Ratgeber

Das dritte Geschlecht: Beachtenswertes für Betriebe

Autor:
Redaktion

Seit Januar 2019 ist „divers“ als drittes Geschlecht ins Personenstandsregister aufgenommen. Nicht nur bei Stellenausschreibungen ist das zu beachten.

Niemand darf wegen seines Geschlechtes diskriminiert werden, das gilt auch für Geschlechter, die weder männlich noch weiblich sind. Deshalb hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass das Wort „divers“ als Geschlechtsbezeichnung für intersexuelle Personen, die keinem Geschlecht zuzuordnen sind, ins Personenstandsregister aufgenommen wird. Seit dem ersten Januar 2019 ist diese Regelung nun wirksam.

Die Neuregelung müssen auch Handwerksbetriebe in vielen Dingen beachten, denn das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Hierzu gehört nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichtes nun auch das dritte.

Stellenausschreibungen müssen das dritte Geschlecht berücksichtigen

Bisher war es in Stellenausschreibungen so, dass „Malermeister/in“ oder „Malermeister (m/w) gesucht wurden. Künftig reicht das aber nicht mehr aus. Das dritte Geschlecht muss in Stellenanzeigen berücksichtigt werden.

Schreibt der Handwerksbetrieb eine Stelle aus, muss es nun „Malermeister (m/w/d) heißen. Auf der sicheren Seite ist der Betrieb, wenn er sich im anschließenden Bewerbungstext an die direkte Ansprache hält oder die Stellenanzeige neutral formuliert.

Alles Humbug? Nein leider nicht! Denn fühlt sich ein abgelehnter Bewerber von einer Stellenausschreibung diskriminiert, kann er klagen und hat dann möglicherweise Aussicht auf Entschädigung in Höhe von bis zu drei Monatsgehältern (Paragraf § 15 AGG).

Weitere Toilettenräume für divers einrichten?

Auch in der Arbeitsstättenverordnung (AVO) wird es aller Wahrscheinlichkeit nach demnächst Änderungen geben. Dann ist für Betriebe interessant, dass die AVO bisher festlegte, dass es getrennte Wasch-, Toiletten- und gegebenenfalls Umkleideräume für Männer und Frauen geben muss.

Durch die Gesetzesänderung zur Anerkennung des dritten Geschlechts ist die AVO nun diskriminierend. Auch sie wird sicherlich angepasst werden. Momentan sieht es aber nicht danach aus, dass Betriebe nun drei Toilettenräume einrichten müssen. Es kann auch einfach sein, dass die Toilette für alle Geschlechter zugänglich gemacht werden sollten, ohne Trennung der Geschlechter. Wie es sich entwickelt, bleibt abzuwarten.

Der Chef muss für Gleichberechtigung sorgen

Der Chef ist dafür verantwortlich, dass im Betrieb Gleichberechtigung unter allen drei Personengruppen herrscht. Das beginnt schon bei der Anrede. Personen, die keinem Geschlecht zuzuordnen sind, sollten gefragt werden, wie sie am liebsten angesprochen werden möchten.

Generell ist ein guter Umgang miteinander immer wichtig. Ob mit oder ohne das dritte Geschlecht, es wird keine große Umstellung sein, wenn alle respektvoll miteinander umgehen.

Tags:
Gewerke:

 

Ratgeber Rechtstipps

Für Handwerker: Praktische Rechtstipps per E-Mail erhalten!

Anmelden & kostenlosen Ratgeber vom MyHammer Rechtsexperten sichern. *

* Alle personenbezogenen Daten werden vertraulich behandelt. Abmeldung jederzeit möglich.


Handwerker aufgepasst!
  1. Einfach online anmelden
  2. Angebote abgeben
  3. Wunschaufträge sichern
Jetzt lukrative Aufträge suchen:

Haben Sie Fragen?

(030) 555 732 030

Mo.–Fr. 8–19 Uhr
anfrage@myhammer.de

Wir verwenden Cookies, um unsere MyHammer Dienste anzubieten, zu schützen und zu verbessern. Durch die Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich mit unseren Cookie-Richtlinien einverstanden. Weitere Informationen

Ok