Noch vor dem ersten Frost muss der Garten für den Winter vorbereitet werden
Ratgeber

Blumenpflege im Herbst

Autor:
Redaktion

Für Gartenbesitzer beginnt die zweite Blumenpflege im Herbst. Auch Beete, Rasen und Gehölze müssen sorgsam auf den Winter vorbereitet werden.

Gartenarbeiten im Herbst

Beginnt der Herbst, neigt sich die Gartensaison dem Ende entgegen. Jetzt gibt es alle Hände voll zu tun, um den Garten auf den Winter vorzubereiten. Durch die Blumenpflege in dieser Jahreszeit legen Gartenbesitzer der Grundstein für das kommende Jahr. Außerdem sind die Herbsttage die richtige Zeit für die Obst- und Kürbisernte. Auch Beeren wie Sanddorn, Herbsthimbeeren, Holunder und Hagebutten sind zum Pflücken bereit. Gemüseliebhaber säen neuen Feldsalat sowie Rettich und ernten die letzten Kräuter. 

Nach dem Laubfall ist gerade die Herbstzeit die beste Gelegenheit, Büsche und kleine Bäume umzupflanzen. Oft stellt sich später heraus, dass die Standortwahl die verkehrte war. Allerdings ist zu beachten, dass die Gewächse nicht länger als fünf Jahre an ihrem Standort stehen sollen. Je länger Bäume eingewurzelt sind, umso länger sind ihre feinen Wurzeln von den Stämmen entfernt.

Das ausgegrabene Wurzelwerk besitzt oft nur noch Haupt- und Nebenwurzeln, mit denen es keine Feuchtigkeit aufnehmen kann. Beim Umsetzen gilt es, die Pflanze möglichst großzügig auszugraben, um alle wichtigen Feinwurzeln mitzunehmen. Werden nach dem Einpflanzen die Triebe geschnitten, kann der Wurzelballen das Gewächs besser mit Nährstoffen versorgen.

Auch Neupflanzungen von Beerensträuchern und Obstbäumen kann der Hobbygärtner noch mit ruhigem Gewissen vornehmen. Beispielsweise ist für Rosen, Stauden, Sträucher, Blütengehölze sowie Blumenzwiebeln die ideale Pflanzzeit vor dem ersten Frost. Wer im nächsten Frühjahr früh Tulpen und Narzissen haben möchte, setzt sie doppelt so tief in die Erde, wie die Blumenzwiebeln groß sind.

Staudenpflanzen und Rosenbüsche kommen gut gewässert zusammen mit Kompost - am besten wurzelnackt - in ein ausreichend großes Pflanzloch. Durch die Sommer- und Herbstsonne ist der Boden noch warm und Regengüsse versorgen die Erde mit genügend Feuchtigkeit. So haben die Pflanzen Zeit bis zum Frühling Wurzeln zu bilden und sich an den Platz zu gewöhnen.

Blumenpflege vor dem Überwintern

Mehrjährige Blühstauden wie Enzian, Anemone, Lilien und Rittersporn sind bodennah herunterzuschneiden. Wann die jeweilige Staude einen Schnitt benötigt, lässt sich an ihren Stängeln erkennen. Werden diese gelb und neigen sich, ist es an der Zeit, sich der Blumenpflege zu widmen. Da sich jetzt die Pflanzensäfte in die Wurzeln zurückziehen, kann sie ohne einen Schnitt verfaulen.

Noch vor dem ersten Frost sind Begonien, Gladiolen und Dahlien auszugraben, damit sie nicht erfrieren. Dahlienknollen bleiben zum Trocknen drei Tagen liegen und anschließend sind die Stile auf zehn Zentimeter zu kürzen. Hingegen brauchen Knollenbegonien runde vier Wochen, um abzutrocknen. Eingeschlagen im trocknen Torf, Sägespäne oder Zeitungspapier überwintern die Knollen in einem dunklen aber frostfreien Kellerraum. Gladiolen sind zu bündeln und kühl aufzuhängen.

Bei empfindlichen Rosenbüschen kann sich der Hobbygärtner mit dem Schneiden gedulden, bis sich die ersten Nachtfröste ankündigen. Durch einen beherzten Schnitt verringert sich das Risiko einer Pilzinfektion enorm. Danach ist der Mutterboden bis über die Veredelungsstellen rundherum anzuhäufen. Die Kronen von Hochstammrosen bekommen einen Mantel aus Sackleinen, Vlies oder Jute.

Auch Kübelpflanzen kommen im Herbst ins Winterquartier. Vor dem Einräumen ist nochmals zu prüfen, ob diese frei von Schädlingen und gesund sind. Topfpflanzen, welche ohne Laub überwintern wie das Mandelröschen, sind kräftig zurückzuschneiden. Oliven- und Zitrusbäumchen sind trotz ihrer südländischen Herkunft robust. Bei ihnen reicht es, sie warm mit Vlies einzupacken, solange die Temperaturen nicht in zweistellige Minusgrade gehen.

