Bisher hat der Klimawandel keinen Einfluss auf Schäden an Gebäuden mit solider Bauweise
Ratgeber

Bauschäden durch Klimawandel?

Autor:
Redaktion

Wetterextreme gefährden Häuser, die ohnehin kleinere Mängel haben. Eine Studie zeigt, dass Häuser mit solider Bauweise unwetterbeständig sind.

Jedem, der aufmerksam das Wetter beobachtet, ist klar, dass es heutzutage mehr Starkregen, Sturm, Hagel und extreme Schneefälle gibt, als dies noch vor 30 Jahren der Fall war. Die extremen Wettersituationen nehmen zu, aber haben die Klimaveränderungen auch schon Auswirkungen auf Schäden an unseren Häusern?

Es gibt Entwarnung: Bisher hat der Klimawandel keinen größeren Einfluss auf Häuser, ist also im Normalfall nicht für Bauschäden verantwortlich. Dies hat eine Studie (Bauschäden durch Klimawandel – Juli 2018), die vom Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) und der VHV-Versicherung in Auftrag gegeben wurde, herausgefunden.

Solide Bauweise deutscher Häuser schützt vor Unwetterschäden

Für gewöhnlich sind Wohngebäude in Deutschland sehr solide gebaut und deshalb vor den meisten Unwetterereignissen geschützt. In Ausnahmefällen kann es dennoch zu Schäden kommen, wie dies beispielsweise beim Sturm Kyrill im Jahre 2007 und Xynthia im Jahre 2010 der Fall war.

Ziel der Studie war es, herauszufinden, ob sich der Klimawandel im Bereich Bau bereits bemerkbar macht. Hierzu wurden die Schadensdaten der Gebäudeversicherung der VHV herangezogen.

Das Institut für Bauforschung (IFB) untersuchte, wie sich das Wetter in den letzten 15 Jahren entwickelt hat. Dabei kam heraus, dass die Schadenhäufigkeit und der Durchschnitt der Schadenhöhe keine direkten Rückschlüsse auf den vorhergesagten Klimawandel zeigen.

Aber die Ergebnisse zeigen, dass vor allem die Starkregen- und Flutereignisse in Deutschland den Durchschnitt der Schadenhöhe in Zukunft nach oben treiben werden.

Unwetterereignisse unterscheiden sich von Region zu Region

Die Wahrscheinlichkeit, von Unwetter konfrontiert zu werden, ist von Region zu Region unterschiedlich. In Nordrhein-Westfalen stürmt und regnet es häufiger stark, während es in Bayern oder Baden-Württemberg häufiger zu starkem Hagel oder viel Schneelast auf den Dächern kommen kann. Im Osten Deutschlands gibt es wiederum die häufigsten Schäden durch Überschwemmungen.

Wie die Zukunft in Bezug auf das Wetter aussehen wird, lässt sich nicht vorhersehen. Aber die Studie macht auf ein gewisses Gefährdungspotential aufmerksam. Der Geschäftsführer des Bauherrenschutzbundes, Florian Becker, rät Hausbesitzern gegen Unwetterschäden vorzusorgen. Schadensarten, die bereits bekannt sind, lassen sich durch planerische und bauliche Maßnahmen verhindern. Hausherren sollten die Planung ihres Bauvorhabens auf die typischen Unwetterschäden in ihrer Region abstimmen.

Die meisten Unwetterschäden werden durch Mängel am Bau verursacht

Außerdem, so die Erfahrungen der Versicherer, werden Schäden durch Unwetter häufig durch Mängel am Bau verursacht. Deshalb sollten Neubauten immer von einem Bausachverständigen auf ihren Unwetterbestand überprüft oder von einem Bauherrenberater durch eine baubegleitende Qualitätskontrolle begleitet werden.

Wer seine bereits vorhandene Immobilie regelmäßig auf vorhandene Mängel prüfen lässt, ist meist auf der sicheren Seite. Außerdem ist eine Versicherung gegen Elementarschäden in jeder Region Deutschlands ratsam. Aber Achtung: Eine Immobilie, die in einem Hochwassergebiet steht, lässt sich nicht immer gegen diesen Elementarschaden versichern. Dies gilt es vor dem Immobilienkauf zu prüfen.

Die Studie über Bauschäden durch Klimawandel lässt sich bei den VHV-Versicherungen als PDF zum Nachlesen herunterladen.

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