Die Garage planen und gestalten - Infos zu den einzelnen Bauarten
Ratgeber

Die Garage – komfortabler Stellplatz mit zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten

Autor:
Redaktion

Die Auswahl an Autostellplätzen ist groß. Hier finden Bauherren einen ersten Überblick über die wichtigsten Kriterien und Eigenschaften zum Thema Garage und Zubehör.

Neben den eigenen vier Wänden ist auch der Stellplatz für das Auto ein wichtiger Posten beim Hausbau oder einer Renovierung. Der Schutz des PKW vor Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee oder Hagel steht dabei in der Regel im Vordergrund der Überlegungen. Ein Abstellraum mit festen Wänden wie die Garage hat dabei gegenüber offenen Systemen erhebliche Vorteile.

Carport oder Garage – die wichtigsten Informationen auf einen Blick

Carport und Garage schützen das Auto rund um die Uhr vor Regen, Schnee oder Hagel. Ein Carport ist ein nach mindestens einer Seite offenes System mit einem Schutzdach. Er benötigt kein festes Fundament und in der Regel nur eine einfache Baugenehmigung. Auch sind die Leichtbauweisen aus Holz oder Aluminium äußerst preiswert in der Anschaffung und einfach in der Handhabung. Handwerklich geschickten Hausbesitzern gelingt der Aufbau dieses Wetterschutzes schon innerhalb kurzer Zeit. Dafür bietet der Carport allerdings nur wenig Schutz gegen Wind, Frost oder Diebstahl. Holzkonstruktionen benötigen außerdem regelmäßig einen Schutzanstrich mit Holzlasur um die Haltbarkeit zu gewährleisten und Verwitterungen durch Feuchtigkeit vorzubeugen.

Die Garage als ein in sich geschlossener Raum mit abschließbarem Tor, bietet wirkungsvollen Diebstahlschutz und hält den PKW auch bei Minusgraden frostfrei. Das Raumangebot in diesem Abstellplatz ist so groß, dass auch Gartengeräte, Reifen oder Fahrräder bequem Platz darin finden. Das spart Stauraum im Keller oder Geräteschuppen. Versicherungstechnisch punkten Garagenautos oft mit niedrigeren Beiträgen als PKW, die im Freien stehen. Allerdings sind Garagen schwerer als Carports und benötigen ein Betonfundament für einen sicheren Stand. Außerdem sieht der Gesetzgeber aktuell (Stand: 2014) in der Regel zwischen öffentlicher Verkehrsfläche und Garage eine zusätzliche Zufahrt von mindestens drei Meter Länge vor, um Verkehrsbehinderungen durch das parkende Auto beim Öffnen und Schließen des Garagentores zu vermeiden.

Stein, Holz oder Metall – verschiedene Baumaterialien für die Garage

Ist die Entscheidung bei der Stellplatzwahl auf die Garage gefallen, stellt sich die Frage nach der geeigneten Bauart. Neben Massivgaragen aus Stein oder Stahlbeton gibt es auf dem Markt auch kostengünstige Modelle aus Metall oder Holz. Jedes System hat dabei bestimmte Vor- und Nachteile.

Holzgaragen – natürlich vielseitig

Holzgaragen bestehen aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz. Es besitzt von Natur aus gute Dämmeigenschaften und lässt sich mit wenig Aufwand bearbeiten. Zudem ist es langlebig und robust. Eine Garage aus Holz benötigt nur eine einfache Bodenplatte aus Beton. Alternativ reicht auch ein ebener gepflasterter Untergrund aus. Ein tragfähiges Fundament ist aufgrund des geringen Gewichts bei dieser Garagenform nicht erforderlich. Holzgaragen sind sowohl als Bausatz zum Selbstaufbau oder als Fertiggaragen erhältlich. Sie sind günstiger als Garagen aus Stein oder Stahlbeton. Außerdem sind sie bei Bedarf schnell auf- oder abgebaut. Das hat bei einem Umzug oder dem Standortwechsel der Garage erhebliche Vorteile. Holz ist außerdem sehr flexibel. Dadurch ist die passgenaue Gestaltung von Größe und Design bei diesen Garagen sehr einfach. Durch einen regelmäßigen Holzschutz sind diese Garagensysteme langlebig und überzeugen Jahrzehnte lang mit ihrer natürlich schönen Optik.

