So stilvoll kann ein Vinylboden heute sein
Gastartikel

Die praktische Vielfalt – was Sie über Vinylböden wissen sollten

Autor:
casando.de

In Herstellungsart und Vielfalt haben sich Vinylböden im Laufe der Zeit stark weiterentwickelt: Sie bieten eine große Palette an aufregenden Designs und sind – mit dem richtigen Siegel versehen – gesundheitlich unbedenklich.

Rustikale Holzoptik, eleganter Marmor-Look oder ganz exotisches Design – Vinylböden sind beliebter als je zuvor. Das liegt vor allem daran, dass sie viele Vorteile verschiedener Bodenarten miteinander vereinen: Sie sind warm und leise wie Parkett, einfach zu reinigen und hygienisch wie Fliesen sowie in vielfältigen Dekoren verfügbar wie Laminat. Doch woher kommt die plötzliche Popularität? Was muss man beim Kauf beachten? Und wie verlegt man die auch als „Designbeläge“ bezeichneten Vinylböden?

Vinylfliese weißer Marmor

Gesundheitlich unbedenklich

Polyvinylchlorid, kurz PVC, nutzt man schon seit rund 80 Jahren als Grundmaterial für Fußböden. Vinylböden gibt es also schon deutlich länger als die ebenfalls beliebten Laminatböden. In der Vergangenheit standen Vinylböden aber eher für reine Funktionalität und Langeweile als für Wohnlichkeit und schöne Designs. PVC-Böden waren praktisch und günstig. Sie wurden in Krankenhäusern, Altenheimen und Ämtern verlegt. Außerdem gab es gesundheitliche Bedenken: Um das Material für die Nutzung als Bodenbelag tauglich zu machen, wurden früher generell Weichmacher aus Phthalaten verwendet. Auch die Entsorgung stellte lange ein Problem dar. Entsprechend eilte Vinylböden ein negativer Ruf voraus.

Doch das hat sich mittlerweile geändert. Die namhaften Hersteller in Europa verzichten heute auf Phthalate und nutzen unbedenkliche Stoffe. Diese Entwicklung ist ein Hauptgrund für stark gestiegene Verkaufszahlen von Vinylböden in Deutschland. Die Auflagen für in der EU produzierte und zertifizierte Bodenbeläge sind streng. Man sollte daher stets auf das Herstellungsland und spezielle Siegel der Hersteller achten, denn es gibt noch Produkte, die nicht nach den strengeren Vorschriften produziert sind.

Mit den langweiligen PVC-Belägen in muffigen Ämtern der 1970er-Jahre haben die heutigen Produkte nicht mehr viel gemeinsam. Sie sind in den verschiedensten Designs erhältlich. Nach der Entsorgung werden die Bodenbeläge recycelt. Aus ihnen stellt man neue, allerdings minderwertigere Kunststoffprodukte her. Für die Endverbraucher gilt: Sie entsorgen den Boden über den Sondermüll.

Leicht zu verlegen, funktional und attraktiv

Die praktische Handhabung beginnt bereits beim Verlegen. Durch leichtgängige Klick-Systeme und das einfache Zuschneiden geht die Verlegung von Vinylböden selbst Heimwerker-Laien gut von der Hand. Um die Dielen oder Kacheln auf die richtige Länge zu bringen, benötigt man keine Säge: Anritzen per Cuttermesser und anschließendes Durchknicken per Hand reichen völlig.

Klick-Vinyl
Durchknicken von Vinyl

Einmal verlegt, sind Designbeläge sehr einfach zu reinigen und pflegeleicht. Staubsaugen und feucht wischen – mehr muss man nicht machen: kein Ölen, kein Polieren, genau wie beim Laminat. Auch darüber hinaus gibt es einige Gemeinsamkeiten: Beim Verlegen auf Estrich muss man vorher eine PE-Folie auslegen – es sei denn, man verklebt den Boden. Beim schwimmenden, also nicht-verklebten Verlegen benötigt man eine Trittschalldämmung unter dem Bodenbelag. Diese gibt es separat zum Ausrollen oder direkt im Bodenbelag integriert. Vieles hängt von der individuellen Einbausituation ab. Ebenso die Frage, ob man Vinylböden auf HDF-Trägermaterial oder als Massivdiele wählt.

