Ein individuell geplantes Haus muss nicht teuer sein
Ratgeber

Architektenhäuser - Kostenkalkulation eines individuellen Hauses

Autor:
Redaktion

Individuelle Architektenhäuser müssen kein unbezahlbarer Traum sein. Wer sich an einige Regeln hält, bekommt sein "Maß-Haus" zu einem günstigen Preis.

Vor- und Nachteile von Architektenhäusern

Den Häusern eilt der Ruf voraus, dass sie deutlich teurer sind als Fertighäuser oder andere Häuser nach vorgefertigten Bauplänen. Natürlich erhöht ein individueller Bauplan die Kosten für das Haus.

Das individuelle Zeichnen des Plans kostet in der Regel lediglich 2.000 bis 3.000 Euro. Die meisten Leistungen des Architekten, wie die Bauleitung fallen in irgendeiner Form auch beim Fertighaus an.

Die individuelle Planung eines Hauses hat noch einen weiteren Nachteil: Viele Bauherren haben keine konkreten Vorstellungen, wie ihr Traumhaus aussehen soll. Ihnen fehlt vor allen Dingen die Erfahrung. Sie sind nicht in der Lage sich anhand der Zeichnung vorzustellen, wie das Haus aussehen wird.

Für solch ein Eigenheim spricht, dass ein guter Architekt das Haus nach den Wünschen und Bedürfnissen des Bauherrn plant. Er richtet sich nach der Größe der Familie und nach dem Lebensstil seiner Kunden.

Fertighäuser haben in der Regel einen typischen Grundriss mit kleinen Schlaf- und Kinderzimmern sowie einem riesigen Wohnraum. Im Architektenhaus sind gleichgroße Räume oder ein winziges Wohnzimmer möglich.

Ein weiteres Plus für den Architekten ist die individuelle Beratung und die Möglichkeit von Anfang an Eigenleistungen mit einzuplanen. Körperlich fitte und handwerklich begabte Bauherren können die Mauern selber hochziehen und einen großen Teil des Innenausbaus alleine erledigen. Diese Option gibt es beim Fertighaus nicht.

Viele Häuslebauer entscheiden sich, das Traumhaus nach und nach zu bauen. Auf Wunsch plant der Architekt ein Kernhaus mit Anbaumöglichkeit. So kann der Bauherr im Haus wohnen und je nach Zeit und Kapital weiterbauen. Dies ist bei fertigen Häusern ebenfalls unmöglich.

Einen Architekten finden

Architekten üben ihren Beruf nicht im Geheimen aus. Sie stehen im Internet und im Telefonbuch. Viele haben eine Homepage, die Interessierten einen Eindruck von seiner Arbeit vermittelt.

Idealerweise wählen Bauherren ein Unternehmen, das in der Gemeinde oder zumindest im Bundesland ansässig ist. Diese kennen die Bauvorschriften und wissen, was im Ort üblich ist. Außerdem haben sie gute Kontakte zu den Behörden und zu den Baufirmen. Ein Umstand, der die Baugenehmigung und den Bau erleichtert.

Baufirmen, Freunde und Bekannte kennen häufig einen guten Architekten. Viele sind auf bestimmte Stile, wie „modern", "öko" oder "verspielt" spezialisiert. Ein wenig Hintergrundwissen ist sinnvoll, um den richtigen Architekten für das Traumhaus zu finden.

Eine ausgezeichnete Adresse, um einen Architekten zu finden, ist der Bund Deutscher Architekten (BDA). Der Verband stellt eine einfache Suchmaske zur Verfügung, um einen zum Projekt passenden Architekten zu finden.

Kostengünstig und individuell bauen

Das Wichtigste ist, den Architekten über den Wunsch ein preisgünstiges Haus zu bauen zu informieren. Außerdem sollte der Fachmann bereits in der Planungsphase wissen, welche Arbeiten der Hausherr selber ausführt.

Ein großer Kostenfaktor ist der Keller. Er verursacht zwischen sieben und acht Prozent der Gesamtbaukosten. In den meisten Häusern lassen sich oberirdisch Abstellräume unterbringen. Für die Haustechnik bieten sich Nischen unter Treppen oder kompakte Anlagen im Badezimmer.

