Strom- und Heizenergiebedarf sind nur ein Teil bei der Betrachtung der Ökobilanz eines Hauses
Ratgeber

Graue Energie – versteckt im Bau

Autor:
Redaktion

Kein Haus ist emissionsfrei zu bauen. Und je mehr Energie sich beim Wohnen sparen lässt, desto mehr beeinflusst der Faktor Bau die Ökobilanz.

Dämmung, Sanierung, Niedrigenergie-Standards: Überall ist vom Leben im Haus mit minimalem Verbrauch die Rede. Doch in die Ökobilanz des Hauses gehört auch die graue Energie. Grau: Das ist die „unsichtbare“ Energiemenge. Jene, die für Baustoff-Herstellung und Transporte, Bauarbeiten, Gebäude-Instandhaltung sowie den Abriss des Hauses und die Entsorgung der Bauelemente anfällt. Kaum ein Bauherr kalkuliert die graue Energie mit ein. Dabei fließt sie in die ökologische Gebäudebewertung mit ein – addiert mit dem Strom- und Heizenergiebedarf.

Der ökologische Fußabdruck des Hauses

Je besser das Haus gedämmt ist, desto höher steigt der Anteil der grauen Energie – gemessen am Gesamt-Energiebedarf im Lebenszyklus des Hauses. Angenommen, das Haus wird rund 80 Jahre lang bewohnt. Dann beträgt der „graue“ Anteil bei Bauten nach den herkömmlichen gesetzlichen Energiestandards nur etwa 5 %. In Niedrigenergiehäusern steigt er – aufgrund des geringeren Heiz- und Stromverbrauchs – auf rund 45 %. Bei Passivhäusern sind es sogar ca. 90 %. Umso wichtiger wird es für Ökologie und Wertbestand, auch den Herstellungs-Energieaufwand zu optimieren.

Die Klimakiller unter den Baustoffen

Beispiel Zement: Bei Massivhäusern fällt dessen Herstellung, Verbauung und spätere Entsorgung stark ins Gewicht. Echte Klimasünder bei Herstellung, Bau und Abriss sind Stahl und Beton. Eine deutlich bessere Ökobilanz weist Holz auf, auch wenn dessen Lebenszyklus kürzer bemessen wird. Holz ist leicht, nachwachsend und energetisch verwertbar. Auch die Konstruktion spielt eine Rolle: Wer kompakt baut und auf komplexe Fassaden oder Dachaufbauten verzichtet, schont beim Errichten Ressourcen und spart später auch Heizenergie. Leicht zu verbauende Fertigbauteile minimieren ebenfalls den „grauen“ Anteil. Und wer noch dazu heimische Baumaterialien verwendet, vermindert CO2 durch Transportkosten.

Umweltschonende Dämm-Materialien

Bei den Dämmstoffen greifen Bauherren bis heute auf Polystyrol-Platten zurück. Das Problem: Die vermeintlich günstigen Platten benötigen viel Produktions-Energie. Und Deponien nehmen sie wegen ihrer problematischen Flammschutzmittel gar nicht oder nur noch gegen hohe Gebühren an. Besser schneiden Dämmmatten oder -platten aus Stein- oder Glaswolle ab. Die günstigste Klimabilanz aber weisen recycelte oder recycelbare Dämmstoffe aus Hanf, Jute oder Zellulose auf.

Kurzum: Mit den Bau- und Wohnenergie-Kosten allein greifen Bauherren und Architekten zu kurz. Erst die „graue Bilanz“ rundet die Kalkulation ab – samt Baustoffen und Folgekosten für Renovierung, Abriss und Entsorgung. Wer am falschen Ende spart, riskiert die spätere Wertminderung des Hauses als Eigenheim oder Geldanlage.

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