Weihnachtsfeier: Das Finanzamt feiert mit
Ratgeber

Betriebsweihnachtsfeier: Achtung, Finanzamt feiert mit

Autor:
Redaktion

Das Jahr neigt sich dem Ende, die Weihnachtsfeier steht an. Achtung: Es greifen die strengen steuerlichen Regelungen einer Betriebsveranstaltung.

Bei der Ausrichtung einer betrieblichen Weihnachtsfeier dürfen die Kosten pro Arbeitnehmer nicht über 110 Euro liegen, ansonsten drohen nachteilige lohnsteuerliche und umsatzsteuerliche Konsequenzen.

110-Euro-Grenze in der Kostenkalkulation der Feier berücksichtigen

Bei der 110-Euro-Höchstgrenze handelt es sich um einen Bruttowert. Ist dieser pro Kopf höher, muss der Arbeitgeber Lohnsteuer abführen und der Vorsteuerabzug geht verloren.

Je nachdem ob der Arbeitgeber die Lohnsteuer oder die Vorsteuerkürzung ermittelt, gelten die folgenden Grundsätze:

Handelt es sich um die Lohnsteuer, ist der 110-Euro-Höchstbetrag als Freibetrag zu behandeln. Wenn die Kosten der Weihnachtsfeier also pro Kopf bei 150 Euro liegen, muss der Arbeitgeber für die übersteigenden 30 Euro die Lohnsteuer an das Finanzamt abführen.

Bei der Umsatzsteuer geht es um die Freigrenze. Wenn der Höchstbetrag pro Kopf überschritten wird, entfällt der Vorsteuerabzug auf die gesamten Aufwendungen.

Laut Finanzamt gilt die Anzahl der teilnehmenden Gäste

Das Finanzamt ermittelt die Kosten pro Kopf indem es die Gesamtkosten durch die Anzahl der teilnehmenden Gäste teilt. Es gelten dabei nur die anwesenden, nicht die eingeladenen Gäste. Nehmen Begleitpersonen teil, werden den Arbeitnehmern die Kosten für ihre Begleitperson zugerechnet.

Betriebsinhaber sollten die Weihnachtsfeier also so kalkulieren, dass die Teilnehmer unter der 110-Euro-Grenze bleiben.

Übrigens: Es gehören wirklich nur die reinen Kosten des Abends in die Berechnung des Finanzamts. Es geht nicht um die Gesamtaufwendung, wie beispielsweise die Lohnkosten der Mitarbeiter, die für die Vorbereitung abgestellt wurden.

Was ist, wenn zu viele geladene Gäste absagen?

Es ist für den Arbeitgeber schwierig zu kalkulieren, wie viele der geladenen Gäste auch wirklich kommen. Deshalb hat das Finanzgericht Köln in einem Streitfall festgelegt, dass stets die Anzahl der geladenen Gäste herangezogen werden sollte (Urteil v. 27.6.2018, Az. 3 K 870/17).

Bei nachteiligem Lohnsteuerhaftungsbescheid Einspruch einlegen

Wegen dieses Urteils lohnt es sich für Arbeitgeber, die sich aufgrund der tatsächlich erscheinenden Gäste verkalkuliert haben, Einspruch beim Finanzamt einlegen. Dies mit Hinweis auf den Musterprozess zu dieser Angelegenheit. Dank dieses Prozesses kann ein Ruhen des Verfahrens beantragt werden (BFH, Az. VI R 31/18).

Also erst einmal abwarten, ob der Bundesfinanzhof das Urteil des Finanzgerichts Köln bestätigt, bevor man unnötig tief in die Tasche greifen muss.

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