Ratgeber

Die Top 10 Arbeitsunfälle im Handwerk

Autor:
Redaktion

Die Unfallkassen verzeichnen steigende Unfallzahlen. Für Handwerker können an vielen Stellen Gefahren lauern. Die häufigsten Unfälle im Überblick.

Nicht die hohen Gerüste, schwere Lasten oder gefährliche Maschinen sind die häufigsten Auslöser für Arbeitsunfälle, sondern schlichte Fehltritte. 20 Prozent aller Arbeitsunfälle sind sogenannte SRS-Unfälle, also Stolpern, Rutschen und Stürze, meint die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM).

1. Treppenstürze sind am häufigsten

Jeder fünfte Arbeitsunfall ist ein banaler Treppensturz, der sogar öfter tödlich endet als ein durchschnittlicher Motorradunfall.

Um dies zu verhindern ist es die Aufgabe des Arbeitgebers, Stolper- und Rutschgefahren auszuschließen und eine aussagekräftige Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. Regelmäßig müssen der Boden und die Treppen kontrolliert und Präventionsmaßnahmen festgelegt werden.

2. Rutschen auf glatten Böden oder Stolpern

Gerade im Winter passieren viele Rutschunfälle schon auf dem Parkplatz. Wenn sich Kuhlen und Löcher zufrieren. Auch Stolperfallen im Betrieb, wie beispielsweise auf dem Boden herumliegende Stahlträger führen oft zu Arbeitsunfällen im Handwerk.

Im Gebäude entsteht die Rutschgefahr, wenn Mitarbeiter von draußen kommen und mit nassen Schuhen über den Boden laufen. Ein großer Fußabtreter kann helfen, um das Risiko eines Sturzes zu mindern. Dabei ist eine rutschfeste Sohle für Handwerker aller Gewerke wichtig.

3. Falsche Bedienung von Maschinen

Beim Schneiden, Hämmern oder Bohren – vor allem der falsche Umgang mit Handmaschinen führt im Handwerk immer wieder zu Unfällen.

4. Gegenstände falsch heben oder lagern

Ein weiterer Unfallschwerpunkt ist der falsche Umgang mit Gegenständen, die beispielsweise am Lager liegen. Es kommt nicht selten vor, dass etwas aus dem Regal gezogen wird und der Rest des Regales auf den Mitarbeiter stürzt. Das richtige und sichere Lagern von Arbeitsmaterialien ist deshalb extrem wichtig für die Sicherheit am Arbeitsplatz

5. Sicherheitsvorschriften missachten

Nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin werden 39,4 Prozent aller tödlichen Arbeitsunfälle durch unterlassenen, unsachgemäßen oder unbefugten Gebrauch von Arbeitsmitteln verursacht. Zum Beispiel durch Deaktivierung von Schutzeinrichtungen oder Wartung einer laufenden Maschine.

Eine Schulung der Mitarbeiter kann helfen. Es ist sinnvoll den Mitarbeitern vor Augen zu führen, welche Folgen dieses Verhalten haben kann. Ein Fehlverhalten sollte nicht geduldet werden, damit das Sicherheitsbewusstsein der Mitarbeiter steigt.

6. Fehlende Erfahrung der Mitarbeiter

Jüngere Menschen sind etwa doppelt so häufig in Arbeitsunfälle verwickelt als ältere. Entscheidend ist hier die mangelnde Erfahrung mit den Geräten und den jeweiligen Arbeitsvorgängen Auch Zeitarbeitskräfte haben ein zwei bis drei Mal höheres Risiko in einen Arbeitsunfall verwickelt zu sein.

7. Fehlendes Gefahrenbewusstsein durch Routine

Zu viel Routine im alltäglichen Umgang mit den Geräten kann zu einem Unfallrisiko werden. Ab einem Alter von etwa 55 Jahren steigt das Risiko eines tödlichen Arbeitsunfalls für ein solches Unglück. Mit der Zeit schleichen sich Nachlässigkeiten ein. Es ist sinnvoll ältere Mitarbeiter gezielt zu schulen und auf die Gefahren aufmerksam zu machen.

8. Todesfälle durch Stürze am Bau

Nirgends im Handwerk ist es gefährlicher als auf dem Bau. Die Zahlen der BG-Bau belegen, dass es viele Todesfälle durch schwere Stürze gibt. Dabei sind es meist die Folgen durch Abstürze, die besonders tragisch sind. 40 Prozent der Todesfälle gehen auf den Bereich des Baus

9. Verletzungen durch Abstürze vom Gerüst

Etwa 20.000 Mal verletzten sich Handwerker im Jahr 2016 durch Stütze vom Gerüst, weil sie von Gerüsten, Dächern und Leitern abstürzten, so die Zahlen der BG-Bau. Eine gute Sicherung bei Dacharbeiten und Gerüstarbeiten ist zwar aufwendig, aber in vielen Fällen lebensrettend.

10. Sicherheitsbewusstsein ist oft nicht ausgeprägt

Gerade in kleineren Unternehmen ist das Sicherheitsbewusstsein bei vielen Handwerkern nicht besonders hoch. Es wird zu wenig Zeit und Geld in den Arbeitsschutz investiert und das führt zu einem höheren Unfallrisiko.

Präventionsmaßnahmen müssen von den Arbeitgebern gewissenhaft umgesetzt werden. Denn die Krankheitskosten liegen oft höher als die Ausgaben für die Arbeitssicherheit.

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