Die Metallgarage – flexibler Allrounder für den kleinen Geldbeutel

Metallgaragen sind eine besonders kostengünstige Variante. Die Rahmenkonstruktion wird je nach System mit profilierten oder glatten Stahl- oder Aluminiumplatten bestückt. Ein Dekorputz auf der Außenseite ermöglicht eine flexible Anpassung der Garage an das Design des Wohnhauses. Metallgaragen sind modular aufgebaut. Das bedeutet, sie sind beliebig erweiter- oder verkleinerbar. Eine Einzelgarage wird bei Bedarf zu einer geräumigen Doppelgarage und umgekehrt. Zudem sind Metallgaragen leichter als gemauerte Produkte. Dadurch benötigen sie ebenso wie die Holzgaragen nur eine einfache Bodenplatte aus Beton als Untergrund. Ein weiterer Vorteil einer Garage aus Stahl- oder Aluminium ist ihre gute Belüftung. Ein nasser PKW trocknet darin schnell und vermindert Schäden durch Staunässe und Korrosion am Fahrzeug.

Allerdings haben diese Garagensysteme eine etwas geringere Isolation gegen Hitze und Kälte. Dadurch ist das Fahrzeug im Inneren stärkeren Temperaturschwankungen ausgesetzt als in einem Abstellraum aus massivem Stein oder Stahlbeton.

Beton- und Stahlbetongaragen mit hoher Tragkraft

Eine Betongarage ist als Fertiggarage im Handel erhältlich. Eine besonders hohe Tragfähigkeit haben Produkte aus Stahlbeton. Das ist vor allem dann wichtig, wenn das Dach der Garage als Wohnraum oder Terrasse genutzt wird. Die Lieferung dieses Garagentyps erfolgt üblicherweise in zwei Teilen. Ein Tieflader transportiert die Bodenplatte und das gegossene Betongehäuse. Je nach Standort der Garage ist zur genauen Platzierung zusätzlich ein Spezialkran erforderlich. Das macht sich in höheren Anschaffungskosten bemerkbar. Allerdings sparen Hausbesitzer die Kosten für regelmäßigen Witterungsschutz, denn Betongaragen benötigen nur alle 8 – 10 Jahre einen neuen Anstrich, während Holzgaragen jährlich eine neue Versiegelung mit Holzschutzmitteln brauchen. Auch die Lebensdauer ist bei einer Garage aus Beton- und Stahlbeton wesentlich höher als bei Metall- oder Holzvarianten. Allerdings neigt Beton zu sogenannten Setzrissen in Wänden und Decke. Oft werden bei älteren Fertiggaragen aus Beton umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich. Durch unbehandelte Risse dringt andernfalls Wasser in den Baustoff ein. Dieser Kontakt mit Wasser schädigt die Substanz nachhaltig. Auch Stahlbeton korrodiert bei Wasserkontakt und wird brüchig. Dies hat negative Auswirkungen auf die Tragfähigkeit und die Statik der Garage. Im schlimmsten Fall besteht Einsturzgefahr und die Garage muss abgerissen werden.

Auch die Belüftung ist bei einer Betongarage problematisch, denn eine Betongarage ist bei geschlossenem Tor nahezu luftdicht. Beim Einstellen nasser Autos bildet sich Kondenswasser an Wänden und Decke. Ein ungesundes feuchtes Klima entsteht. Ist die Garage gleichzeitig ein Lagerraum, kann dieses Klima Schimmelbildung stark begünstigen. Abhilfe schaffen hier spezielle Belüftungssysteme durch schwebende Dachelemente sowie Modelle mit eingebauten Fenstern oder Lüftungsgittern.

Gemauerte Garagen zur Integration in Wohnhäuser

Eine gemauerte Garage aus Ziegelsteinen ist geeignet, um den Abstellplatz für das Auto in der gewünschten Größe in den Wohnraum zu integrieren. Das bietet Raum für eine zusätzliche Werkbank oder einen Vorratsraum in der Garage. Auch der Anschluss an das hauseigene Heizungssystem sowie die Verlegung von Wasser- und Stromversorgung sind mit wenig Aufwand möglich. Diese Garagen passen zudem zur Architektur des Hauses und besitzen sehr gute Dämmeigenschaften.

Gemauerte Garagen sind jedoch aufgrund ihrer aufwendigen Planung und Konstruktion um einiges teurer als andere Systeme. Daher ist diese Variante vor allem bei Neubauten populär, wo die Garage gleich von Anfang an beim Bau von Haus und Garten dazugehört.

Platzsparend oder klassisch – rund um das Thema Garagentor

Das Garagentor ist das bewegliche Element des Pkw-Abstellraums. Es ist abschließbar und stellt damit gleichzeitig einen Diebstahlschutz dar. Neben Flügeltüren und Rolltoren haben sich auf dem Markt zwei Torarten durchgesetzt: das Schwing- oder Klapptor und das Sektionaltor.

