Ratgeber

Gartenarbeiten: Lärmschutzverordnung schützt vor Ärger

Autor:
Redaktion

Steigen die Temperaturen, ist Gartenarbeit angesagt. Laute Gartengeräte unterliegen der Lärmschutzverordnung, die vor Ärger mit den Nachbarn schützt.

Die Gartenlust kennt im Frühjahr keine Grenzen. Wenn alles grünt und sprießt, kommen Rasenmäher und andere Gartengeräte wieder zum Einsatz. Doch so schön die Gartenarbeit auch ist, sie führt oftmals zu Problemen mit den Nachbarn: Rasenmäher & Co. können unter Umständen ganz schön laut sein.  

Weil motorische Geräte in der Gartenpflege unverzichtbar sind, gibt es festgelegte Zeiten, zu denen Gartenarbeit mit motorbetriebenen Gartengeräten erlaubt ist. Wann darf man im eigenen Garten Lärm machen und wann muss man sich an Ruhezeiten halten?

Die Geräte- und Maschinen-Lärmschutzverordnung im Detail

Die 32. Verordnung des Bundesemissionsschutzgesetzes in Form einer bundesweit geltenden Geräte- und Maschinen-Lärmschutzverordnung, die die Ruhezeiten sehr genau regelt, gibt es seit 2002. In der Verordnung sind 57 Geräte aufgeführt, die von Baumaschinen bis hin zu Landschafts- und Gartengeräten reichen, die im Wohngebiet nur zu einer bestimmten Zeit in Betrieb genommen werden dürfen.

In der Lärmschutzverordnung sind beispielsweise Rasenmäher mit Elektro- oder Verbrennungsmotor und Geräte, die zwar leiser sind, aber dennoch eine Motorstärke von 20 Kilowatt haben, aufgeführt. Bei den leiseren Geräten handelt es sich um Vertikutierer mit Elektro- oder Verbrennungsmotor, Rasentrimmer, Rasenkantschneider, Vertikutierer, Schredder oder Heckenscheren mit Verbrennungs- oder Elektromotor und andere Geräte.

Wer sich nicht an die Regeln der Maschinenlärmschutzverordnung hält, muss mit Geldstrafen rechnen.

Rasenmäher dürfen mit Ausnahmen werktags von 7 bis 20 Uhr genutzt werden

In der Lärmschutzverordnung ist festgehalten, dass die oben aufgeführten Geräte werktags zwischen 7 und 20 Uhr betrieben werden dürfen. Sonn- und feiertags gilt ganztags eine Ruhezeit.

Das heißt, generell darf der Gartenbesitzer den Rasenmäher auch zur Mittagszeit benutzen, außer es gibt einschränkende Regeln, die das jeweilige Bundesland festlegt oder die in der Ortssatzung der einzelnen Kommunen festgesetzt wurden. Wer sich nicht sicher ist, kann beim Ordnungsamt Informationen zur spezifischen Regelung in seiner Gemeinde einholen.

Handrasenmäher wiederum dürfen zu jeder Tages- und Nachtzeit betrieben werden, vorausgesetzt das erforderliche Licht stört die Nachbarn nicht bei ihrer Nachtruhe.

Mähroboter dürfen den Nachbarn nicht überdurchschnittlich stören

Mähroboter dürfen im Garten auch stundenlang betrieben werden, vorausgesetzt sie sind nicht überdurchschnittlich laut. Zu laut ist der Mähroboter nur dann, wenn er nicht die ersichtlichen Grenz- und Richtwerte einhält und nicht gegen die festgelegten Lärmwerte verstößt.

Es gilt auch in diesem Fall zu beachten, dass es eventuell eine vom Ort vorgeschriebene Mittagsruhe gibt, die Gartenfreunde einhalten sollten. Außerdem können die Nachbarn gegebenenfalls nachweisen, dass die von ihnen empfundene subjektive Wahrnehmung der Geräusche unangenehmer sind, als die messbare Lautstärke erwarten lässt.

Für Laubbläser und Laubsammler gelten besondere Regelungen

Für Laubbläser und Laubsammler mit Verbrennungsmotor gelten wiederum andere Regeln. Diese dürfen nur werktags zwischen 9 bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr betrieben werden. Natürlich nur werktags.

Doch es gibt Ausnahmen für Geräte, die mit einem Umweltkennzeichen der Europäischen Union gekennzeichnet sind. Bei dem Zeichen handelt es sich um eine stilisierte Blüte mit einem Kreis aus 12 Sternen, die die Blütenblätter darstellen sollen. Für diese Geräte gelten Ruhezeiten wie für den Rasenmäher.

Beachtenswertes zur Maschinenlärmschutzverordnung

Zu beachten ist, dass sich in der Rechtsprechung allgemeine Ruhezeiten entwickelt haben, die Anwendung finden, wenn eine Gemeinde keine vorrangige Lärmschutzverordnung erlassen hat. Die Mittagsruhe gilt in diesem Falle von 13 bis 15 Uhr. Es handelt sich dabei aber nicht um starre Vorschriften, sondern nur um Regelzeiten, die in den Hausordnungen nochmals variabel gestaltet werden können.

Die Lärmschutzverordnung gilt nur für Privatleute

Auch wichtig ist, dass die Lärmschutzverordnung und die allgemeinen Ruhezeiten nur für private Tätigkeiten gelten. Wenn der Gärtner oder Handwerker Lärm verursacht, ist das in Ordnung, dieser kann schließlich keine mehrstündige Mittagspause machen und arbeitet zudem nicht regelmäßig im Garten und stellt damit keine große Belästigung für die Nachbarn dar.

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