Besonders Familien genießen besondere Vergünstigungen beim jährlichen Erbbauzins.
Ratgeber

Günstiger bauen mit Segen der Kirche

Autor:
Redaktion

Bistümer und Landeskirchen bieten Baugrund mit vergünstigtem Erbbaurecht. Dadurch werden Grundstücke besonders für Familien erschwinglich.

Eine junge Familie – irgendwo in Deutschland. Die Eltern sind Mitte dreißig, ihre beiden Kinder im Vorschulalter. Die Frau arbeitet wegen der Kinder nur halbtags. Trotzdem leben sie ohne Geldsorgen im neuen Eigenheim.

Normalerweise hätte sich die Familie beides niemals leisten können: das Haus und das teure Bauland. Doch sie baute auf einem Grundstück der Kirche. Dieses erhielten sie über das sogenannte vergünstigte Erbbaurecht. Evangelische Landeskirchen und katholische Bistümer bieten es Verheirateten mit Kindern, denen das nötige Kleingeld fehlt.

Was ist das Erbbaurecht?

Das Erbbaurecht ermöglicht es Bauherren, auf fremdem Grund und Boden ihr eigenes Haus zu erreichten und zu bewohnen. Statt des vollen Kaufpreises für das Grundstück zahlen sie über einen fest vereinbarten Zeitraum regelmäßige Raten. Und die Kirchen? Sie gehören zu den größten Grundbesitzern in Deutschland. Mit Familien als Bauherren schließen sie üblicherweise Erbbaurechts-Verträge über 99 Jahre ab – also auch noch für die Erben.

Baugeld vom Bischof: Wo liegt die Ersparnis?

Für ihre Grundstücke fordern die Kirchen einen jährlichen Erbbauzins. Dieser liegt meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich des Gesamtwerts. Nutznießer sind vor allem Familien mit Kindern. Denn viele Kirchen bieten zusätzlich je Kind weitere Zinsermäßigungen von 10, 20 oder mehr Prozent an. In manchen Fällen zahlen Familien mit drei, vier oder mehr Kindern sogar keinerlei Erbbauzinsen. Zumindest gilt dies für begrenzte Zeiten: manchmal wenige Jahre lang. Manchmal, bis die Kinder erwachsen sind. Bisweilen auch bis zum 25. Lebensjahr der Kinder oder solange sie studieren.

Warum sind die Kirchen spendabel?

Die Kirchen sehen sich in der sozialen Pflicht, Familien zu unterstützen. Im Regelfall ist die Erbbaurechts-Vergabe nicht einmal konfessionsgebunden. Wichtig ist nur die Zugehörigkeit zu einer der anerkannten Glaubensgemeinschaften. Auch orthodoxe Christen können Verträge erhalten. Einige Kirchen vergeben sogar Bau-Hypothekendarlehen unter Vorbehalt oder zinslose Darlehen oder zu vergünstigten Konditionen.

Das Erbbaurecht ist jedoch mehr als reine Wohltätigkeit. Schließlich bleibt die Kirche Grundeigentümer und kann langfristig Rendite erwirtschaften. Außerdem wird das Angebot nicht offensiv beworben, um einen Ansturm zu vermeiden.

Anträge früh stellen

Da die Zahl der Grundstücke begrenzt ist, müssen Antragsteller möglichst lange vor dem gewünschten Baubeginn vorstellig werden. Auch die Fördermittel werden meist auf eine Maximalsumme pro Jahr gedeckelt und sind schnell erschöpft. Doch es lohnt sich: Die begünstigte Familie aus dem obigen Beispiel konnte sich durch das Ersparte eine Sondertilgung der Anschlussfinanzierung leisten.

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