Eine gute Lösung: Das Dach des Carports wird zur Tankstelle des Elektroautos
Ratgeber

Carport: Mehr als nur Herberge fürs Auto

Autor:
Redaktion

Findige Hausbesitzer wissen den Carport vielseitig zu nutzen. Wer die Ideen umsetzen will, muss aber Bauvorschriften berücksichtigen.

Generelles zur Nutzung des Carports

Einzelcarport und Doppelcarport sowie Garagen sind Gebäude, die im Zusammenhang mit einer konkreten Nutzung, dem Unterstellen von Fahrzeugen, nicht genehmigt werden müssen. Der Bau ist aber beim Bauamt anzuzeigen.

Die Bauten stehen in der Regel außerhalb der Baugrenzen des Grundstücks und unterliegen besonders strengen Vorschriften. Diese sind je nach Bundesland und Gemeinde unterschiedlich.

In den meisten Bundesländern darf die Länge nicht mehr als neun Meter und die Höhe nicht über drei Meter betragen. Selbst die Nutzung ist vorgeschrieben. Das Bauwerk muss dem Unterstellen eines Fahrzeugs dienen. Hausbesitzer, die den Carport auch anderweitig nutzen wollen, müssen grundsätzlich eine Genehmigung dafür einholen.

Die genannten Maße gelten in der Regel nicht, wenn der Carport komplett innerhalb der Baugrenze des Grundstücks steht. Aber auch hier ist die Zustimmung der Behörden notwendig.

Der Bau eines kleinen Abstellraums, die zeitweise Nutzung als Partyraum oder als überdachte Terrasse, ist meist kein Problem. Solange das Bauwerk überwiegend Parkplatz für das Auto ist, stellt dies kein Problem dar. Das Dach zu begrünen ist ebenfalls meist ohne große Probleme möglich. Der Bau von Terrassen, Balkonen und sogar von Photovoltaikanlagen muss immer vorab genehmigt werden.

Das ist bei der Dachbegrünung zu beachten

Die meisten Carports haben eine Höhe von nahezu drei Metern. Das Begrünen erhöht die Gesamthöhe, daher ist es nicht immer erlaubt. Aber ohne Geländer lässt sich auf vielen Carports eine Grünfläche einrichten, welche das Bauwerk nicht über die erlaubte Höhe wachsen lässt.

Vor dem Anlegen müssen Hausbesitzer sich natürlich um die Statik kümmern.  Die Metallständer oder Konstruktionshölzer sind auf eine bestimmte Belastung ausgelegt. Übliche leichte Wellblech- oder Kunststoffdächer wiegen weitaus weniger als ein Gründach. Unter Umständen reicht es, die Konstruktion mit Streben oder Leimhölzern zu verstärken.

Begrünte Dächer verbessern das Mikroklima am Haus und sorgen global für den Abbau von CO2. Sie sind auch optisch ansprechend. Meist wachsen auf den Dächern Wildpflanzen, die keiner Pflege bedürfen. Die Dächer sind nur bedingt begehbar und nicht als Terrasse nutzbar.

Dachgarten oder Terrasse über dem Autostellplatz

Die Bauhöhe und die fehlende Stabilität des Carports sind die größten Hindernisse, wenn ein bestehender Carport bei Grenzbebauung als Terrasse genutzt werden soll. Je nach geltender Bauordnung muss das Geländer eine Höhe von 80 bis 90 Zentimetern haben. Selbst bei einem niedrigen Carport der nur 2,70 Meter hoch ist, ist ein Geländer nicht möglich, ohne die zulässige Höhe von drei Metern zu überschreiten.

Auch ein Neubau ist kaum in der Nähe der Grundstücksgrenze möglich. Das Dach hat zusammen mit dem Boden eine Stärke von 80 bis 100 Zentimetern, mit Geländer sind mit mindestens 160 Zentimetern zu rechnen. Damit bleibt darunter nur noch eine leichte Höhe von höchstens 140 Zentimetern. Dies reicht für einen Autostellplatz nicht aus. Ohne Genehmigung ist der Bau einer Terrasse also schon alleine wegen der Höhe nicht möglich.

Wer das Dach als Sitzgelegenheit nutzen will, muss die Vorschriften für den Bau von Terrassen oder Balkonen einhalten. Die meisten Bauämter machen eine Genehmigung davon abhängig, ob der Nachbar zustimmt. Besonders bei einem gemeinsam genutzten Doppelcarport, bietet es sich an, darauf auch eine Terrasse zur gemeinsamen Nutzung zu bauen.

Sofern Bäume, Sträucher oder Begrenzungsmauern den Blick von der neuen Terrasse zum Nachbarn versperren, ist dessen Zustimmung oft nicht nötig. Die Behörden entscheiden in der Regel nach einer Begehung und berücksichtigen die genauen Verhältnisse, bevor sie dem Bau einer Terrasse zustimmen.

Wenn die baurechtlichen Hürden genommen sind, steht dem Bau nichts mehr im Wege. Genau genommen wird eine Terrasse in Ständerbauweise errichtet, unter der auch ein Auto parken kann.

Strom vom Dach – die clevere Lösung

Auch für den Bau einer Photovoltaikanlage sind Genehmigungen nötig. Viele Hersteller von Carports haben Modelle im Programm, deren Dach eine Photovoltaikanlage enthält. Der Strom ist für die Beleuchtung des Gartens und das Laden eines Solarautos vorgesehen. Komplizierte Elektronik, wie Wechselrichter sind daher nicht unbedingt erforderlich.

Auch Unterstände mit einem Walm- oder Satteldach lassen sich mit einer Solar- oder Photovoltaikanlage ausstatten. Lediglich auf einem Dach mit asbesthaltiger Bedeckung ist das errichten der Anlagen verboten.

Hilfe von einem Fachmann ist unbedingt zu empfehlen. Die Vorschriften für die Genehmigungen sind recht kompliziert. Auf der anderen Seite wird der Bau durch Zuschüsse oft gefördert, sofern der Hausherr bestimmte Bedingungen erfüllt. Wegen der sich ständig ändernden Rechtslage ist eine gute Beratung sinnvoll.

Die Doppelnutzung von Carports ist kompliziert, aber lohnt sich

Die Vorstellung das Dach des Autounterstandes einfach für verschiedene Zwecke nutzen zu können, ist nicht realistisch. Aber der Gewinn an zusätzlicher Freifläche oder Strom für ein Elektroauto lohnt den Aufwand. Technisch gibt es keine unlösbaren Probleme, aber juristisch kann es schwierig werden.

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