Ratgeber

Arbeitsschutz gestern, heute und morgen

Autor:
Redaktion

Arbeitsschutz hat im Handwerk einen elementaren Stellenwert. In kaum einer anderen Branche ist das Unfallrisiko höher. So folgt die Einhaltung des Arbeitsschutzes und wirksame Vermeidung von Unfällen auf Baustellen und in Werkstätten heute einem sehr hohen Standard. Das war nicht immer so. Arbeitsschutz, wie wir ihn heute kennen, ist das Ergebnis eines langen Prozesses.

Auf Baustellen lauern viele Gefahren. Heute ist der Arbeitgeber verpflichtet alle Angestellten vor Gesundheitsrisiken und technischen Gefahren zu schützen. Zur Zeit der frühen industriellen Revolution sah das aber noch ganz anders aus.

Arbeitsschutz während der industriellen Revolution

Mit der Industriellen Revolution musste sich fast zwangsläufig auch der Arbeitsschutz weiterentwickeln. Die rasant fortschreitende technische Entwicklung, allen voran der Dampfmaschine und erste Automatisierungsprozesse, machte dies notwendig.

An den neuen Maschinen der Fabriken arbeiteten Arbeiter, die kaum technisch geschult waren oder eine Ausbildung absolviert hatten. Um 1815 ist Kinderarbeit noch Gang und gebe. Aber, wer sich bei einem Unfall verletzte, verlor sein Einkommen. Denn nur in Ausnahmefällen gab es Krankenversicherungen.

Kinderarbeit im 19. Jahrhundert

Preußen war einer der ersten Akteure, der Regularien einführte, um Kinder zu schützen. So wurde 1839 Kinderarbeit bis zum neunten Lebensjahr verboten und alle bis zum 16. Lebensjahr durften nicht länger als zehn Stunden am Tag arbeiten.

Überprüfung der Arbeitsschutzregularien durch Kommissionen geschahen allerdings nur auf freiwilliger Basis.

Ein erster Durchbruch

Ein echter Meilenstein der Arbeitsschutzgeschichte ist das am 15. Juni vom Reichstag verabschiedete Gesetz über die Krankenversicherung für Arbeiter. In diesem Gesetz werden unteranderem Krankengeld, Mutterschaftshilfe und ärztliche Behandlung geregelt.

Ein weiteres, für den Arbeitnehmer, wichtiges Gesetz wird am 6. Juli 1884 verabschiedet. Das Unfallversicherungsgesetz regelt unteranderem die Unfallrente und Unfallverhütung. Die neu gegründeten Berufsgenossenschaften werden zum Träger der Unfallversicherung.

Nur wenige Jahre später, am 1. Juni 1891 wird das Arbeitsschutzgesetz verabschiedet, welches die Sonntagsarbeit in der Industrie erstmals generell verbietet.

Ein harter Weg bis zum Achtstundentag

Es dauerte noch seine Zeit, bis in der Weimarer Republik der Rat der Volksbeauftragten den Achtstundentag durchsetzte und somit eine der ältesten Forderungen der Arbeiterbewegung erfüllte.

Wo steht der Arbeitsschutz heute

Bis heute ist der 12. Dezember 1974 ein denkwürdiger Tag für den Arbeitsschutz. Denn an diesem Tag wurde das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG), wie wir es heute kennen in Deutschland verabschiedet. Und nur wenige Jahre vor der Jahrtausendwende, am 7. August 1996, tritt das Arbeitsschutzgesetz in Kraft. Wichtigstes Instrument des Arbeitsschutzes ist die sogenannte Gefährdungsbeurteilung.

Das Ergebnis der langen Arbeitsschutzgeschichte ist, dass heute nicht nur alle Arbeitgeber dafür Sorge zu tragen haben, dass ihre Angestellten vor Gefahrenstoffen, Lärm, Krankheitserregern und schweren Maschinen präventiv geschützt werden, sondern auch psychische Belastungen am Arbeitsplatz mit ins Auge gefasst werden müssen.

Digitalisierung und Arbeitsschutz der Zukunft

Unter dem Schlagwort Industrie 4.0 wird der durch moderne Technologien entstehende Wandel der Arbeitswelt zusammengefasst. Und auch der Anspruch an den Arbeitsschutz wandelt sich durch diesen Umbruch. Wie die Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Robotik die moderne Arbeitswelt und den Arbeitsschutz verändern werden, bleibt abzuwarten.

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