Ohne Hexenschuss in den Gartensaison starten: Blumenerde mehrmals verwenden.
Ratgeber

Blumenerde aus dem Vorjahr recyceln

Autor:
Pauline Schneider

Naht der Sommer, heißt es wieder Erde in die Beete schleppen. Doch muss das sein? – Tipps, wie der Boden nicht nur für eine Saison die Blumen nährt.

Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres erwachen alle Hobby-Gärtner schlagartig aus dem Winterschlaf. Es wird Zeit die Beete fit für den Sommer zu machen. Da Blumenläden und Gartenmärkte sich jetzt wieder mit bunten Pflanzen füllen, kann die Arbeit beginnen.

Häufig stellt sich der ein oder andere dann die Fragen: Lässt sich die Erde aus dem Vorjahr wiederverwerten? Sind die Nährstoffe aufgebraucht oder haben sich eventuell Krankheitserreger eingenistet? Beantworten lassen sich diese Fragen allerdings nicht pauschal. Es kommt ganz darauf an, um welche Art von Pflanze es sich handelt und wie gut sich im vergangenem Sommer um den Boden gesorgt wurde.

Topfpflanzen für den Balkon

Besonders für Stadtbewohner bedeuten Blumenkästen ein kleines Stück Natur im eigenen Zuhause. Das leuchtende Gelb oder Blau einer Balkonpflanze bringt etwas Farbe in die graue Betonwüste und etwas Sommer-Flair in die eigenen vier Wände. Doch gerade sie müssen den frischen Boden aus dem Baumarkt nach Hause und wohlmöglich noch in den vierten Stock eines Mehrfamilienhauses hieven.

Doch damit die Blumen auch so aussehen wie gewünscht, ist das leider nötig. Bei Balkonpflanzen ist das jährliche Auswechseln empfehlenswert. Durch die beengten Kultursysteme in den Kübeln werden der Erde besonders viele Nährstoffe entzogen und das viele Gießen erhöht den Salzgehalt. Außerdem sind oft schädliche Keime in der Erde vorhanden, die die neu angepflanzten Blumen angreifen.

Aus diesen Gründen ist es gerade bei Kübelpflanzen enorm wichtig, dass die Erde ein Substrat mit genügend Wasser- und Luftkapazität enthält. Hat sie sich schon eine Saison lang um das Wohlergehen ihrer Sprösslinge gekümmert, kann sie diese Eigenschaften in der Regel nicht mehr aufweisen.

Beet- und Gemüsepflanzen im Garten

Auch in Beeten wachsen Pflanzen dicht beieinander und die Erde muss somit über genügend Nährstoffe verfügen. Gerade bei der Aufzucht sind kleine Pflänzchen auf viel Nahrhaftes angewiesen, damit sie schnell zu Kräften kommen. Dem Boden zwei Jahre in Folge, ohne Dünger oder andere Hilfsmittel, eine reiche Ernte zuzutrauen, ist nicht ratsam.

Doch die komplette Ladung auszutauschen ist in der Regel nicht nötig. Sind alte Pflanzenreste weitestgehend entfernt und die Erde durch etwas Dünger angereichert oder mit nährstoffhaltiger Komposterde vermischt, gedeihen Obst und Gemüse problemlos.

Kleiner Tipp: Wird die Erde mehrere Jahre hintereinander verwendet, unbedingt darauf achten, keine Gemüsesorten derselben botanischen Familie nacheinander an den gleichen Platz zu pflanzen. Sonst nisten sich leicht Keime ein und die nachfolgende Kultur droht früh zu verkümmern.  

Erde aufbereiten

Auf zwei Dinge muss geachtet werden, um eine möglichst große Menge an Erde wiederzuverwenden. Sie muss gut durchlüftet sein und zu jedem Zeitpunkt mit genügend Nährstoffen versorgt sein.

Die Blumenerde aus dem Fachhandel verändert nach einer Saison oft die Struktur, wird luftundurchlässig und fällt in sich zusammen. Dadurch bekommen die Wurzeln im Folgejahr nicht ausreichend Sauerstoff. Eine Gründüngung oder reifer Kompost lockern den Boden auf und verhindern diesen Prozess allerdings sehr zuverlässig.

Bei einer Gründüngung werden vor dem Winter zum Beispiel Klee oder Lupinen gesät, da sie den Boden nähren. Pflanzen wie Roggen oder Wicke hingegen werden gesetzt, da ihre langen Wurzeln dafür sorgen, dass der Boden locker bleibt.   

Auch mit Hilfe diverser Langzeitdünger lässt sich Beet- und Topferde aufbereiten. Hornmehl, Kompost sowie Schafwolle- oder Pferdemistpellets eignen sich besonders gut, um eine Neubepflanzung erfolgreich zu meistern.

Alte Blumenerde entsorgen

Hat die Blumenerde dank guter Pflege nun schon einige Jahre gedient, ist irgendwann die Zeit gekommen sie zu entsorgen. Auch in der Stadt gibt es bessere Möglichkeiten als den Hausmüll, sich von der alten Erde zu trennen.

Gibt es im Haus eine Biotonne, ist sie ein geeigneter Ort. Wer nicht über die Möglichkeit verfügt, fragt beim örtlichen Abfallamt nach Standorten sogenannter Grüncontainer. Auch einige Friedhöfe stellen Tonnen öffentlich zu Verfügung, um Überreste der Gartenarbeiten beseitigen zu können. 

Tags:
Gewerke:Garten- und Landschaftsbauer

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