Moderne Einzelraumfeuerstätten wie diese sorgen für eine effiziente und saubere Verbrennung mit geringem Brennstoffbedarf
Ratgeber

Kamine trotzen der Feinstaubdebatte

Autor:
Tanja Müller

Die Zeit der rußenden Schlote ist vorbei. Moderne Kaminöfen stoßen weit weniger Feinstaub aus als ihre betagten Kollegen.

Wohlige Wärme mit gutem Gewissen erzeugen, das geht ganz einfach, beherzt der Feuermacher einige Tipps und nutzt eine moderne Feuerstätte. Denn diese unterschreiten die erforderlichen Emissionsgrenzwerte für Staub und Kohlenstoffmonoxid deutlich. Sie stoßen bis zu 80 Prozent weniger Feinstaub aus als ihre Vorgänger aus den 80er und 90er Jahren.

Das belegt jetzt eine unabhängige Untersuchung der schwedischen Energieagentur, die dem Umweltministerium unterstellt ist: Der Vergleich zweier alter Holzöfen mit 15 modernen Festbrennstoffgeräten zeigt, dass die neuen Öfen nicht nur umweltfreundlicher, sondern auch effizienter sind. Sie erzeugen mit bis zu 20 Prozent weniger Brennholz die gleiche Wärmeleistung wie die Oldies.

Mit Holz heizen trotz Smogs

In Sachen Verbrennungstechnik hat sich einiges getan. Das hat auch das Verkehrsministerium Baden-Württemberg überzeugt. Es erlaubt jetzt den Betrieb von modernen Feuerstätten in Stuttgart auch an Tagen, an denen Feinstaubalarm ausgerufen wird. Damit setzt die Smog-belastete Stadt ein Zeichen, das weit über die Landesgrenzen Beachtung findet. Der Industrieverband Haus-, Heiz- und Küchentechnik e.V. (HKI) begrüßt die Entscheidung, steht sie doch dafür, dass mit dem Austausch alter Feuerstellen mehr für die Umwelt erreicht wird, als durch temporäre Nutzungsverbote.

Unter die Ausnahmegenehmigung fallen alle Kaminöfen, Kachelöfen und Heizkamine, die seit 2015 auf dem Markt sind, sowie alle älteren Anlagen, welche die gesetzlichen Anforderungen an holzbetriebene Feuerstätten im Rahmen der Bundes-Immissionsschutzverordnung erfüllen.

Alte Feuerstätten stilllegen oder nachrüsten

Von den etwa zehn Millionen Feuerstätten in Deutschland sind inzwischen 1,5 Millionen durch moderne Geräte ersetzt worden. Weitere vier Millionen müssen noch ob der Verordnung bis zum Jahr 2024 ausgetauscht, stillgelegt oder nachgerüstet werden. Ende 2017 endet die Schonfrist für Feuerstätten bis einschließlich Baujahr 1984. Öfen bis zum Baujahr 1994 müssen bis 2020 ausgetauscht werden. Im Zweifel einfach den Schornsteinfeger fragen.

Ökologischer ist das Heizen mit Stückholz oder Pellets allemal. Schließlich verbrennen diese im Gegensatz zu Heizöl und Gas umweltfreundlich, weil klimaneutral. Sprich: Durch das Feuer entsteht nur so viel CO2, wie das Holz während seines Wachstums aufgenommen hat. Das verstärkt weder den Treibhauseffekt, noch belastet es unsere knapper werdenden Ressourcen, vorausgesetzt Kamin oder Ofen werden korrekt befeuert.

Scheit ist nicht gleich Scheit

Wer ökologisch heizen möchte, setzt auf trockenes Stückholz oder Pellets. Zum Verbrennen darf ausschließlich Natur belassenes, lufttrockenes Holz mit anhaftender Rinde (Restfeuchte maximal 15 bis 20 Prozent) oder Presslinge aus Holzspänen beziehungsweise Sägemehl ohne Bindemittel (Pellets) zum Einsatz kommen. Keine Abfälle verbrennen, auch keine Briketts aus Altpapier. Sie belasten die Umwelt und vor allem die Luft der eigenen Innenräume. Das Verbrennen beschichteter, lackierter oder verleimter Hölzer und Spanplatten kann sogar schädliche Stoffe freisetzen.

Tags:
Gewerke:Ofen- und Luftheizungsbauer

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