Zufahrten werden besser so konzipiert, dass Autofahrer trocken und schwellenfrei vom Stellplatz ins Haus kommen können
Ratgeber

Heute an Barrieren von morgen denken

Autor:
Redaktion

Für viele Menschen bedeutet Mobilität, das Auto nutzen zu können. Notwendigkeit oder Komfort sind Gründe, den Weg zum Parkplatz schwellenfrei zu gestalten.

Damit der Wagen problemlos erreicht werden kann, gilt es, alle Wege zwischen Haus und Garage zu optimieren. Und das geht ist eigentlich einfach und vor allem naheliegend: Dunkle Bereiche wollen erhellt, Stolperfallen auf dem Gehweg eingeebnet werden. Theoretisch weiß das schon jedes Kind. Nichtsdestotrotz erstaunt es immer wieder, wo überall Unfälle passieren. Interessanterweise heißt es dann nicht: „Oh, eine ganz neue Bodenwelle“, sondern, „Darüber bin ich doch noch nie gefallen“.

Gewohnheiten sind die größten Barrieren

Der erste Schritt zur Beschwerdefreiheit auf dem Weg nach draußen heißt, mit aller Aufmerksamkeit den Gang zur Garage oder zum Stellplatz untersuchen. Auch wenn Barriereverringerung hauptsächlich im Zusammenhang mit Behinderungen oder dem Älterwerden genannt wird: Auch junge Eltern freuen sich, wenn das Neugeborene nach dem Ankommen im Kinderwagenaufsatz weiter schläft und es nicht aufwacht, weil Mutter oder Vater auf unebenen Platten stolpern.

Platz da auf dem Stellplatz!

Wer mit dem Auto fährt, wünscht sich einen Parkplatz ohne in diesen mühevoll einzirkeln zu müssen. Außerdem sollte er genügend Raum bieten, um Einkaufskisten vom Beifahrersitz und Kinderwagen oder Rollator aus dem Kofferraum heben zu können. Wer neu baut, kann diesem Bedürfnis von vornherein Rechnung tragen und zwischen 120 und 150 Zentimeter Bewegungsfreiheit rechts und links der Autotür einplanen. Ein großzügig überstehendes Dach auf Kofferraumhöhe lässt den Auspackenden auch bei Regen trocken bleiben.

Automatische Toröffner

Sehr angenehm ist es, wenn sich Garten- und Garagentor automatisch öffnen und schließen – so muss nicht bei Nässe, im Dunklen oder bei Kälte das Schloss gesucht werden. Modernisierung beginnt damit, Gerümpel zu entfernen, das den Weg versperrt. Eventuell lassen sich schon mit kleinen Eingriffen Wände oder Trägerbalken beim Carport verschieben. Wer häufig größere Einkäufe zu erledigen hat, tut zudem gut daran, sich auf Hüfthöhe Ablagen zu schaffen. Von einem Hocker oder einer Bank aus können Taschen und Tüten ohne mühsames Bücken nach und nach abtransportiert werden.

Parkplatz erhellen

Lichtschalter direkt am Stellplatz, die für Helligkeit am Parkplatz und dem Weg zum Haus sorgen, verringern die Stolpergefahr im Dunkeln. Griffe und Drücker sollten in optimaler Höhe angebracht sein, bei Rollstuhlfahrern etwas tiefer als bei Nutzern eines Rollators. Bei mehreren Bedienelementen, die etwa Einfahrt, Weg, Haustür und Flur beleuchten, ist eine Höhe zwischen 85 und 105 Zentimeter zu empfehlen. Wer farblich abgesetzte Drücker nutzt, zum Beispiel mit roter Leuchte, findet sie leichter. Um sich bei jeder Witterung orientieren zu können, sollte die Beleuchtung für den Außenbereich nicht blenden. Noch einfach zu bewältigen wird der Weg mit dynamischen Lichtern, die sich nach Gebrauch in individuell einstellbarer Zeit ausschalten.

Mit R 9 und BGR 181 gegen Sturzunfälle

Welcher Bodenbelag der Beste ist, hängt von den Anforderungen seiner Nutzer ab. Rollstuhlfahrer bevorzugen glatte Wege mit wenig Rollwiderstand. Für ältere und gehbehinderte Menschen empfehlen sich rutschhemmende Böden. Über den Grad der Rutschhemmung geben sogenannte „R-Werte“ Auskunft. Auf Gehwegen und Auffahrten zu Mehrfamilienhäusern, die viele unterschiedliche Parteien nutzen, verlegen Hauseigentümer häufig Beläge mit Rutschhemmklasse R 9 verlegt. Mit einem zusätzlich aufgetragenen wasserbasierten Zwei-Komponenten-Polyurethan kann sogar die Stufe R 10 erreicht werden. Anti-Rutsch-Streifen an Treppenkanten sorgen zusätzlich für Standfestigkeit. Orientierung bietet hier die BGR 181, eine Regel aus den Berufsgenossenschaften. Sie bietet Anhaltspunkte, welche Beläge dem neuesten Stand der Entwicklung entsprechen.

Leicht aus dem Keller kommen

Bei älteren Häusern befindet sich die Garage oft im Keller, von außen erreichbar über abschüssige Zufahrten oder von innen über Treppen im Haus. Für beides empfiehlt sich, von vornherein Geländer anzubringen oder nachzurüsten, am besten auf beiden Seiten und in ausreichender Länge. So findet die bevorzugte Greifhand beim Auf- und Abgang sicheren Halt. Für selbstfahrende Rollstuhlnutzer gilt: Je kürzer die Auffahrt, desto steiler und schwieriger zu bewältigen. Orientierung für den optimalen Winkel und die beste Länge bei der Neuanlage bietet die Berechnung für Rampenlängen: Höhe des Hindernisses, sie beträgt beispielsweise einen Meter Niveau-Unterschied, multipliziert mit 100, geteilt durch sechs (Prozent Steigung). Dann ist der Weg vom Auto zur Haustür auch ohne fremde Hilfe machbar.

Zuschüsse unterstützen Umbau

Wer schon einmal Kostenvoranschläge für Modernisierungen eingeholt hat, weiß, dass schon kleine bauliche Veränderungen zuweilen tiefe Löcher im Geldbeutel hinterlassen. Oft hilft der Besuch bei einer Wohnberatungsstelle. Dort wird geklärt, wie die Wohnung an gesteigertes Komfort-Bedürfnis, Alter, Behinderung oder Pflegesituation anzupassen ist und ob es finanzielle Hilfe gibt. KfW-Kredite oder Investitionszuschüsse in Höhe von bis zu 6.250 Euro pro Wohneinheit für altersgerechtes Umbauen beeinflussen die Entscheidung, heute an morgen zu denken, möglicherweise positiv.

Tags:
Gewerke:Garten- und Landschaftsbauer

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