Kratzputz weist eine typische Lochstruktur auf, da ständig Partikel aussanden.
Ratgeber

Kratzputz streichen - Beachtenswertes

Autor:
Redaktion

Das leichte Sanden gehört zum Kratzputz und ist kein Grund ihn zu streichen. Lediglich ein sehr alter Putz wird durch Farbe verbessert.

Besonderheiten von Kratzputz

Echter Kratzputz ist ein reiner Mineralputz mit einer, durch eine Metallbürste, aufgerauten Oberfläche. Der Materialauftrag hat eine Stärke von 15 Millimetern. Bedingt durch diese Dicke, speichert der Putz wärme. Eine modernere Variante ist der Silikat-Kratzputz, bei dem nicht mineralische Anteile beigemischt sind. Beide Putzarten sind diffusionsoffen, ein natürlicher Austausch von Feuchtigkeit mit der darunter liegenden Wand findet ungehindert statt.

Die Putze neigen zum Sanden, das heißt, von der Oberfläche rieseln ständig kleine Partikel herab. Diese Eigenschaft hält die Fassade sauber, da sich mit den Teilchen Schmutz von den Wänden löst. Aufgrund der großen Materialstärke kann ein Kratzputz über Jahrzehnte rieseln, ohne dass dies zu erkennbaren Putzschäden führt.

Putz mit Kratzstruktur ist kein echter Kratzputz. Es handelt sich entweder um Kunstharzputz, der nicht diffusionsoffen ist, oder um atmungsaktiven Silikatputz. Die Schichtstärke beträgt lediglich zwei bis drei Millimeter. Diese Putze sanden nicht.

Streichen des Rauputzes

Wer einen echten Kratzputz streicht, nimmt ihm eine wichtige Eigenschaft. Er verliert seine Fähigkeit, sich selbst zu reinigen. Üblicherweise kommt eingefärbter Putz zum Einsatz. Die komplette Putzschicht ist also farbig, das Sanden lässt keine andersfarbigen Schichten hervortreten. Die Farbe bleibt über Jahrzehnte unverändert. Bauherren sollten daher beim Bau des Hauses eine neutrale Farbe wählen und von Modetönen Abstand nehmen. Ein späteres Umgestalten durch Streichen der Fassade ist nicht sinnvoll.

Das Reinigen der Fassade erfolgt durch Bürsten oder Abwaschen. Zeigt sich dabei, dass der Putz stellenweise dünn oder lose ist, wird Streichen interessant. Der Putz ist abgenutzt. Statt ihn zu erneuern, lässt er sich mit Farbe verfestigen. Diese verhindert weiteres Sanden, die verbliebene Putzschicht baut sich nicht weiter ab.

Wahl der richtigen Farbe

Generell lässt sich durch das Streichen ein notwendiges Erneuern von Kratzputz um Jahre in die Zukunft schieben. Es ist nicht ratsam den Putz zu streichen, weil die Farbe nicht mehr gefällt. Da der Putz sandet, ist vor dem Streichen immer eine Grundierung mit einem Putzverfestiger erforderlich. Farbe hält auf Dauer nur auf einem Untergrund, der keine Partikel abstößt. Um den Feuchtigkeitsaustausch nicht zu stören, müssen der Verfestiger und die Farbe diffusionsoffen sein. Silikatfarben sind für diesen Zweck bestens geeignet. Vom Streichen mit Dispersionsfarben ist abzuraten. Diese behindern die Diffusion von Feuchtigkeit aus dem Mauerwerk und können zu Schäden daran führen.

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Gewerke:Stuckateure

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