Eine freiwillige Arbeitslosenversicherung für Handwerker kann das Existenzrisiko verkleinern
Ratgeber

Arbeitslosenversicherung für selbständige Handwerker

Autor:
Redaktion

Seit 2006 haben Existenzgründer die Möglichkeit, sich freiwillig in der gesetzlichen Arbeitslosenversicherung weiter zu versichern. Lohnt sich das?

Die Zahl der Ein-Mann-Betriebe im Handwerk steigt. Viele Unternehmen wirtschaften gerade so über dem Existenzminimum. Von der freiwilligen Arbeitslosenversicherung machen nur wenige selbständige Handwerker Gebrauch, weil die Beiträge zu teuer sind. Eine Arbeitslosenversicherung ist dennoch sinnvoll, um sich für den Fall einer Insolvenz abzusichern.

Voraussetzungen für den Eintritt in die freiwillige Arbeitslosenversicherung

Für selbständige Handwerker besteht keine Versicherungspflicht. Der Handwerker hat aber die Möglichkeit, einen Antrag auf ein Versicherungspflichtverhältnis zu stellen.

Die sogenannte Antragspflichtversicherung für die Arbeitslosenversicherung muss begründet werden und folgende Voraussetzungen erfüllen: Die selbständige Tätigkeit muss hauptberuflich (mindestens 15 Stunden wöchentlich) ausgeübt werden. Die antragstellende Person muss sich innerhalb der letzten zwei Jahre mindestens 12 Monate in einem Versicherungsverhältnis befunden haben, heißt in einem Angestelltenverhältnis gearbeitet haben.

Ein Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der Tätigkeit gestellt werden. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, kann die Versicherungspflicht rückwirkend zur Aufnahme der Tätigkeit wirken und endet mit Aufgabe der selbständigen Tätigkeit enden.

Hinweis: Die Kündigung des Versicherungsverhältnisses ist erstmals nach Ablauf von fünf Jahren zulässig. Eine andere Möglichkeit wieder auszutreten ist die sogenannte „kalte Kündigung“, nämlich dann, wenn der Versicherte drei Monate lang die Beiträge nicht zahlt. Dies ist in der Regel die häufigste Kündigungsart.

Höhe der Beitragszahlung

Wie viel Beitrag monatlich in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt werden muss, richtet sich nach dem allgemeinen abgerundeten Durchschnittsverdienst. Dieser beläuft sich auf 70 bis 100 Euro pro Monat. Bis zum Ablauf eines Kalenders nach Aufnahme der Selbständigkeit muss nur der halbe Beitrag eingezahlt werden.

Jeder muss die gleichen Beiträge zahlen, aber höher Qualifizierte bekommen höhere Leistungen. Ein Versicherter mit Hochschulabschluss erhält mehr als ein Handwerksmeister. Die Leistungen der Arbeitslosenversicherung sind also nach Qualifikation gestaffelt. Deshalb ist die Versicherung für geringer qualifizierte Existenzgründer weniger attraktiv.

Macht die freiwillige Arbeitslosenversicherung Sinn?

Wer einen Betrieb gegründet hat und weiter in die Arbeitslosenversicherung einzahlt, kann sich für den Fall einer Insolvenz absichern.

Vielen Existenzgründern sind die Beiträge zu hoch und sie können nicht einschätzen, ob die Versicherung ihnen wirklich nutzt. Andere wiederum wissen gar nicht, dass diese Möglichkeit besteht.

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