Klinkerfassaden können oft durch eine Einblasdämmung gedämmt werden
Ratgeber

Klinker dämmen - Möglichkeiten im Vergleich

Autor:
Redaktion

Hinterfütterte Fassaden mit Klinker wurden bereits vor Jahrzehnten zur Wärmedämmung errichtet. Das Dämmen muss zu diesem Aufbau passen.

Wärmedämmung auf Klinker

Echte Klinkerfassaden, also nicht nur eine Verblendung mit Klinkerriemchen, sind ein zweischaliger Maueraufbau mit Hinterlüftung. Der Fachmann spricht von einem Hohlschichtmauerwerk. Bei älteren Gebäuden war diese Klinkerfassade nicht freitragend, sie war mit dem Mauerwerk des Hauses über Anker verbunden. Erst ab etwa 1970 entstanden freitragende Mauern als Wärmedämmung für Häuser.

Will man die Fassade dämmen, muss also entweder die Verschalung abgetragen werden oder es muss eine Dämmung in dieser Hohlschicht erfolgen. Dies ist nicht immer zu empfehlen.

Dämmen mit Einblasdämmstoffen

Das Verfahren klingt sehr einfach. Es wird daher oft falsch angewendet oder bei Gebäuden, die nicht nach dem Verfahren gedämmt werden sollten. Generell sollte eine nachträgliche Verfüllung der Hohlschicht nur erfolgen, wenn die Vorsatzwand nicht mit Ankern an der Hauswand angebracht ist. Diese bilden sonst Wärmebrücken. Die Dämmung ist also nicht vollflächig.

Bevor eine Entscheidung über die Dämmung in der Luftschicht getroffen wird, muss die Breite des Hohlraums festgestellt werden. Beträgt dieser weniger als vier Zenitmeter, können nur spezielle sehr gut rieselnde Dämmstoffe verwendet werden. Auch ist bei diesen dünnen Luftschichten keine große Verbesserung der Wärmleitfähigkeit zu erwarten. Der älteste Kerndämmstoff Perlite macht nur Sinn, wenn die Hohlschicht dicker als fünf Zentimeter ist. Für schmale Hohlräume sind Aerogel-Kerndämmstoffe geeignet.

Wärmevolldämmung ist teuer

Eine Wärmevolldämmung auf dem Klinker ist kaum sinnvoll, weil die Luftschicht zwischen Klinker und Hauswand ein Schwachpunkt ist. Lässt man diese offen, wirkt die Dämmung nicht, verschließt man diese, kommt es zu Problemen mit Feuchtigkeit in der Hohlschicht.

Bei einer Wämevolldämmung von außen muss die komplette Klinkerfassade abgetragen werden. Anschließend wird das Dämmmaterial angebracht. Wer mag, kann nun aus optischen Gründen wieder verklinkern. Da bei diesem Verfahren meist ein Gerüst nötig ist, muss mit Kosten von über 120 Euro pro Quadratmeter gerechnet werden. Dafür kann man mit dieser Methode eine ausreichende Dämmung erreichen. Auch sind die Maßnahmen immer förderfähig. Es besteht allerdings die Möglichkeit, dass Denkmalschutzauflagen dem Dämmen entgegenstehen.

Wahl der geeigneten Dämm-Methode

Da Klinker nicht dampfdicht sind, ist eine Kerndämmung meist durchführbar und sinnvoll. Wurden die Steine aber mit Fliesen oder nicht diffusionsoffenen Anstrichen versehen, ist das Verfahren nicht möglich. Wichtig: Kerndämmung ist keine Arbeit für einen Heimwerker. Es muss ein Unternehmen mit langjähriger Erfahrung beauftragt werden. Dieses führt zuvor eine endoskopische Untersuchung der Hohlschicht durch. Hierbei zeigt sich, ob die Methode machbar ist und ob die gesetzlichen Vorschriften erfüllt werden können. Gibt es Wasser im Sockelbereich, ist das Verfahren zum Beispiel nicht möglich.

Ob eine deutlich aufwendigere Wärmevolldämmung nötig ist, hängt vom Ergebnis dieser Untersuchungen ab.

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Tags: FassadeWärmedämmung
Gewerke:Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer

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