Ratgeber

Krankheit bei Selbstständigkeit: Was tun?

Autor:
Redaktion

Viele Handwerker sind als Ein-Mann-Betrieb selbständig. Unvorbereitet kann ein Krankheitsausfall zum existenzbedrohenden Desaster führen.

Wenn alles glatt läuft, ist alles gut! Aber es gilt sich für alle Fälle abzusichern. Vor allem wenn Handwerker krank werden, sollte sie sich im Vorfeld finanziell abgesichert haben.Jeder Krankheitstag tut finanziell weh und kann bei länger anhaltender Krankheit sogar existenzbedrohend für den Betrieb sein.

Krankengeldabsicherung ist wichtig

Der Selbständige hat die Wahl: Freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse oder private Krankenversicherung. Je nachdem welche Art der Versicherung gewählt wurde, ergeben sich unterschiedliche Möglichkeiten:

Entweder zahlt der Selbständige in der freiwillig gesetzlichen Krankenkasse einen ermäßigten Betrag oder entscheidet sich für die Zahlung des normalen Satzes. In diesem Falle hat der Selbständige ab dem 43. Tag seiner Arbeitsunfähigkeit Anspruch auf ein gesetzliches Krankengeld.

Wer als Selbständiger kein finanzielles Polster angespart hat, hat nun ein Problem. Aber auch für diesen Fall gibt es eine Möglichkeit: Viele Krankenkassen bieten einen Wahltarif für Selbständige. In diesem Falle wird das Krankengeld schon ab dem 15. Tag der Krankheit gezahlt. Die Höhe des Krankengeldes ist in den Wahltarifen frei wählbar, aber darf das Netto-Einkommen nicht übersteigen. Manche Krankenkassen deckeln auch schon früher oder zahlen eine maximale Summe pro Tag aus.

Ist der Handwerker privat versichert, sollte er die Krankentagegeld-Versicherung extra abschließen. Im Krankheitsfall muss er nachweisen, dass die Arbeit in keinster Weise ausführbar ist. Ein Attest ist zwingend notwendig.

Krankentagegeld – und was ist danach?

Die Leistungsdauer des Krankentagegeldes ist begrenzt. Sie beträgt 26 bis 78 Wochen innerhalb von drei Jahren. Bei schwerwiegenden Erkrankungen reicht das nicht aus.

Selbständige Handwerker sollten unbedingt eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) abschließen. Eine Berufsunfähigkeit liegt dann vor, wenn man aufgrund schwerer Krankheit bereits sechs Monate oder länger nicht mehr seiner Tätigkeit nachgehen kann.

Die Versicherung springt also ein, wenn das Krankentagegeld nicht mehr gezahlt wird. Die BU zahlt auch bei vorübergehender Berufsunfähigkeit, also wenn eine Genesung in Aussicht ist.

Erwerbsminderungsrente nach Krankheit und folgender Arbeitsunfähigkeit

Ist man nur noch eingeschränkt in der Lage zu arbeiten, kann eine Erwerbsminderungsrente beantragt werden. Diese wird frühestens sechs Monate nach Krankheit ausgezahlt. Die Höhe orientiert sich am zuletzt verdienten Netto-Einkommen und beträgt etwa die Hälfte dessen. Kann man weniger als drei Stunden am Tag arbeiten, zahlt sie den vollen Betrag. Bei drei bis sechs Stunden Arbeitsfähigkeit gibt es die Hälfte der Erwerbsminderungsrente (etwa ein Viertel des Netto-Einkommens).

Für die Erwerbsminderungsrente müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein: Die Arbeitsunfähigkeit muss durch einen Arzt attestiert sein. Fünf Jahre lang müssen Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse und die letzten drei Jahre die Pflichtbeiträge zur Erwerbsminderungsrente gezahlt worden sein.

Was tun, wenn keine Versicherung greift?

Was tun, wenn Krankentagegeld nicht mehr gezahlt wurde und eine BU nicht abgeschlossen wurde und die Erwerbsminderungsrente nicht greift?

Dann hilft nur noch ein Gang zum Arbeitsamt, um Arbeitslosengeld II zu beantragen. Voraussetzung dafür ist, ein Mindestalter von 15 Jahren. Der Arbeitslose sollte sich vor dem Renteneintritt befinden.

Wichtige Maßnahmen und eigene Vorsorge bei Krankheit

Sehr wichtig ist es, die Kunden über einen längeren Ausfall wegen Krankheit zu informieren. Einige Arbeiten und Kundenaufträge können an Kollegen übertragen werden, die diese während der Krankheit für den Kunden ausführen. Es ist sinnvoll dafür zu sorgen, dass der Betrieb trotz Krankheit erreichbar ist. Ein virtuelles Sekretariat das Kundenanfragen annimmt und beantwortet, hilft dabei, die Kunden bei der Stange zu halten.

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