Die Garagentormodelle auf einen Blick

Das Kipptor oder Schwingtor ist der Klassiker unter den Garagentoren und auch im Jahr 2014 noch aktuell. Es eignet sich für einzelne Garagenarten ebenso wie für eine Reihengarage. Hebelarme und Zugfedern heben das Tor zum Öffnen mit wenig Kraftaufwand unter die Garagendecke. Auch das Ablassen gelingt auf diese Art mühelos. Das Garagentor selbst besteht meist aus geprägtem Stahlblech und gehört hinsichtlich Herstellung, Montage und Haltbarkeit zu den günstigsten Garagentorarten. Ein elektrischer Antrieb lässt sich ebenfalls problemlos nachrüsten, Infos bietet der Kontakt mit dem Fachmann.

Garagentore mit Flügeltüren kommen oft in Verbindung mit Metall- oder Holzgaragen vor. Sie sind heute wesentlich seltener anzutreffen als Kipptore, da sie in geöffnetem Zustand seitlich viel Platz benötigen. Allerdings besteht die Möglichkeit, die Flügeltüren sehr schwer und massiv zu bauen, was die Sicherheit der Garage erheblich erhöht. Bei großen Garagen sind die Türen unter Umständen sehr schwer und benötigen zum bequemen Öffnen und Schließen Unterstützung durch einen separaten elektrischen Torantrieb.

Ein Rolltor funktioniert ähnlich wie ein Rollladen. Das Tor besteht aus einzelnen Kunststoff- oder Aluminiumlamellen. Beim Öffnen wickelt sie ein Elektromotor unter der Garagendecke auf. Rolltore benötigen keinen extra Platz zum Öffnen und Schließen. Allerdings sind handelsübliche Garagen für Hausbesitzer in der Regel zu niedrig um den elektrischen Aufrollmechanismus unterzubringen. Daher kommen Rolltore meist bei Firmen und Werkstätten oder bei Parkhäusern und Tiefgaragen zum Einsatz.

Sektionaltore sind eine Weiterentwicklung des Rolltores. Anders als das Rolltor eignen sie sich auch für Privatgaragen, da hier ein Schienensystem mit Zugfedern das aus mehreren einzelnen Teilen oder Sektionen bestehende Tor nach oben unter die Decke zieht. Es benötigt zum Öffnen und Schließen ebenso wie das Rolltor keinen zusätzlichen Platz vor der Garage. Auch ein elektrischer Antrieb ist bei diesem Konzept möglich.

Sesam öffne dich – Garagen mit elektrischem Torantrieb

Ein elektrischer Garagentorantrieb bietet besonders hohen Bedienkomfort für Garagentore. Mittels einer Funkfernbedienung öffnet und schließt sich das Tor auf Wunsch automatisch. Der Fahrer bleibt dabei bequem im Wagen sitzen. Der elektrische Antrieb wird direkt beim Kauf der neuen Garage montiert. Es gibt inzwischen auch leicht montierbare Nachrüstsätze für mechanisch betriebene Flügeltüren sowie Schwing-, Roll- und Sektionaltore. Besonders energieeffizient sind solarbetriebene Torantriebe. Der benötigte Strom kommt hier direkt von einer Solaranlage auf dem Garagendach – rund um die Uhr.

Grüner Daumen auf dem Garagendach

Garagendächer bieten allgemein großen Spielraum für die individuelle Gestaltung. Gerade stabile Fertiggaragen aus Beton oder gemauerte Varianten lassen sich leicht in Dachterrassen oder zusätzlichen Wohnraum umwandeln. Eine besonders ausgefallene Idee ist die Dachbegrünung. Ein sogenanntes Gründach auf der Garage bildet dort mit Grasarten, Moosen und anderen Grün- und Blütenpflanzen ein kleines Biotop mit vielen ökologischen und finanziellen Vorteilen. Die Dachbegrünung verbessert das Klima, bindet Staub und Schadstoffe aus der Luft und erweitert den Lebensraum vieler Pflanzen- und Tierarten. Dazu kommen Ersparnisse bei der Dachsanierung und den Energiekosten, da die Begrünung die Abdichtung des Garagendachs schützt und die Garage von oben ausgezeichnet isoliert. Außerdem wird das Gründach mit den Jahren stetig attraktiver und stellt einen besonderen Schmuck der Außenanlagen dar.

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Tags: Garage
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