Große Fenster müssen gut geplant werden, um die Aussicht unbeschwert zu genießen
Ratgeber

Ausblick XXL: Opulente Fenster im Trend

Autor:
Redaktion

Keine Frage, Panoramascheiben sorgen für Licht und Luft im Raum. Aber Bauherren sollten einiges bedenken, wenn sie sich für den Einbau entscheiden.

Mit einem Panoramafenster wird das „Draußen“ zum Teil der Einrichtung. Mit anderen Worten: Wenn die ganze Wand Durchblick bietet, kommt es darauf an, was es dort zu sehen gibt. Die sogenannte unverbaubare Fernsicht ist unverzichtbar. Ein tolles Fenster mit Ausblick auf einen See oder ein Bergpanaroma wertet jeden Raum auf.

Eine elegante Lösung, wenn sich hinter der Panoramascheibe die Terrasse oder der Garten befindet, sind Faltschiebe-Konstruktionen, die nicht nur viel Sonne, sondern auch viel Luft ins Haus lassen. So wird das Wohnzimmer zum Teil des Gartens.

Möglichkeiten für einen freien Blick nach draußen

Bei solchen Fenstern werden die Fensterflügel zum Öffnen ineinandergeklappt. Sie sind technisch hoch entwickelt und vereinen die Vorteile von Schiebe- und Dreh-Kippfenstern, weil die Glasscheiben fast vollständig im System verschwinden ohne Raum zu verschwenden.

Dabei gibt es verschiedene Systeme und Funktionsweisen. Eine ganz zu öffnende Front ohne dazwischenstehenden Flügel oder Pfosten, die in Zieharmonika-Form zusammen zu falten ist, bietet sich bei Fensterfronten von bis zu vier Metern an.

Auf der anderen Seite gibt es Anlagen, die aus drei- oder vierflügeligen Elementen bestehen und dadurch die Möglichkeit geben, auch nur einen Flügel zu kippen und andere Elemente zu öffnen.

Große Fensterfronten mit Bedacht wählen

Bevor sich Bauherren für große Panoramascheiben oder Faltsysteme entscheiden, sollten sie sich nach den Bauvorschriften und den Bebauungsgrenzen erkundigen. Vielleicht steht in wenigen Jahren ein Supermarkt zwischen Aussicht und Fenster oder es ist nur noch der Garten eines Nachbarn zu sehen.

Bautechnisch sind die Aspekte Wärmedämmung, Stabilität und Sicherheit zu beachten. Aus diesem Grund gehören der Bau und die Planung in die Hände eines erfahrenen Betriebes. Letztendlich muss der Rahmen des Fensters für die Tragfähigkeit der Wand sorgen und das schwere Glas tragen.

Wärmeverluste lassen sich vermeiden

Die Wärmedämmung ist in der heutigen Zeit kein Problem mehr. Allerdings sollte der Hausherr nicht an der Dämmung sparen. Fensterfronten mit einem U-Wert von höchstens 1,3 sind zulässig. Wer eine ganze Wand durch Glas ersetzen möchte, sollte aber besser teures Dreifachglas mit Kryptonfüllung verwenden, das einen U-Wert von unter 1 hat.

Bei großen Glasflächen ist auch der G-Wert von Bedeutung. Während der U-Wert angibt wie viel Energie durch das Fenster nach außen gelangt, gibt der Energiedurchlassgrad (G-Wert) an, wie viel Sonnenenergie durch das Fenster in das Haus gelangt. Vorgeschrieben ist, dass höchstens 60 Prozent das Glas durchdringen dürfen. Bei einem Fenster nach Süden macht es Sinn, ein Sonnenschutzglas zu verwenden, das für einen geringeren Durchlass sorgt.

In diesem Punkt ist eine ausführliche Beratung wichtig, denn ein hoher Durchgang bedeutet, dass die Sonne im Winter zum Erwärmen des Raumes beiträgt. Dies ist positiv. Allerdings sind niedrige G-Werte im Sommer von Vorteil, um unnötiges Aufwärmen des Raumes zu verhindern. Natürlich besteht die Option das Fenster über Rollläden zu beschatten, aber diese beeinträchtigen leider auch den Blick nach draußen.

Bei der Auswahl des Fensters an die Sicherheit denken

Glasfronten, die bis zum Boden reichen, müssen aus Verbundglas gefertigt sein. Dies verhindert, dass scharfe Splitter entstehen, wenn jemand in die Scheibe stürzt. In größeren Höhen muss außerdem Absturzsicherheit gewährleistet sein. Auch wenn jemand mit großer Wucht gegen die Scheibe prallt, darf er diese nicht durchdingen.

Sinnvoll ist, auch im Erdgeschoss oder wenn das Fenster zu einem Balkon führt, solches Sicherheitsglas einzusetzen. Es verhindert, dass Einbrecher ins Haus gelangen. Selbstverständlich müssen alle Fenster, die sich öffnen lassen, mit Schlössern versehen sein. Eine Alarmanlage ist ebenfalls zu empfehlen.

Übrigens, Fenster, die bis zum Boden reichen, empfinden viele Menschen als unangenehm. Sie haben den Eindruck abstürzen zu können. Aus diesem Grund sollte das Glas im unteren Bereich undurchsichtig sein. Unter Umständen müssen außerdem Vorkehrungen getroffen werden, dass Vögel die Fenster erkennen und nicht dagegen fliegen.

Den Wohnkomfort steigern

Viel Helligkeit und eine gute Aussicht bedeuten nicht automatisch, dass Menschen sich in dem Haus wohlfühlen. Generell ist an die Möglichkeit des Beschattens und an die Lüftung des Raumes zu denken. Die Probleme beim Lüften leuchten zunächst nicht ein, wenn das Fenster sich weit öffnen lässt.

Große Fenster lassen sich meist nicht kurz zum Lüften öffnen, da ein aufwendiger Mechanismus für das Öffnen nötig ist. Das Öffnen lohnt sich nur, wenn für längere Zeit Luft in den Raum soll. Bei Regen oder bei Kälte ist Lüften über die große Öffnung ohnehin nicht sinnvoll. Nässe und eisige Luft mag sicher niemand in seinen Räumen haben. Eine gute automatische Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung gehört daher unverzichtbar zu Panoramafenstern.

Für das Beschatten bieten sich automatisch gesteuerte Jalousien an. Vorhänge oder Gardinen dagegen sollten höchstens als Deko eingesetzt werden. Die Funktion den Raum vor Blicken zu schützen, ist normalerweise weniger gefragt. Ein Panoramafenster ist dort sinnvoll, wo ein guter Fernblick möglich ist. Dies schließt fast immer aus, dass es draußen eine Möglichkeit gibt, ins Fenster hineinzusehen. Es wäre auch schade das Fenster hinter klassischen Fensterkleidern verschwinden zu lassen.

Panoramafenster können ein großer Gewinn für einen Raum sein. Aber nur, wenn die Aussicht auf Dauer stimmt und wenn sie im Hinblick auf Wärmeverluste, Sonneneinstrahlung und Lüftung gut geplant sind.

Tags:
Gewerke:Glaser

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