Vinyl auf HDF-TrägerVinyl auf HDF-Träger
Voll-VinylVoll-Vinyl

Man unterscheidet grundsätzlich zwischen Vinyl auf HDF-Träger, das ähnlich aufgebaut ist wie Laminat, und Massiv-Vinyl, auch Voll-Vinyl genannt. Vinyl auf HDF-Träger kann nur schwimmend verlegt werden. Es ist immer Klick-Vinyl und hat eine Dicke von ca. 10 Millimetern. Massiv-Vinyl gibt es als Klick-Vinyl zur schwimmenden Verlegung, selbstklebend oder mit und ohne Klick-System zur Verklebung mit Dispersionsklebstoff.

Wenn die Hersteller oder Händler von Klebe-Vinyl sprechen, können unterschiedliche Dinge gemeint sein:

  • 1.) selbstklebendes Vinyl ohne Klick-System, das ca. 2 Millimeter stark ist
  • 2.) Massiv-Vinyl ohne Klick-System zur Verklebung mit einem Dispersionsklebstoff, ebenfalls ca. 2 Millimeter stark
  • 3.) Massiv-Vinyl mit Klick-System, das mit Dispersionsklebstoff fixiert werden kann, ca. 5 Millimeter stark.
Verlegen auf Folie

Verlegung auf bestehendem Bodenbelag manchmal möglich

Nicht jedes Dekor ist als 2- und als 5-Millimeter-Variante erhältlich. Speziell bei Renovierungen, wenn man z. B. alte Fliesen nicht vorher entfernt, eignet sich die dünnere Variante. Besonders im Bereich der Türen muss man also genau nachmessen. Beim Verlegen auf Fliesen muss man vorher die Fugen mit Ausgleichsmasse auf eine Höhe mit den Fliesen bringen. Je dünner der zu verlegende Bodenbelag ist, desto glatter muss die Verlegefläche sein. Anders als auf Fliesen sollte man auf einem vorhandenen Parkettboden Vinyl nicht verlegen. Das Holz „arbeitet“ und beschädigt auf Dauer den Vinylboden. Daher muss man den alten Parkettboden vorm Verlegen eines Vinylbodens entfernen.

Durch den sehr niedrigen Wärmedurchlasswiderstand eignen sich Vinylböden gut als Bodenbelag über einer Fußbodenheizung. Dabei gibt es Unterschiede in der Verlegeart, die auch für die Nutzung einer Fußbodenheizung wichtig sind. Grundsätzlich sollte man die Herstellerangaben beachten.

Besser als Laminat schneidet Vinyl im Alltag bei den schallisolierenden Eigenschaften ab: Die Böden übertragen deutlich weniger Geräusche innerhalb des Raumes und in angrenzende Zimmer. Auch ist die Dicke des Bodens geringer, was in bestimmten Renovierungssituationen von Vorteil ist. Dafür ist Laminat robuster. Man muss mit schweren Gegenständen auf Vinylböden vorsichtig sein.

Symbolbild: Bodenwahl

Den richtigen Boden finden

Für wen ist Vinyl nun der passende Bodenbelag? Die Auswahl an Designs und Formen ist groß, die Quadratmeterpreise reichen von sehr günstig bis hin zu denen von Parkettböden in der oberen Mittelklasse. Vor diesem Hintergrund sollte also für die meisten etwas dabei sein. Wer noch dazu eine leichte Reinigung, ein warmes Fußgefühl und eine gute Schalldämmung wünscht, der ist mit Vinyl sehr gut bedient. Wer es komplett natürlich mag, für den ist Massiv- oder Mehrschichtparkett die richtige Wahl. Dieses kann man zudem abschleifen, wenn es zerkratzt ist. Wie Vinyl nicht abschleifbar, aber sehr günstig und besonders robust sind Laminatböden. Wer heute vor der Entscheidung für einen Bodenbelag steht, ist in einer guten Situation: So groß war die Auswahl noch nie. Für fast jede individuelle Anforderung gibt es den passenden Belag.

Quelle: casando.de

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Tags: BodenbelägePVC-Belag
Gewerke:Bodenleger

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