Ratgeber

Ein Hotel für Streunerkatzen zum Nachbauen!

Autor:
Gast

Rauhes Wetter kann Streunerkatzen stark zusetzen. Der Bau eines Katzenhotels kann den Tieren helfen.

Deutschlandweit gibt es schätzungsweise etwa 2 Millionen Streunerkatzen. Sie leben unentdeckt in Industriegebieten, auf Hinterhöfen und Friedhöfen. In landwirtschaftlich geprägten Regionen siedeln sie sich gerne auf Bauernhöfen an, weil es dort viele Mäuse gibt und sie im Stroh einen warmen Unterschlupf finden können. Mit unkastrierten freilaufenden Hauskatzen paaren sie sich und es entstehen binnen weniger Jahre große Populationen von streunenden Katzen.

Nicht nur die Nahrungssuche ist für die wildlebenden Katzen kräftezehrend, auch Regen und Kälte setzen den Tieren stark zu. Zumindest diesem Problem kann Abhilfe geschaffen werden: durch den Bau von sogenannten Katzenhotels.

Doch auch hier gilt es, einige Dinge zu beachten, damit das selbst gebaute Katzenhotel nicht nur gut gemeint ist, sondern auch Gutes tut.

Unser heutiger Gastartikel stammt von der Tierschutzorganisation VIER PFOTEN aus Hamburg. Die international tätige Stiftung gibt mit individuellen Kampagnen und umfangreicher Aufklärungsarbeit Tieren eine dringend benötigte Stimme.

VIER PFOTEN arbeitet lösungsorientiert und bietet Tieren in Not schnelle Hilfe aus erster Hand. Ziel ist, in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Veränderungen zum Wohle der Tiere zu erreichen und zu etablieren – mit Projekten, Kampagnen und Aufklärungsarbeit.

1. Kein oder das falsche Dämmmaterial

Das Katzenhotel wird das ganze Jahr über im Freien stehen. Daher ist auch die Dämmung der Unterkunft besonders wichtig. In vielen Fällen wird bei Bauanleitungen auf das Dämmmaterial nicht näher eingegangen. Doch vor allem das häufig verwendete Styropor hat eine denkbar schlechte Ökobilanz. Für ein Kilo Polystyrol, so heißt Styropor nämlich eigentlich, benötigt man in der Herstellung fünf Kilogramm Rohöl. Zudem fallen beim zurechtschneiden der Platten Abfälle in Form kleinster Styroporkügelchen an. Das kann auch ein Problem sein, wenn das Katzenhotel beschädigt wird und dadurch Teile der Wärmedämmung frei liegen. Alternativ kann man auf das für Katzen und die Umwelt etwas weniger gefährliche Polyurethan oder auch ökologische Dämmstoffe zurückgreifen.

2. Auch bei Katzenhotels gilt: Sicherheit geht vor

Katzenpfoten sind äußerst empfindlich. Deshalb solltet ihr darauf achten, dass alle Schnittflächen glatt abgeschliffen werden. So kannst du sicher gehen, dass sich die zukünftigen Bewohner nicht beim Betreten oder Verlassen des Hotels einen Holzsplitter eintreten und dadurch unnötig Schmerzen haben.

3. Katzen sind Pragmatiker

Oft wird in den Bauanleitungen und Ratgebern noch das Dach aufgehübscht oder Fenster eingebaut. Doch Katzen machen sich eher weniger aus modischem Schnickschnack oder einem schönen Ausblick. Ihre Natur bewegt sie dazu, sich eine sichere und ruhige Bleibe zu suchen, in der sie unbeobachtet sein können. Da ist es egal, ob das Dach mit Herzchen-Stoff bezogen ist oder das Häuschen einen schönen Ausblick bietet.

4. Euer neues Hotel hat das ganze Jahr geöffnet

Wichtig ist, dass ihr eure Katzenunterkunft wetterfest macht. Achtet also darauf, dass zwischen dem Boden und den Öffnungen ausreichend Platz liegt, damit die Bewohner nicht im Winter zugeschneit werden können oder bei starkem Regen das Hotel mit Wasser vollläuft. Damit Regen- und Schmelzwasser gut ablaufen können, sollte das Dach des Hotels leicht angeschrägt sein. Und weil in einem guten Hotel niemals Zugluft herrschen sollte, ist es sinnvoll, die Eingänge ein wenig mit Filzstreifen abzudichten. Dadurch kann Zugluft oder Kälte schwerer ins Innere eindringen.

5. Immer an den Notausgang denken

Katzen bevorzugen Unterkünfte mit Fluchtmöglichkeit. Denn wenn ein anderes Tier am Eingang schnüffelt, versuchen die Samtpfoten in der Regel, die Flucht zu ergreifen. Damit das auch klappt, braucht eure Katzenherberge im besten Fall zwei Öffnungen. Ansonsten wird auch das komfortabelste Katzenhaus leer bleiben.

Katzen besser kastrieren lassen

Bereits im Alter von vier bis fünf Monaten sind Katzen geschlechtsreif. Pro Jahr kann eine Katze zwei Würfe mit jeweils mindestens drei Katzen großziehen. Diese sind nach einem halben Jahr ebenfalls geschlechtsreif und sorgen für Nachwuchs. So werden aus zwei Katzen in nur 5 Jahren mehr als 10 000 Katzen.

6. Fertig – Wohin mit der neuen Miezenunterkunft

Ihr habt alles beachtet und wollt euer 5-Sterne-Katzenhotel jetzt unbedingt an die neuen Bewohner übergeben. Doch das Werkstück einfach an der Straße oder im Wald abstellen, ist der absolut falsche Ort. Denn Katzen brauchen nicht nur eine warme und trockene Unterkunft, sondern auch Futter und Wasser. Daher solltest du dein Katzenhotel nur dort aufstellen, wo auch eine betreute Futterstelle für Streunerkatzen unterhalten wird. Meistens wird dort auch die notwendige Kastration der Streuner durchgeführt.

Damit wird die Population human und tiergerecht auf ein für Tier, Mensch und Umwelt tragbares Maß reduziert. Dies sorgt für ein verbessertes Nahrungsangebot für die verbleibenden Katzen und die Verbreitung von Krankheiten wird eingedämmt. Dadurch, dass die verwilderten Katzen nach der Kastration wieder in ihrem angestammten Revier freigelassen werden, wird zudem verhindert, dass sich neue Streunerkatzen in diesem Gebiet verbreiten.

Um den besten Standort für dein Katzenhotel zu finden, kannst du beim nächstgelegenen Tierheim oder einer Tierschutzorganisation nachfragen. Viele weitere Ratgeber findet man auf der Website von VIER PFOTEN.

Ihr wollt selbst ein Katzenhotel bauen? Dann geht es hier zur Bauanleitung zum Download
 
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