Ratgeber

Dieselnachrüstung: Was erwartet die Handwerksbetriebe?

Autor:
Redaktion

Die große Koalition hat sich in der Diesel-Debatte im Oktober 2018 auf Nachrüstangebote für Handwerkerfahrzeuge verständigt. Wie sieht die Lage aktuell aus?

Laut ZDH Präsident Peter Wollseifer begrüßt das Handwerk die Entscheidung für eine Dieselnachrüstungsmöglichkeit. Momentan wird auf die entsprechenden Nachrüstgenehmigungen gewartet.

Der Nachrüstanbieter HJS Emission Technology verspricht, dass er noch im zweiten Quartal dieses Jahres bestellbare Nachrüstsysteme für Transporter und Handwerkerfahrzeuge vorlegen kann. Bisher sind die Umsetzung und die Konsequenzen für Handwerker noch unklar.

Handwerker sollen vom Staat unterstützt werden

Staatlich gefördert werden sollen in 65 Städten Fahrzeughalter mit gewerblich genutzten Fahrzeugen von 2,8 bis 7,8 Tonnen. Die Förderung soll außerdem für Handwerker gelten, die ihren Firmensitz in den angrenzenden Landkreisen haben und für Handwerksbetriebe, die ein Viertel ihres Umsatzes dort erwirtschaften.

Laut Verkehrsminister Scheuer sollen die Richtlinien zügig auf den Weg gebracht und mit der Nachrüstung gestartet werden. Laut Schätzung der Bundesregierung geht es dabei um etwa 945.000 Dieselfahrzeuge von Handwerkern und Lieferdiensten.

Handwerk fordert Lösungen auch für leichtere Fahrzeuge

Das Handwerk fordert Lösungen für leichtere Fahrzeuge, denn auch Kombis und Kleintransporter gehören in einen Handwerksfuhrpark. Außerdem geht dem Handwerk die vorgeschlagene Nachrüstung nicht weit genug: Auch Dieselhalter anderer Regionen müssten die Möglichkeit bekommen eine Nachrüst-Option zu nutzen.

Außerdem besteht der Wunsch, dass alle anfallenden Kosten für die zugesagten Software-Updates komplett von den Herstellern übernommen werden. Momentan werden Fahrzeuge nur bis zu 5.000 Euro aus Fördermitteln unterstützt

Kritik des Handwerks an den Nachrüstungsplänen

Auch gibt es die berechtigte Befürchtung, dass die Dieselantriebe nicht von heute auf morgen verschwinden werden, da Werkstattkapazitäten für eine sofortige Umsetzung bei allen Handwerkerfahrzeugen fehlen.

Ein Einfahrtverbot in die Städte würde das Handwerk nicht klaglos hinnehmen, meint Andreas Ehlert, Handwerkspräsident von Nordrhein-Westfalen. Oskar Vogel, Hauptgeschäftsführer des Baden-Württembergischen Handwerkstages (BWHT) fordert eine umfassende Strategie, die die Transformation der Branche vom mittelständischen Zulieferer bis zum Premiumhersteller abbildet.

Zudem fahren viele Handwerker Spezialfahrzeuge und können ihren Fuhrpark nicht von heute auf morgen austauschen. Vogel fordert Sicherheit für die Handwerker, dass sie weiterhin in die Städte fahren dürfen wie bisher. Noch ist unklar wie lange diese Regelung bestehen bleibt.

Förderanträge können bereits gestellt werden

Bisher gibt es zwar noch kein zugelassenes Nachrüstsystem, aber die Anträge für eine Förderung können bereits gestellt werden. Wer die volle Förderung erhalten möchte, muss seinen Antrag bei der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV) bis zum 31. Mai 2019 stellen. Wer seinen Antrag später stellt, bekommt nach bisherigem Stand weniger Fördergelder.

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