ein altersgerechter Umbau ist nicht leicht umzusetzen. Eine adäquate Bauherrenberatung hilft, kostspielige Fehler zu vermeiden.

Was unter altersgerechtem Umbau zu verstehen ist

Seit Oktober 2014 hat die KfW-Bank das Förderprogramm „altersgerechter Umbau“ wieder aufgelegt. Gefördert werden Umbaumaßnahmen, die dazu geeignet sind, vorhandene Wohnungen im Alter oder bei Behinderungen weiter zu bewohnen. Es geht dabei nicht um einen konkreten behindertengerechten Ausbau, sondern um verschiedene Maßnahmen, die das Leben in der Wohnung erleichtern.

Die Möglichkeiten eine Wohnung in diesem Sinne umzubauen, sind nahezu unbegrenzt. Das Wichtigste bei der Modernisierung ist, eine Verbesserung der Lebensqualität im Hinblick auf mögliche körperliche Einschränkungen zu erreichen.

Der Umbau kann, muss aber nicht, den Standard „Altersgerechtes Haus“ erfüllen. Auch Einzelmaßnahmen wie die Verbesserung des Schutzes vor Einbrüchen oder das Reduzieren von Barrieren sind ein altersgerechter Umbau.

Generell gehören Baumaßnahmen dazu, die:

  • Wege zur Wohnung oder zu zugehörigen Nebengebäuden sicherer machen.
  • Barrieren im Hauseingangsbereich und zur Wohnung abbauen.
  • Helfen, Treppen zu überwinden.
  • Wohnräume neu aufteilen oder umgestalten, um diese besser erreichbar zu machen.
  • Der Umbau von Sanitärräumen
  • Der Einbau von Assistenzsystemen wie Sprechanlagen und Türöffnern.

Aber nicht jeder Umbau, der die Lebensqualität im Alter verbessert, ist in diesem Sinne ein altersgerechter Umbau. Aus diesem Grund ist es wichtig vor dem Bauen gut zu planen und sich rechtzeitig, bei einem neutralen Sachverständigen, Rat zu holen.

Einzelmaßnahmen und der Standard „altersgerechtes Haus“

Der Standard beinhaltet einen altersgerechten Zugang zur Wohnung, also Wege und Eingangsbereiche ohne Barrieren und eventuell auch das Überwinden von Treppen. Wohn- und Schlafzimmer und die Küche müssen gut erreichbar sein und die Türen müssen eine Mindestbreite aufweisen, damit sie für einen Rollator kein Hindernis darstellen.

Im Bad müssen Dusche beziehungsweise Wanne, WC und Waschtisch auch für Behinderte gut erreichbar sein. Ferner sind Haltegriffe und leicht zu bedienende Steuerungen erforderlich.

Um den Standard altersgerechtes Haus zu erlangen, sind alle Bedingungen zu erfüllen. Fördermittel gibt es aber auch für einzelne Umbauten, die einen Teilbereich des Hauses altersgerecht umgestalten. Bauherren, die beispielsweise nur ihr Bad umbauen wollen, sollten dies mit Blick auf einen altersgerechten Umbau in Angriff nehmen.

Die Einstufung eines Umbaus ist schwierig, da eine Fülle von Bedingungen zu beachten sind und es immer auf den Einzelfall ankommt. Der Zugang zu einem Raum hängt beispielsweise nicht nur von der Breite der Tür ab. Es kommt auch darauf an, ob diese Tür auf geradem Weg zu erreichen ist. Eine bodengleiche Dusche im Bad kann durchaus die Bedingungen nicht erfüllen, wenn sie von der Tür aus nicht gut zu erreichen ist.

Warum Beratung wichtig ist

Egal, ob Einzelmaßnahmen oder ob der Standard altersgerechtes Haus erreicht werden soll, um die Mittel zu erhalten, sind Mindestanforderungen zu erfüllen. Mit anderen Worten: Nicht jeder Umbau der Barrieren abbaut oder die Sicherheit des Hauses verbessert, zählt zu den förderfähigen Maßnahmen. Wer sich nicht auskennt, läuft Gefahr entscheidende Fehler zu machen. Dies gilt auch, wenn ein Architekt mit dem Umbau betraut ist.

Auf der sicheren Seite sind Bauherren, die sich umfassend von einem neutralen Sachverständigen des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) beraten lassen. Diese führen weder einen Umbau durch, noch planen sie diesen wie ein Architekt. Neutralität heißt, dass die Sachverständigen kein eigenwirtschaftliches Interesse verfolgen und nicht an den empfohlenen Maßnahmen verdienen.

Die Leistung umfasst die Beurteilung des vorhandenen Objekts, das Erfassen der Mängel und eine Auflistung, welche Maßnahmen im Sinne des altersgerechten Umbaus sinnvoll sind. Die Experten schätzen die Kosten ab und helfen auch dabei die Fördermittel zu beantragen.

Die konkrete Planung liegt aber in der Hand eines Architekten oder bei kleineren Maßnahmen in der Verantwortung des Bauherrn und der Handwerker. Der Sachverständige ist aber natürlich bereit die Pläne vor Baubeginn zu prüfen und schlägt bei Bedarf Änderungen vor. Er weist auch daraufhin, wenn bei der Planung unnötige Bauarbeiten mit einbezogen werden.

Hintergründe zum Bauherren-Schutzbund e.V.

Der BSB ist eine gemeinnützige Verbraucherorganisation, die sich auf Bauherrenberatung und den Verbraucherschutz im Sektor Immobilien spezialisiert hat. Seit seiner Gründung im Jahr 1995 unterstützt der Verein Bauherren beim Kauf von Grundstücken, beim Bau, bei der Modernisierung, Sanierung oder Instandsetzung und beim altersgerechten Umbau von Wohnungen und Häusern. Er unterhält zu diesem Zweck ein Netzwerk von Beratern und stellt für Mitglieder Kontakte zu den Experten her.

Für die bautechnische Beratung sind neutrale Sachverständige (Architekten und Bauingenieure) zuständig. Die rechtliche Beratung erfolgt in erster Linie über Fachanwälte für Bau- und Architektenrecht. Neben der Beratung bietet der BSB auch Hilfe bei der Bauabnahme und der Durchsetzung von Ansprüchen gegenüber Handwerkern und Architekten.

Des Weiteren ist der Schutzbund auch politisch tätig. Der Deutsche Bundestag hat ihn als Vertreter von Bürgerinteressen anerkannt, er ist Mitglied des Beirates des Deutschen Baugerichtstages und des Deutschen Instituts für Normung (DIN).

Kurz: Die Experten des BSB stehen während der Planung und des Umbaus beratend zur Seite. Sie achten beispielsweise darauf, dass vorgeschriebene Mindestanforderungen erfüllt werden. Nach Abschluss der Maßnahme helfen sie die notwendigen Formulare über die Durchführung, welche die ausführenden Betriebe abzeichnen müssen, zu erstellen.

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