Bis zu 80 % weniger CO2-Ausstoß für die gleiche Energieleistung – dies versprechen die Anbieter.
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BioLPG: Gas wird grün

Autor:
Redaktion

Im Herbst 2018 kommt BioLPG auf den Markt: das erste rein regenerativ erzeugte Flüssiggas. Mit BioLPG werden Gasheizungen von Klimakillern zu Klimaschützern.

Das Kürzel LPG macht die Runde. Erinnerungen an die DDR? Keineswegs. LPG steht nicht mehr für Landwirtschaftliche Produktions-Genossenschaften, quasi Kolchosen.  Das heutige Kürzel bedeutet Liquified Petroleum Gas, sprich Flüssiggas. Bisher fiel es ausschließlich als Nebenprodukt bei der Erdgasförderung und -verarbeitung aus Propan, Butan und anderen Stoffen an. In vielen vor allem ländlichen Gebieten ohne Anschluss ans Erdgasnetz heizte und heizt es Wohnungen. Zudem treibt es Automotoren und Industrieanlagen an.

Flüssiggas – bisher nur fossiler Energieträger

Ein Vorteil des Flüssiggases für Heizungen: Im sogenannten Vollkostenvergleich bietet es meist Preisvorteile gegenüber vergleichbar leistungsstarken Heizöl- oder Pelletsystemen. Der Nachteil: Es war ein rein fossiler Energieträger und damit grundsätzlich klimaschädlich – bisher. Das neue BioLPG ist biogenes Liquified Petroleum Gas – ein weiteres Produkt im Portfolio der erneuerbaren Energieträger. Die Anwendungen sind dieselben, der Vorteil heißt Nachhaltigkeit und Umweltschutz.

Das neue LPG ist biogen. Was bedeutet das?

Etwa 60 %  der Inhaltsstoffe des biogenen Flüssiggases stammen aus Abfällen oder Reststoffen der Industrie. Sie werden nicht mehr entsorgt oder verbrannt, sondern energetisch genutzt. Zu rund 40 % stammt BioLPG aus Ölen von Pflanzen wie Palmen, Nüssen, Soja oder Raps, sprich, nachwachsenden Rohstoffen. Zukünftig sollen zur Produktion des grünen Gases auch Algen in Tanks gezüchtet werden, welche große Mengen an CO2 aus der Luft filtern. Forschungen laufen auch für die energetische Verwertung von Heu oder Holzabfällen.

Heizgas aus Abfällen und nachwachsenden Rohstoffen

Das biologische Flüssiggas schont nicht nur die endlichen fossilen Ressourcen. Es verringert den CO2-Ausstoß und absorbiert das Umweltgift in Zukunft sogar, wenn die Algentanks zum Einsatz kommen. Zudem soll die Verbrennung nahezu schadstofffrei erfolgen. Bis zu 80 % weniger CO2-Ausstoß für die gleiche Energieleistung – dies versprechen die Anbieter. Bauliche Änderungen sind für Hausherren nicht nötig: Das neue BioLPG ist in Form von Gaskartuschen im Einzelhandel erhältlich.

Zukunft für Nachhaltigkeit

Die Ära des BioLPG hat gerade begonnen: Kürzlich eröffnete die weltweit erste Produktions-Anlage für das „grüne Gas“ in Rotterdam. Der erst deutsche Anbieter ist der Krefelder Flüssiggas-Versorger Primagas. Es ist zu erwarten, das BioLPG gesetzlich anerkannt und finanziell gefördert wird – als eine weitere Möglichkeit zum Erreichen der Klimaziele. Und diese lauten unter anderem: Bis 2050 sollen alle Bestandsgebäude klimaneutral sein.

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