Kfz-Versicherung für Firmenwagen: Steuerliche Aspekte
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Kfz-Versicherung für Firmenwagen: Steuerliche Aspekte

Autor:
Redaktion

Zählt der Firmenwagen zum Betriebsvermögen, gilt für das Finanzamt bei Versicherungsleistungen der Grundsatz: „Ganz oder gar nicht“.

Es kommt oft vor, dass der Firmenwagen auch für private Zwecke genutzt wird und die Versicherung des Wagens nicht über das Geschäft läuft, sondern beispielsweise über den Ehegatten, weil dieser einen günstigeren Tarif bekommt.

Für das Finanzamt spielen diese Aspekte keine Rolle. Zählt der Firmenwagen zum Betriebsvermögen, gelten die Versicherungsleistungen in voller Höhe als Betriebseinnahmen.

Versicherungszahlungen zählen als Betriebseinnahmen

Der Bundesfinanzhof hat bestimmt: Versicherungseinnahmen aus Betriebsvermögen sind Betriebseinnahmen.

Wird der Firmenwagen sowohl privat als auch geschäftlich genutzt, kann der Betriebsinhaber entscheiden, ob der Wagen zum Betriebsvermögen zählt. Wenn er sich dafür entscheidet alle Kosten als Betriebsausgaben abzusetzen, wie etwa die Versicherungsprämien, dann zählen auch alle Versicherungszahlungen im Falle eines Falles als Betriebseinnahmen.

Was ist, wenn die Kfz-Versicherung nicht aus Betriebsgeldern bezahlt wird?

Was ist, wenn der Wagen zwar dem Betrieb gehört, aber die Versicherung vom Ehegatten privat abgeschlossen wurde? Dies lässt sich an einem Beispiel gut erläutern:

Ein Fahrzeug befindet sich in Betriebseigentum, es wird sowohl geschäftlich als auch privat genutzt. Die Haftpflichtprämie wird als Betriebsausgabe geltend gemacht. Der Ehegatte der Betriebsinhaberin schließt privat eine Kaskoversicherung auf das Fahrzeug ab.

Der Ehegatte hat einen selbstverschuldeten Unfall. Die Reparaturkosten werden als Betriebsausgaben geltend gemacht. Die Kaskoversicherung erstattet dem Ehegatten die Kosten, diese werden deshalb nicht als Betriebseinnahmen angegeben. Nun gibt es Probleme mit dem Finanzamt, denn dieses setzt die Versicherungsleistungen als Betriebseinnahmen ab.

Vor dem Finanzgericht Nürnberg bekommt das Finanzamt recht: Es handelt sich um Betriebseinnahmen (Urteil vom 7. Dezember 2017, Az. 6 K 1148/16).

Es spielt vor dem Finanzamt keine Rolle, wer die Versicherung bezahlt

Es kommt nicht darauf an, zu welchem Zeitpunkt der Schaden eintritt – geschäftlich oder privat, weil die Leistung der Versicherung sich nicht nach der Nutzungsquote aufteilen lässt.

Es spielt auch keine Rolle, wer die Versicherung bezahlt und die Leistungen kassiert. Es handelt sich beim aufgezeigten Fall um eine Versicherung „für fremde Rechnung“, deren Leistungen dem Versicherten zustehen. Daher ist der Versicherungsnehmer dazu verpflichtet, den an ihn gezahlten Betrag an den Versicherten weiterzuleiten. Wenn es dabei um Ehegatten geht, handelt es sich um einen Verzicht aus privaten Gründen, das ist steuerlich wie eine Privatentnahme aus dem Betriebsvermögen zu werten.

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