Sträucher, Hecken und Bäume schneiden

Damit Sträucher im Frühjahr dichtere Blätter ausbilden und fleißiger austreiben, ist es ratsam, sie stark zu kürzen. Das durchschnittliche Maß liegt circa bei einem Viertel ihrer Größe. Einige drei Meter hohe schnell wachsende Büsche lassen sich sogar auf Kniehöhe schneiden, bei anderen ist Vorsicht geboten. Weigelie, Deutzien, Rhododendron, Forsythie und Bauernhortensien, entwickeln im Herbst neue Blütenansätze - wer sie angeht, schneidet zukünftige Blüten ab.

Beim Rückschnitt an Bäumen sind alle toten Äste und schadhafte Stellen zu entfernen. Um einen dichten kompakten Wuchs anzuregen, ist anschließend ein großzügiges Einkürzen der Astenden ratsam. Werden Stämme von Obstbäumen mit Leimringen versehen, halten sich Schädlinge wie Blutläuse und Frostspanner fern. Um die Rinden vor Frostrissen zu schützen, kann der Gärtner die Baumstämme mit einem Winterfleece oder Kalkanstrich versehen.

Auch Hecken brauchen eine Pflege und verlangen einen Herbstschnitt. Allerdings ist beim Heckenschnitt darauf zu achten, dass in wintergrünen Gehölzen keine Löcher entstehen. Diese wachsen in den Wintermonaten nicht zu und sehen im Frühling zunächst kahl aus. Zudem ist das Laub, das unter und auf der Hecke liegt, wegzuräumen, ansonsten kann sie faulen. 

Jetzt wird das Baumlaub, alle Strauchabschnitte zusammengeharkt und der Rasen zum letzten Mal gemäht. Das folgende Vertikutieren - zuerst in Längsrichtung, dann quer - befreit die Grünfläche von Moos und Wurzelfilz. Hinterher macht ein Kalidünger das Grün resistenter gegen die Winterkälte. 

Letzte Arbeiten vor der Winterruhe

Je nach Sorten bleiben Gräser am besten stehen, sie bilden einen attraktiven Blickfang im sonst tristen Wintergarten. Damit die Ziergräser nicht unter der Schneelast brechen, ist ein Zusammenbinden hilfreich. 

Und was passiert mit dem Herbstlaub und Reisig? Gemüse- und Staudenbeete sind dankbar über eine Schicht gefallener Blätter. Etwas Reisig verhindert, dass Herbststürme den Pflanzenschutz auseinanderreißen. Auch unter Hecken und Sträuchern leisten Laubschichten einen guten Frostschutz. Außerdem verbessert Laub die Bodenqualität und ein großer Teil ist bis zum Frühling fruchtbarer Humus.

Rasenmäher und Gartengeräte überwintern

Ein gut aufgeräumter Garten ist kein Hexenwerk, wenn sich der Besitzer an die wichtigsten Grundregeln hält:

  • Neue Obstbäume und Sträucher anpflanzen oder umsetzen.
  • Büsche, Bäume, Hecken und alle Staudenbeete zurückschneiden und mit Laub sowie Reisig bedecken.
  • Stammrosen und andere frostempfindliche Hochstämme durch Hauben schützen.
  • Je nach Pflanzenart Kübelpflanzen ins Haus holen oder in Vlies einwickeln. Gegebenenfalls Kübel eingraben.
  • Knollengewächse ausgraben und kühl aufbewahren und neue Blumenzwiebeln stecken.
  • Rasen mähen, vertikutieren sowie geeigneten Herbstdünger auf diesen und Beete aufbringen.
  • Im Gemüsegarten Rettich, Knoblauch, Salat und winterharten Kohl pflanzen.
  • Den Kräutergarten abernten und restliche Kräuter schneiden.
  • Gartenmöbel abdecken oder einlagern und hochwertige Holzmöbel ölen.
  • Alle Wasserleitungen, welche in den Garten führen, abstellen, damit die Rohre nicht platzen. 
  • Aus Springbrunnen und Regentonnen das Wasser ablassen, um Frostschäden zu vermeiden.  

Bevor es ans Ausruhen von der Gartenarbeit geht, kann sich der Gartenbesitzer noch einmal bei der Blumenpflege austoben. Danach sind Gartengeräte und Rasenmäher frostfrei im Geräteschuppen einzulagern. Hier warten sie dann gesäubert und geölt auf den nächsten Einsatz. Im Frühling heißt ihn dann ein gesunder und bestens vorbereiteter Garten auf das Allerherzlichste willkommen!

Tags: Gartenpflege
Gewerke:Garten- und Landschaftsbauer

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