Die dünnflüssige Ausgleichsmasse verteilt sich nach dem Gießen von alleine gleichmäßig
Ratgeber

Estrich nivellieren - Beachtenswertes

Autor:
Redaktion

Wer einen neuen Fußboden verlegen möchte, darf das Nivellieren des Estrichs nicht vergessen. Unebenheiten können bei manchen Böden zu Schäden führen.

Funktion des Estrichs

Es handelt sich beim Estrich um eine Schicht, die bereits während des Baus auf den vorhandenen Untergrund beziehungsweise auf eine Dämmschicht aufgebracht wird. Sie dient unter anderem dazu den Druck gleichmäßig zu verteilen und schützt auf diese Art die Dämmschicht. Ferner sorgt die Schicht für einen gleichmäßigen Untergrund, damit der Bodenbelag eine ebene Auflagefläche hat.

Vielfach dient der Estrich auch dazu, Höhenunterschiede auszugleichen, damit zwischen Räumen mit unterschiedlich hohem Bodenbelag keine Stufen entstehen. Oft soll damit eine im Bauplan vorgegebene Höhe erreicht werden.

Je nach Untergrund sind verschiedene Estriche erforderlich. Weit verbreitet ist Zementestrich (CT) genau genommen Beton. Wenn eine Fußbodenheizung geplant ist, kommt in der Regel Gussasphaltestrich (AS) oder Calciumsulfatestrich (CA) zum Einsatz. Diese leiten Wärme sehr gut und sind elastisch, können sich also bei Erwärmung ohne Rissbildung ausdehnen.

Unebenheiten in der Oberfläche des Estrichs wirken sich je nach Belag unterschiedlich aus. Bei weichen Belägen wie Teppichboden oder Cushioned Vinyl schmiegt sich der Boden am Unterbau an. Vertiefungen und Erhebungen sind deutlich sichtbar. Dies ist optisch störend, hat aber keine Auswirkung auf die Haltbarkeit.

Bei hartem Belag wie Fliesen, Parkett oder Laminat, kann es zu Brüchen des Bodens kommen. Der Oberboden überbrückt unbelastet Vertiefungen aber bei einer Belastung drückt er sich in die Kuhle und bricht.

Damit diese nicht geschieht, der Estrich zu nivellieren. Fließestrich gleicht sich durch die Schwerkraft automatisch aus. Bei Trockenstrich ist mit Richtscheit und Wasserwaage nachzumessen. Falls erforderlich, muss der Hausherr Spachtelmasse auftragen.

Nivellieren des Unterbodens

Der Ausdruck nivellieren bedeutet nicht anderes als auf das gleiche Niveau bringen, also glätten. Wie erwähnt, gleicht sich Estrich in der Regel beim Gießen automatisch aus. Ein nachträgliches nivellieren ist bei Trockenstrich und wenn ein verklebter Boden vom Unterboden gelöst wurde, erforderlich. Dabei entstehen Löcher beziehungsweise es bleiben Klebstoffreste zurück.

Statt den Boden zu spachteln, bietet es sich an eine selbstverlaufende Ausgleichsmasse aufzugießen, da diese sich automatisch gleichmäßig verteilt. Die Masse muss unbedingt zum vorhandenen Estrich passen. Auf Gussasphalt- oder Heizestrich darf nur eine flexible Masse aufgetragen werden, bei Zement sind alle Massen möglich. Falls der Unterboden aus Holz ist, muss zusätzlich ein Gitter aufgebracht werden, da Holzböden stark arbeiten.

Im ersten Schritt ist der maximale Höhenunterschied zu ermitteln, also der Unterschied zwischen der höchsten und der tiefsten Stelle. Dies ist die Stärke der Schicht, die aufzugießen ist. Die Hersteller bieten Ausgleichsmassen für verschiedene Schichtdicken an, beispielsweise 0 bis 5 Millimeter oder 4 bis 20 Millimeter. Bei der Wahl der richtigen Masse sind sowohl die Schichtdicke als auch der Untergrund zu beachten.

Da die Masse etwa die Konsistenz von Dosenmilch hat, ist es wichtig im Raum darauf zu achten, dass keine Abflüsse vorhanden sind. Am Rand zwischen Boden und Wand oder an Deckendurchbrüchen für Leitungen oder Rohre können Lücken vorhanden sein. Wer diese nicht sorgfältig verschließt, findet die Masse im unteren Raum wieder.

Der Rest ist einfach: Die Masse ist nach Vorschrift des Herstellers mit Wasser anzurühren. Ein Baueimer und ein Rührwerk sind von Vorteil, wenn eine größere Menge benötigt wird. Das Gießen beginnt an der Stelle, die am weitesten von der Tür entfernt ist und erfolgt von dort langsam in Richtung der Tür.

Ein Abziehen ist nicht erforderlich, aber der Raum darf in den nächsten ein oder zwei Tagen nicht betreten werden. Genaue Zeitangaben stehen auf der Verpackung des Produkts.

Sofern es keine Probleme bei der Wahl der richtigen Ausgleichsmasse gibt, ist kein Fachmann erforderlich. Hausherren, die sich nicht sicher sind, welcher Estrich vorhanden ist, sollten sich aber lieber von einem Fachbetrieb beraten lassen.

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