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Bin ich Klempner von Beruf?

Autor:
Redaktion

Keine Berufsbezeichnung ist so überholt und missverstanden: Wer Klempner sagt, meint heute eigentlich Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik.

Für Reinhard Mey war der Fall klar, als er sang „Ich bin Klempner von Beruf“. Doch der Liedermacher lag falsch. Denn in seinem berühmten Chanson von 1974 parodierte er die Tätigkeiten von Gas- und Wasser-Installateuren. Korrekter drückte sich Heinz Erhardt aus. Der Komiker witzelte über die Arbeit eines Klempners: „Was er morgens klemmt, verlötet er abends“.

Woher stammt eigentlich die Bezeichnung Klempner?

Klempner kommt möglicherweise von klampen für klemmen und fest verbinden. Wahrscheinlicher aber von klempern für Blech hämmern. Ein Klempner schmiedet und verarbeitet nämlich Blech. Man spricht auch vom Blechschmied, in Süddeutschland vom Spengler. Diese Form von Klempner gibt es bis heute: Sie bauen und verschweißen Dachrinnen und Lüftungsanlagen oder verkleiden Fassaden mit Blech. In Bayern nennen sich Kfz-Karosseriewerkstätten Autospenglerei.

Mit der Industrie kam der Installateur

Die Verwechslung hat Gründe. Tatsächlich kümmerten sich Klempner bis ins 19. Jahrhundert um die noch rudimentäre Haustechnik. Sie bauten unter anderem individuelle Rohre. Dann aber kamen industriell gefertigte Eisen- und Kupferleitungen, Armaturen, Heizungen, Waschbecken, Toiletten und Badewannen auf. Mit ihnen spaltete sich der Beruf des einbauenden Installateurs vom Beruf des herstellenden Klempners ab. Wer einen tropfenden Wasserhahn oder defekten Spülkasten hat, sollte keinesfalls den Klempner rufen!

Heutiges Fach-Know-how für Wärme und Hygiene

Seit Jahrzehnten kennen wir die korrekteren Bezeichnungen: Sie lauten Sanitär- oder Gas- und Wasser-Installateur, auch Heizungsbauer. Der offizielle Ausbildungsberuf heißt im 21. Jahrhundert Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, abgekürzt SHK. Doch wie fast alle modernen Handwerksberufe weist auch dieser längst Spezialisierungen auf.

Die aktuellen Ausbildungsschwerpunkte:

  • Umwelttechnik
  • Gas- und Wassertechnik
  • Klimatechnik

Von Klimatechnikern erwarten Kunden Systemlösungen – unter anderem für sparsames, ressourcenschonendes und immer häufiger auch smartes Heizen. Ein Umwelttechniker befasst sich besonders stark mit Zukunftsthemen wie regenerativen Energien in Haushalt und Gebäuden.

Den Gas- und Wassertechniker braucht jeder für sein Bad und seine Küche. Besonders sensibel und sicherheitsrelevant sind die Installation und Wartung von Gasanlagen.

Technikerinnen auf dem Vormarsch

Wie anspruchsvoll die Berufsfelder sind, zeigt schon die Ausbildungszeit: Ein SHK-Azubi lernt dreieinhalb Jahre lang dual in Betrieb und Berufsschule. Übrigens: Die Männerdomäne wankt auch in dieser Branche langsam, aber spürbar. Bei Frauen wird SHK immer beliebter. Die Meisterinnen ihres Fachs sind längst keine Ausnahme mehr!

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