Ratgeber

Das ändert sich 2018 rund ums Haus, Wohnen & Co. für Verbraucher

Autor:
Redaktion

Mit dem neuen Jahr treten auch viele Gesetzesänderungen in Kraft. Die wichtigsten rund ums Wohnen, Auto und Co. im Überblick.

„Neues Jahr, neues Glück“ oder „alles neu macht der Mai“. Der Jahresübergang wird genutzt, um Gesetzesänderungen und neue Vorschriften in Kraft treten zu lassen. Ein Kurzüberblick schafft eine grobe Orientierung, worauf sich Verbraucher ab dem neuen Jahr einstellen muss.

Außerbetriebnahme von Kaminöfen mit Baujahr vor 1985

Seit dem 1. Januar 2018 dürfen Kaminöfen, die bis einschließlich 1984 errichtet wurden, nur noch in Betrieb genommen werden, wenn diese mit einem Feinstaubfilter nachgerüstet wurden. Ansonsten muss der Kaminofen stillgelegt werden.

Grund dieser Vorgabe ist die CO2-Einsparung der Bundesimmissionschutzverordnung (BImSchV), die den Austausch alter Öfen festlegt. Nachgerüstete Öfen und brauchen eine erneute Prüfung und Zulassung durch den zuständigen Bezirksschornsteinfeger. Bei Zuwiderhandlung droht ein Bußgeld bis zu 50.000 Euro.

Es gibt Ausnahmen für bestimmte Öfen. Auch Kaminöfen, wenn sie wenig betrieben werden und nur der Gemütlichkeit statt dem Heizen dienen, dürfen weiter in Betrieb sein. Öfen die vor 1950 gebaut wurden und sie sich am ursprünglichen Einbauort befinden, gelten als historisch. Besitzer von Öfen, die nach dem 22. März 2010 installiert wurden, bleiben auch von der nächsten zwei Stufen der BImSchV (31. Dezemeber 2020 und 2024) verschont, da diese schon die neuen strengeren Anforderungen erfüllen mussten. 

Änderungen rund um Kfz-Steuer, Abgasmessung, Winterreifen & Co.

Für viele Autofahrer steigen 2018 die Kosten. Bei der Hauptuntersuchung wird die Abgasmessung wieder direkt am Endrohr per Sonde geprüft, eine On-Board-Diagnose reicht nicht mehr aus. Damit steigen die Preise für die HU um ca. zehn Euro.

Ab dem ersten September 2018 gilt eine neue Berechnung für die Kfz-Steuer. Ab diesem Zeitpunkt werden Verbrauch und CO2-Ausstoß für alle neu zugelassenen Autos nach dem sogenannten WLTP-Zyklus ermittelt. Die Hersteller gehen je nach Motorisierung von etwa 10 bis 15 Prozent höheren Werten aus. Für viele Neuwagen wird deshalb die Kfz-Steuer steigen.

In 2018 neu gekaufte Winterreifen besitzen eine neue Kennzeichnung: Winter- und Ganzjahresreifen müssen zukünftig mit dem Alpine-Symbol gekennzeichnet sein, das ist eine Schneeflocke vor einem Berg. Bisher reichte die M+S-Kennzeichnung aus. Alte Reifen dürfen trotzdem weiter verwendet werden, wenn sie intakt sind. Neu hergestellte Reifen müssen bei winterlichen Bedingungen die neue Kennzeichnung besitzen, sonst droht ein Bußgeld.

Ab April 2018 müssen typgeprüfte Neuwagen das Notrufsystem eCall an Bord haben. Das ist ein GPS-Empfänger für die Standortdaten und eine Mobilfunkeinheit. Im Falle eines Unfalls übermittelt das System automatisch die Standortdaten an die Rettungsleitstelle. Bei einem heftigen Aufprall wird automatisch ein Notruf gesendet. Dieser kann aber auch von Hand per Knopfdruck ausgelöst werden. Dann wird eine Sprachverbindung zur Rettungsleitstelle hergestellt.

Finanzamt arbeitet ohne Belege, neue Frist zur Abgabe der Steuererklärung

Zu den wichtigsten Änderungen im Bereich Steuern gehören die Verlängerung der Abgabefrist für die Steuererklärung und die Festsetzung eines Verspätungszuschlags.

Ab 2018 müssen Steuererklärungen erst zum 31. Juli des Folgejahres beim Finanzamt eingehen. Der Steuerberater hat künftig bis zum 28./29. Februar des übernächsten Jahres Zeit, die Steuererklärung für seine Mandanten beim Finanzamt einzureichen.

Außerdem wird das Besteuerungsverfahren in Deutschland modernisiert und soll ab 2018 weitgehend ohne Belege auskommen. 

Neues Bauvertragsrecht – mehr Rechte für Bauherren

Ab 1. Januar 2018 tritt das neue Bauvertragsrecht in Kraft. Private Bauherren dürfen den Vertrag mit der Baufirma binnen 14 Tagen nach Abschluss, ohne Angabe von Gründen, widerrufen.  Wurden sie im Vertrag nicht oder nur fehlerhaft über dieses Recht aufgeklärt, läuft die Frist sogar ein Jahr und 14 Tage.

Außerdem müssen Bauunternehmer in Zukunft eine detaillierte Baubeschreibung überreichen, in welcher der konkrete Fertigstellungstermin genannt wird. Steht der Baubeginn bei Vertragsabschluss noch nicht fest, muss stattdessen die Dauer der Bauarbeiten festgelegt werden. Abweichungen von der Baubeschreibung führen dann automatisch zu einem Mangel für den der Anbieter haften muss. Die Bauunternehmen haften für Schäden, die durch eine verspätete Fertigstellung der Immobilie entstehen, beispielsweise wenn der Bauherr länger Miete zahlt als geplant.

Außerdem dürfen Abschlagszahlungen nur dem Baufortschritt entsprechen. Laut Gesetz dürfen Vorauszahlungen höchstens 90 Prozent der vereinbarten Gesamtvergütung vorab als „Abschlagszahlungen“ in Rechnung gestellt werden. Das bringt den Bauherren mehr Sicherheit für die Fertigstellung der Bauarbeiten.

Im neuen Bauvertragsrecht ist außerdem festgelegt, dass Bauarbeiten als abgenommen gelten, wenn sich der Auftraggeber innerhalb einer gesetzten Frist nicht dazu äußert. Das gilt auch, wenn erhebliche Mängel bestehen. Ein schriftlicher Hinweis auf diese Regelung muss aber vorhanden sein.

Förderantrag für Heizanlage muss vor Auftragsvergabe gestellt sein

Für alle Bauherren, die ihr Haus mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie, Wärmeanlage oder Pelletheizung modernisieren wollen und einen Zuschuss bei der BAFA beantragen, gibt es ab 2018 eine wichtige Änderung: Der Förderantrag muss eingereicht sein, bevor der Auftrag vergeben wird, sonst erfolgt eine Ablehnung.

Nur Planungsleistungen dürfen vor Antragsstellung erbracht werden. Heißt, das Angebot des Heizungsinstallateurs darf eingeholt werden, aber der Auftrag muss abwarten, bis der Antrag der Fördergelder beim BAFA eingegangen ist.

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