Das Fällen von Bäumen ist nach dem Februar meist nicht erlaubt und nicht sinnvoll
Ratgeber

Bäume fällen - noch im Februar

Autor:
Redaktion

Wer für den Winter Brennholz braucht, sollte die Bäume bis Ende Februar fällen. Ab März ist dies nur in Ausnahmefällen erlaubt.

Fällverbot für Bäume nach dem Naturschutzgesetz

Der § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes verbietet das Fällen von Bäumen und das auf den Stock setzen (Rückschnitt bis zum Wurzelstock) von Hecken in der Zeit vom 1. März bis 30. September. Von diesem Verbot sind Bäume auf gärtnerisch genutzten Grundflächen, in Plantagen und Wäldern ausgenommen.

Die Auslegung, ob ein Hausgarten als gärtnerisch genutzte Fläche gilt, ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Das Naturschutzgesetz schützt mit dem Paragraphen in erster Linie Tiere, die in den Bäumen oder Hecken nisten. Da viele Vögel in privaten Gärten nisten, ist ein Verbot des Fällens während der Brutzeit sinnvoll.

Unabhängig von der Jahreszeit stehen Nistplätze unter besonderem Schutz. Brütet ein Vogel in einem Baum, ist das Fällen erst nach Abschluss des Brutgeschäfts erlaubt.

Ein Baum ist über viele Gesetze geschützt

Neben dem Naturschutzgesetz schützen kommunale Baumschutzsatzungen und Landesgesetze die Gehölze. Diese Regeln sind nicht einheitlich. Meist stehen Bäume mit einem Stammumfang von über 80 Zentimeter unter dem Schutz dieser Gesetze und Verordnungen. In manchen Gemeinden sind nicht nur Nadel- und Laubbäume geschützt, sondern auch Obstbäume.

Wer einen großen alten Baum fällen will, sollte beim Denkmalamt nachfragen. Er kann als Naturdenkmal einem Fällverbot unterliegen. Das Fällen eines Naturdenkmals gilt als gemeinschädliche Sachbeschädigung. Diese wird nach § 304 StGB mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen geahndet. Bei diesen Bäumen ist sogar das Schneiden problematisch, da sich das Erscheinungsbild des Denkmals nicht ändern darf.

Wann fällen erlaubt ist

Jeder Baum kann unter dem Schutz eines der Gesetze oder einer Verordnung stehen. Dies ist grundsätzlich abzuklären, bevor es an das Fällen von Bäumen geht. Die Kommunen erteilen Ausnahmegenehmigungen, sofern ein wichtiger Grund vorliegt. Die Naturschutzbehörden der Kommunen erteilen die Genehmigungen, wenn eine Gefahr oder eine Belästigung von einem Baum ausgeht.

Ein Grund ist unter anderem, wenn eine Baumaßnahme ohne das Fällen nicht möglich ist. Für Bäume, die unter Denkmalschutz stehen, gelten strengere Maßstäbe. Darüber entscheidet die Denkmalbehörde. In der Regel ist Fällen nur erlaubt, wenn eine Gefahr vom Baum ausgeht. Je nach Art des Grundes erlauben die Kommunen das Fällen entweder zu jeder Jahreszeit oder nur in den Wintermonaten. 

Besteht Gefahr, dass der Baum Personen oder Sachen schädigt, ist außerdem das Ordnungsamt ein guter Ansprechpartner. Dieses kann das Fällen anordnen. Bei einer unmittelbaren Gefahr, zum Beispiel bei Sturm, ist der Katastrophenschutz zuständig. Dieser fällt den Baum sofort.

Baum fällen: was kostet es?

Diese und viele weitere Fragen beantworten wir auf unserer Themenseite rund um die Baumfällung.

Die beste Zeit, um Brennholz zu schlagen

Ende Februar schießt bei den Bäumen der Saft in die Stämme. Holz, das nach dem Safteinschuss geschlagen wird, braucht länger zum Trocknen als Holz, dass im Winter gefällt wurde. Anfang März enthält das Holz der Bäume außerdem viel Wasser, es braucht lange zum Trocknen.

Erst ab Ende Oktober nimmt der Wassergehalt stark ab. Die beste Zeit für die Brennholzernte ist die Zeit zwischen Oktober und Februar. Von daher ist es sinnvoll, unabhängig von der Gesetzeslage Holz im Winter zu fällen.

Maßnahmen, die zu jeder Jahreszeit erlaubt sind

Das schonende Schneiden von Bäumen, der sogenannte Form- und Pflegeschnitt des Zuwachses der Bäume, ist immer erlaubt. Ebenso dürfen Schnitte, die der Gesunderhaltung von Bäumen dienen, zu jeder Jahreszeit erfolgen. Dies ist ausdrücklich im Bundesnaturschutz im § 39 festgehalten. Damit steht einem normalen Schnitt von Hecken und Bäumen nichts im Wege.

Was bei den Arbeiten zu beachten ist

Baumfällarbeiten sind gefährlich und bedürfen fachkundiger Durchführung. Für kleinere Bäume reicht eine Axt oder eine Handsäge, ansonsten ist eine Kettensäge nötig. Um die Richtung, in die der Baum fällt, zu beeinflussen sind Seile wichtig. Keile verhindern, dass sich ein Schnittnaht schließt und das Werkzeug einklemmt. Der Einsatz von Motorsägen ist auf dem eigenen Grundstück ohne Qualifizierungsnachweis für private Selbstwerber von Brennholz, wie der Motorsägenschein offiziell heißt, erlaubt. Die meisten Waldbesitzer und Staatsforste bestehen auf die Vorlage des Scheins.

Zur eigenen Sicherheit sollte niemand auf Schutzkleidung verzichten und auf keinen Fall in Gehölze schneiden, die unter Spannung stehen. Letzteres ist in der Regel der Fall, wenn sich zwei Bäume ineinander verhakt haben. 

Beim Fällen ist darauf zu achten, dass sich im Bereich von mindestens zwei Baumlängen niemand aufhält. Die Arbeiten sind genau zu planen. Der Baum darf weder auf Gebäude noch auf andere Bäume fallen. Dabei sind die Form des Baumes und die Windrichtung zu beachten. Bei Bäumen mit weit ausladenden Kronen besteht die Gefahr, dass sich Äste in benachbarten Bäumen verfangen. Die weiteren Arbeiten sind extrem gefährlich, da das Holz unter Spannung steht.

Generell ist der Februar der letzte Monat vor dem Frühjahr und dem Sommer, in dem Fällen sinnvoll ist. Wer den Termin versäumt, kann erst im Herbst Holz ernten. Dieses ist im nächsten Winter als Brennholz geeignet.

Tags:
Gewerke:Garten- und Landschaftsbauer

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