Balkone aus Beton sind Bauvorhaben von nicht zu unterschätzenden Kosten.
Schritt für Schritt

Balkon aus Beton bauen - aber wie?

Autor:
Redaktion

Ein Balkon aus Beton lässt sich auch nachträglich zum Hausbau anbauen. Das aber nur in Zusammenarbeit mit den richtigen Fachleuten.

1. Rechtliche Seite - Genehmigungspflicht beim Balkonbau

Balkonanbauten sind genehmigungspflichtig, da sie das Bebauungsbild verändern. Daher führt das Bauvorhaben den Bauherrn zuerst zur Gemeinde. Im Bauamt erkundigt er sich vor dem Bauen über die Zulässigkeit. Wenn er nicht anbaut, sondern den Balkon in einem Atemzug mit dem Hausbau andenkt, muss er sich hier sowieso vorstellen. Das kann zunächst telefonisch erfolgen. Später muss er dem Amt den fertigen und statisch geprüften Bauplan vorlegen. 

2. Planungsseite - Stützen oder Isokorb für den Balkon? 

Ein Laie sollte Balkonkonstruktionen nicht in Eigenregie planen, sondern mit einem Profi zusammenarbeiten. Laien sind nicht zur Baueingabe berechtigt. Die verlangt aber das Bauamt. Die Kosten für den eingabeberechtigten Planer oder Architekten belaufen sich auf etwa zehn Prozent des Bauwerts.

Während der Zusammenarbeit mit dem Bauplaner trifft der Bauherr vor allem die Entscheidung zwischen Stützen- und Isokorbkonstruktion. Balkone sind in der Regel in einer oberen Geschossdecken verankert. Im ersten Fall helfen Betonpfeiler der Geschossdecke dabei, den Anbau zu tragen. Isokörbe ermöglichen dagegen die freie Montage, da man sie über Bohrlöcher in die Decke einsetzt. Ob beide Varianten theoretisch möglich sind, entscheidet ein Fachmann.

3. Statische Seite - Tragfähigkeitsprüfung

Der Bauwillige muss die Beschaffenheit der tragenden Geschossdecke unter die Lupe nehmen. Ein Baustatiker übernimmt diese Aufgabe. Nur er kennt sich mit den beschaffenheitsbedingten Anforderungen gut genug aus, um die Tragfähigkeit sicherzustellen. Auch das Balkongeländer muss der Profi statisch berechnen.

Zur preislichen Einordnung: Die statische Begutachtung und Planung eines Einfamilienhauses kostet etwa 2000 Euro. Wer den Statiker nur wegen des Balkons holt, muss mit einigen hundert Euro rechnen.

4. Fundamentseite - Schritt für Heimwerker

In Zusammenarbeit mit Statiker und Bauplaner hat sich der Bauherr für eine Balkonart entschieden. Da ein Balkon aus Beton äußerst schwer ist, fällt diese Entscheidung meist gezwungenermaßen auf Pfeilerkonstruktionen. Bei solchen steht jeder Pfeiler auf einem Betonfundament. Dabei kann es sich um Streifen- oder Punktfundament handeln. Der Bauherr kann diesen Schritt gemäß des Fundamentplans selbst übernehmen.

Um die Fundamente zu bauen, braucht er Schaufel, Spaten, Schubkarre, Baueimer, Betonmischer, Zollstock, Wasserwaage und Schnur, sowie Richtlatte. Als Materialien benötigt er Kies für die Sauberkeitsschicht, Stahl-Bewehrung laut Fundamentplan, Beton, Wasser und eine Folie. Über das genaue Vorgehen erkundigt er sich bei den Profis.

5. Gießen - Eigenregie oder Fertigbalkon?

Wie das Fundament, lässt sich auch der Balkonkörper teils vom Bauherrn gießen, sofern er die oben genannten Materialien besitzt. Aber Vorsicht: Oftmals ist die Anschaffung eines fertigen Betonkörpers die bessere Variante. Gerade Balkone gibt es als Fertigbetonformen, die schon mit Geländer, Schalung und Gefälle für den Regenablauf versehen sind.

Um einen Balkon aus Beton formecht und exakt zu gießen, braucht der Heimwerker unter Umständen eine Gießform, die er einölt, um das Objekt herauslösen zu können. Dieser Aufwand lohnt sich nur selten. Ob das Gießen in Eigenregie überhaupt gelingt, sei dahingestellt.

6. Montage - Profis bauen lassen

Um die fertig gegossenen Teile an der Geschossdecke anzubringen, fallen eventuell Umbaumaßnahmen an. Solche sollte ausschließlich die Baufirma realisieren. Mit Montage kostet ein Fertigbalkon etwa 3000 Euro. Umbaumaßnahmen kosten in der Regel extra, sodass der Bauherr gut mit 4000 Euro zu rechnen hat. 

7. Gestaltung - Plexiglasvarianten

5000 Euro hat der Balkonanbau leicht gekostet. Den letzten Schritt kann der Heimwerker aber wieder selbst übernehmen: Die Gestaltung. Häufig bietet sich in dieser Hinsicht Glasbau an, da so für Blick-, Wind- und Wetterschutz gesorgt ist. Plexiglaselemente lassen sich auf dem neuen Balkon montieren und in Szene setzen, um das Betonstück optisch und funktional aufzuwerten.

Anbaubalkon statt aus Beton lieber aus Holz oder Stahl

Anders als günstigere Balkonkonstruktionen als Holz- oder Stahl-Bausatz, überfordert ein Balkon aus Beton den Heimwerker. Daher immer Fachleute hinzuziehen.

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Diese und viele weitere Fragen beantworten wir im Preisradar rund um das Thema Balkon anbauen.

Tags: BalkonHausbau
Gewerke:Betonstein- und Terrazzohersteller

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