Je kleiner das Haus ist, umso günstiger lässt es sich bauen. Hier ist der Architekt gefordert, damit keine Wohnfläche durch Flure verloren geht. Geschickt geplant braucht ein Flur nur eine Fläche von vier Quadratmetern, um vier Wohnräume zu verbinden. Der Durchgang durch Zimmer ist überflüssig.

Ein Kubikmeter umbauter Raum liegt bei 300 bis 500 Euro. Im Schnitt kostet jeder Quadratmeter zusätzliche Grundfläche 1.500 Euro. Die Größe des Hauses ist ein wesentlicher Kostenfaktor.

Eine kompakte gradlinige Bauweise trägt ebenfalls zur Kostensenkung bei. Eine Gaube erhöht die Baukosten um mindestens 1.500 Euro und ein Balkon um 4.000 Euro.

Im Übrigen ist es sinnvoll, auf genormte Fertigteile zurückzugreifen. Einheitliche gängige Fenster- und Türgrößen verbilligen den Bau.

Tipps für Sparfüchse

Viele Bauherren entscheiden sich bei Innenausstattung für teures Material. Hier lässt sich durch eine einfachere Ausstattung viel sparen. In Küchen und Bädern genügt ein einfacher Fliesensockel aus günstigen Kacheln. Raumhohe Edelfliesen oder Natursteinböden sind ein erheblicher Kostenfaktor. Tipp: Nach Restposten Ausschau halten.

In Nebenräumen reicht ein Anstrich an den Wänden statt teurer Tapeten. Ein Fußbodenbelag muss nicht immer sein, ein Anstrich mit flüssigem Kunststoff ist eine gute Alternative.

Nicht alle Fenster sind für das Lüften des Hauses nötig. In der Regel braucht man ein Fenster zum Öffnen je Raum. Der Einbau von preisgünstiger Festverglasung ist im Erdgeschoss meist sinnvoll. Diese Fenster lassen sich von außen reinigen.

Langfristig planen

Beim Hausbau entsteht ein Objekt, welches der Bauherr und seine Familie vermutlich bis an sein Lebensende bewohnt. Im Laufe eines Lebens kann viel geschehen. Daher ist ein vorausschauendes Planen wichtig und bei Architektenhäusern leicht umzusetzen.

Ein großer Raum mit einer zusammenhängenden Fensterfront ist später nur mit viel Aufwand aufzuteilen. Hat der Raum zwei kleinere Fenster, genügt es eine Wand einzuziehen, um zwei Räume zu bekommen.

Für nicht tragende Innenwände ist Trockenbau sinnvoll. Dies erleichtert, später aus zwei Räumen einen zu machen. Sind die Kinder aus dem Haus, lassen sich deren Zimmer in ein geräumiges Wohnzimmer umbauen.

Zwei Bäder sind nicht unbedingt Luxus. Sie ermöglichen, aus einer großen Wohnung zwei kleine zu machen. Vielleicht ist später der Einzug der  Eltern ins Haus erwünscht oder es sollen Räume vermietet werden.

Sparmöglichkeiten im Überblick

Spartricks

Hinweis

Sparpotenzial

Mauern des Hauses selbst hochziehen

Zeit, Geschick und Kraft erforderlich

10 bis 15 Prozent der Bausumme

kleines Haus bauen

Verzicht auf Flure und große Nebenräume

1.500 Euro je Quadratmeter

kompakt und gerade bauen

keine Gauben, Erker oder Balkone

1.500 Euro je Gaube

4.000 Euro je Balkon

genormte Fenster und Türen einbauen

nach Möglichkeit nur eine Größe verwenden

100 bis 150 Euro je Bauteil

Festverglasung statt Fenster

je Raum ein Fenster zum Öffnen planen

Außenseite des Glases mus zum Putzen erreichbar sein

250 Euro je Fenster

keine bis zur Decke gefliesten Räume

günstige Fliesen verwenden

10 bis 15 Euro je Quadratmeter gesparte Fliesen

Verzicht auf einen Keller

Haustechnik muss anderweitig untergebracht werden

7 bis 8 Prozent der Bausumme

Wer alles berücksichtigt, kann ein Architektenhaus mit einer Grundfläche von 100 Quadratmetern für 125.000 bis 150.000 Euro bekommen.

Tags: Kostenkalkulation
Gewerke:Akustik und Trockenbau

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