Ausgewogen wie Sushi, raffiniert wie Sudoku und einschneidend wie Kamikaze: Asiaten entwickeln mit einem kleinen Haushaltsbuch eine erfolgversprechende Budget-Taktik
Ratgeber

Kakebo – ein Haushaltsbuch als Spar-Motivator

Autor:
Redaktion

Herkömmliches Sparen gleicht oft dem Warten auf Wunder. Kluge Japaner graben ihr bisheriges Leben lieber um, statt ihre Zeit mit Hoffen zu vergeuden.

Es herrscht Ebbe im Portemonnaie? Nachhaltige Hilfe für diese Sorge bietet das japanische Kakebo, einfach übersetzt Haushaltsbuch. Es misst gerade einmal 14 mal 20 Zentimeter, passt in die kleinste Handtasche und kann so jederzeit beim Rechnen unter die Arme greifen.

Papier ist geduldig

Üblicherweise versucht der Mensch zu sparen, in dem er sich schriftlich einen Überblick über seine Finanzen verschafft. Alle Einnahmen, alle Ausgaben, die letzteren gern aufgerundet, um das Rechnen zu vereinfachen. Das Auflisten allein führt jedoch auch bei Japanern selten dazu, dass am Ende des Monats Lohn oder Gehalt übrig bleibt. Die Aufmerksamkeit beim Ausgeben erhöht sich vielleicht kurzfristig, aber der eben erwachte Sparwille erliegt auch ebenso schnell den verlockenden Konsumgütern. Nach 30 Tagen nehmen die Asiaten daher einen Kassensturz vor, aber auch eine erste Analyse des Ausgebeverhaltens.

Unerbittlich wie Harakiri geht es ans Eingemachte

Der Schlüssel für langfristigen Erfolg heißt: Motivationsforschung. So findet sich in dem stylishen Heft eine Entscheidungsmatrix, die zunächst fragt, zu welchem Zweck eine Anschaffung erfolgen soll. Das Buch enthält ein Kapitel mit Fragen. „Brauche ich einen Gegenstand wie diesen?“ heißt es dort etwa. Die Antwort muss selbstverständlich ehrlich erfolgen, sonst bleiben die finanziellen Bemühungen schon im Ansatz stecken. Lautet sie: „Nein, brauche ich nicht“, überlässt es dem Nutzer des Büchleins die Schlussfolgerung. Es fragt lediglich: „Was hast Du Dir dabei gedacht?“.

Eile mit Weile anstelle überstürzter Fehlkäufe

Wird die Sache hingegen benötigt, regt der Lebensplaner an, nach Alternativen zu suchen. Dies tut er ohne erhobenen Zeigefinger, sondern mit einem freundlich dreinblickenden Sparschweinchen. Es steht etwa für die Frage, ob sich noch eine andere Möglichkeit findet, anstehende Aufgaben zu erledigen? Von Freunden etwa die Nähmaschine zum Kürzen von Vorhängen zu leihen, statt Gespartes zum Schneider zu tragen. Muss etwas tatsächlich gekauft werden, gilt es nur noch zu klären, ob die Anschaffung sofort zu erfolgen hat oder sich noch aufschieben lässt.

Versprochen ist versprochen

Was darf es sein? Hotel statt Campingplatz im Sommerurlaub, ein neues Fahrrad oder einfach Spielgeld für Liebhabereien? Bei der Festlegung der Sparziele herrscht Freiheit der Gedanken und Wünsche. Kakebo erlaubt alles. Bindend ist dagegen der nächste Abschnitt: Mit welchen Versprechen an sich selbst soll der Ferientag finanziert, mit welcher veränderten Kleinigkeit kann statt des billigen Rasenmähers das hochwertigere Modell bezahlt werden? Schriftlich festgehalten sehen Sparer am Ende des Monats schwarz auf weiß, an welcher Stelle das Haushalten funktioniert. Und wo noch Nachbesserungsbedarf besteht.

Gnädig und geduldig mit sich selbst

Wenn täglich doch weiter zwei Packungen Zigaretten statt nur einer geraucht und Ziele verfehlt wurden, trösten die sonst strengen Japaner, „Lass den Kopf nicht hängen!“. Die erforderliche Ernsthaftigkeit vorausgesetzt, vertrauen die Asiaten darauf im nächsten Monat die eigenen Vorgaben besser zu erfüllen. Und dann findet sich auch bald „Endlich genug Geld für alles“ in der Börse, so verspricht es jedenfalls der Buchtitel.

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