Ratgeber

Altersvorsorge für Handwerker – ein Überblick

Autor:
Redaktion

Viele Handwerker zahlen keine Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse. Eine gute Planung der Altersvorsorge wichtig, um Altersarmut vorzubeugen.

In vielen Gewerken herrscht keine Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung. Nur selbständige Handwerker, die laut Handwerksordnung ein zulassungspflichtiges Gewerbe (Anlage A) betreiben und in die Handwerksrolle eingetragen sind, zahlen verpflichtend in die gesetzliche Rentenkasse.

Zulassungsfreie Gewerke und handwerksähnliche Gewerke (Anlage B – Abschnitt 1 und 2) sind von dieser Versicherungspflicht befreit, außer es wird überwiegend nur für einen Auftraggeber gearbeitet oder es ergeben sich andere Besonderheiten.

Die gesetzliche Rente reicht oft nicht

Oft reicht die gesetzliche Rente nicht zum Leben. Die Auszahlung, vor allem für selbständige Handwerker ohne Versicherungspflicht, ist gering. Eine Studie zum Thema Alterssicherung im Handwerk aus dem Jahre 2018 zeigt, dass über 60 Prozent der Inhaber von Handwerksbetrieben eine Rente von weniger als 600 Euro erwartet. Nur jeder achte Handwerksunternehmer kommt auf mehr als 1.000 Euro Rente pro Monat.

Gerade für Solo-Selbständige, die wenig Einkünfte haben, stellt das oft ein Problem dar, denn oft reicht das Geld nicht, um freiwillig in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, wenn keine Pflichtversicherung vorhanden ist. Generell zahlt nur ein geringer Teil der selbständigen Handwerker die vorgeschriebenen 18 Jahre in die Rentenkasse ein, die notwendig wären, um eine Rente zu erhalten, die den Lebensstandard sichert. Aber selbst dann haben die meisten Handwerker einen Anspruch auf gerade einmal 540 Euro oder weniger.

Oft werden die gesetzlichen Renten nur ausgezahlt, weil der Handwerker zu Beginn seines Berufslebens angestellt war und die Rentenbeiträge automatisch gezahlt wurden.

Eine private Altersvorsorge sichert ab

Vor allem für Handwerker in den zulassungsfreien und handwerksähnlichen Gewerken ist eine private Rentenversicherung wichtig, um sich den Lebensunterhalt nach dem Arbeitsleben zu sichern. Aber auch für Handwerker mit gesetzlicher Rentenversicherung ist eine private Rentenversicherung empfehlenswert.

Es gibt verschiedene Rentenmodelle, die für Handwerker als private Vorsorge in Betracht kommen können: Riester, Rürup oder eine private Rentenversicherung. Alle Modelle bessern die Rentenkasse auf. Es kommt auf die persönlichen Umstände an, welches Modell für den Einzelnen passend ist.

Altverträge sind besser als Neuvertrag

Aufgrund der immer noch vorherrschenden Niedrigzinsphase lohnt sich derzeit ein Abschluss bei einer privaten Rentenversicherung nicht. Oft bekommt man weniger Geld raus, als man eingezahlt hat.

Bei einem Altvertrag sieht das anders aus. Hier ist zwar mit Einbußen bei der Überschussbeteiligung zu rechnen, aber in der Regel gibt es eine höhere Auszahlung als eingezahlt wurde. Die Verzinsung bei Altverträgen liegt bei rund vier Prozent.

Auszahlung der Rente – verschiedene Varianten

Wer sein Rentenalter erreicht hat, kann sich seine Einzahlung bei vielen Versicherungsmodellen entweder als lebenslange Rente oder als Einmalzahlung auszahlen lassen. Beide Modelle haben Vor- und Nachteile.

Wer sich sicher ist, dass er sein Geld gut verwaltet, kann sich die Rente als Einmalzahlung auszahlen lassen. Vorteil: Die Rente ist dann Teil des Erbes, sollte es zum Ableben kommen. Wurde der Vertrag vor dem Jahr 2005 abgeschlossen, ist der Betrag sogar oft steuerfrei. Voraussetzung ist, dass der Versicherte mindestens fünf Jahre lang eingezahlt hat und ein Mindesttodesfallschutz im Vertrag vorgesehen ist. Andernfalls fällt eine Kapitalertragssteuer bei Auszahlung an.

Die Variante der monatlichen Rentenauszahlung ist bequem und wird bis zum Tod gezahlt. Bei Versterben haben die Erben allerdings keinen Anspruch auf ein eventuell verbliebenes Restkapital. Zu beachten ist außerdem, dass die monatliche Rente vor dem Finanzamt als steuerpflichtiges Einkommen gilt. Wer ab dem 61. Lebensjahr seine Rente bezieht, zahlt lebenslang 22 Prozent Einkommenssteuer. Bei 63 Jahren sind es 20 Prozent und bei Eintritt im regulären Rentenalter mit 67 Jahren sind 17 Prozent Einkommensteuer zu entrichten.

Gerade Handwerker sollten sich in Bezug auf ihre Altersvorsorge rechtzeitig beraten lassen, damit sie im Alter gut abgesichert sind, denn leider reicht die Einzahlung in die gesetzliche Rentenkasse oft nicht aus.

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