Ratgeber

Handwerk ist uncool – 11 der größten Vorurteile gegenüber Handwerkern

Autor:
Redaktion

Dumm gefragt, aber haben nicht alle Handwerker nur einen Hauptschulabschluss, trinken während der Arbeit Bier und sind immer dreckig? Mit welchen Klischees wird der schlechte Ruf des Handwerks eigentlich aufrechterhalten? Wir nehmen das „Imageproblem“ des Handwerks mal etwas genauer unter die Lupe, checken die Vorurteile und deren Hintergründe.

 

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1. Mythos Hauptschulabschluss

Äääh sorry, aber ich kenne mindestens drei Handwerker, die einen Abschluss in galaktischer Raketenwissenschaft haben. Scherz bei Seite. Im Jahr 2018 hatten rund 40 Prozent der Ausbildungsstarter einen Realschul- oder gleichwertigen Abschluss. Und immer mehr Abiturienten nutzen die Chance, eine herausfordernde und zukunftsorientierte Karriere im Handwerk zu starten. Und ein weiterer Trend ist zu beobachten: Immer mehr Studienabbrecher finden ihren Traumjob in einem handwerklichen Beruf.

Fakt ist: Auch höher qualifizierte Menschen zieht es ins Handwerk.

Aufstiegschancen: Meister, duale Studiengänge, fachgebundene Hochschulreife.

Handwerker sind dumm!? - Frag ‘nen Handwerker: Klischees

 

2. Ohne Bier geht nichts

Mit dem Bierchen in der Hand, Kippe qualmend, Betonsäcke schleppen? Das Klischee vom Bier trinkenden Bauarbeiter in Latzhose steht unangefochten an Platz eins des Vorurteile-Rankings.

Fakt ist: Dieses Klischee ist längst Geschichte!

Bier und Arbeit gehören nicht zusammen. Hier nur drei Gründe: gefährliche Maschinen. Im Handwerk geht es um Geschick und Präzision. Alkohol am Steuer, das wird teuer!

3. Männer sind die besseren Handwerker

Handwerk ist eine Männerdomäne. Tatsächlich sind Frauen auf Baustellen leider noch immer unterrepräsentiert. Beispiel: Im Jahr 2017 waren nur 1,4 Prozent der Azubis im SHK Bereich weiblich.

Hallo Fachkräfte- und Nachwuchsmangel? Teil der Lösung: Mehr Frauen fürs Handwerk begeistern?

Fakt ist: Viele Frauen wissen einfach nicht, dass das Handwerk für sie in Frage käme.

Zwar braucht man als Frau auf dem Bau ein dickes Fell, aber eben auch Köpfchen, Geschick und Leidenschaft. Und all diese Eigenschaften sind nicht von einer geschlechtlichen Zugehörigkeit abhängig.

4. Büro Jobs sind besser

Es ist doch ein lästiges gegeneinander ausspielen. Ein Job im Büro ist natürlich nicht besser als ein Handwerksberuf. Und umgekehrt. Die Entscheidung welchen Beruf und damit verbunden, welches Arbeitsumfeld das Beste für einen ist, ist eine individuelle Entscheidung.

Fakt ist: Kreativ kann man sowohl hinterm Schreibtisch als auch hinter der Werkbank sein.

5. Handwerk ist ungesund – Ackern, malochen, schuften.

Viele Handwerksberufe sind mit körperlich anstrengenden Tätigkeiten verbunden. Aber wie überall gilt: Vorsorge ist besser als Nachsorge. Immer mehr Handwerker haben ihr Bewusstsein geschärft, machen Rückenübungen als Ausgleich oder nehmen an Vorsorgeprogrammen ihrer Krankenkassen teil. Und zum anderen wird der Großteil der anstrengenden Tätigkeiten mittlerweile von Maschinen unterstützt oder übernommen.

Fakt ist: Jobs in Büros gehören zu den rückenschädigendsten Tätigkeiten überhaupt.

6. Handwerk ist uncool

Handwerk ist uncool? Was wohl der Heimwerker King Fynn Kliemann (Kliemannsland rund 480.000 Abonnenten auf YouTube) dazu sagen würde? Und auch ein anderer Hochkaräter der deutschen YouTube Szene begeistert circa 1,3 Millionen junge Erwachsende für Handarbeit, indem er auf seinem Kanal Bulien Jam über Monate versucht, einen Pool zu bauen.

Fakt ist: Handwerk war schon immer cool!

7. Handwerk ist perspektivlos

Handwerk hat keine Zukunft? Das Gegenteil ist der Fall. Handwerksbetriebe sind teilweise Wochen und Monate ausgelastet. Qualitativ hochwertige handwerkliche Leistungen sind gefragter denn je und es wird händeringend um qualifizierten Nachwuchs gebuhlt. Und eines noch: Im Handwerk ist die Zukunft immer schon heute. Hää? Nur ein paar Schlüsselbegriffe, die das Handwerk prägen: Digitalisierung, Smart Home, 3D-Drucker.

Fakt ist: „Handwerk hat goldenen Boden“

8. Handwerk ist schmutzig

Die Arbeitskleidung hat Farbsprenkler, man riecht nach Holz und die Hände haben etwas Öl abbekommen. Wo gehobelt wird, da fallen eben auch Späne. Das sind halt die Spuren von Fleiß und Produktivität. Ein Fußballer schwitzt ja auch, nachdem er 90 Minuten über den Platz gerannt ist. Aber nicht jeder Handwerker kommt abends völlig schmutzig nach Hause.

Fakt ist: Der Volksmund sagt: „Dreckige Hände sind ein Zeichen für sauberes Geld“

9. Handwerk ist eintönig und nicht kreativ

Jeden Tag das Gleiche? Wie in jedem anderen Beruf auch, gibt es Routinen und Daily Business. Aber dein Alltag besteht eben auch daraus zu den verschiedensten Kunden zu fahren, bei wechselnden Projekten mit anzupacken und auf unzähligen Baustellen Handwerker aus den verschiedensten Gewerken kennenzulernen. Und wie sagt man so schön: „Kein Problem gleicht dem anderen!“

Fakt ist: Handwerker haben immer (mindestens) Plan B griffbereit.

10. Handwerker werden schlecht bezahlt

Machen wir uns nichts vor. Die Gehälter im Handwerk sind im Vergleich zu anderen Branchen relativ niedrig. Und das obwohl das Handwerk nicht nur „Ausbilder der Nation“ ist (27,4 % aller Auszubildenden im Jahr 2016 gingen einer Beschäftigung im Handwerk nach), sondern mit einem Umsatz von 500 Milliarden Euro auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor ist.

Fakt ist: Handwerker verdienen nicht schlechter als andere Ausbildungsberufe.

Azubis im Einzelhandel, Rechtsanwaltsfachangestellte oder Bank- und Bürokaufleute verdienen vergleichbar viel wie ein Handwerker.

11. Das Handwerk ist im Mittelalter stehen geblieben

Es gibt tatsächlich Berufe, die dem Mittelalter recht nahekommen. Zum Beispiel der Beruf des Buchbinders oder des Hofschmieds.

Fakt ist: Die Digitalisierung ist aus den meisten Handwerksberufen kaum noch wegzudenken.

So zeigen aktuelle Studien, dass ein Großteil von Betrieben daran arbeitet ihre digitalen Infrastrukturen auszubauen. Und das geht weit über das benutzen eines Smartphones hinaus.

 

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