Der Drei-Monats-Zeitraum für sogenannte kurzfristige Minijobs wird großzügiger ausgelegt.
Ratgeber

Kurzfristige Minijobber: Mehr Arbeitstage erlaubt

Autor:
Redaktion

Aushilfen für kurzfristige Minijobs dürfen seit Jahresanfang 2019 mehr Tage im Jahr als bisher arbeiten. Profitabel für Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber.

Die Änderung im Bereich der kurzfristigen Minijobs beruht auf der Grundlage, dass sich mit der neuen Regelung die Zusammenrechnung der Arbeitstage geändert hat. Der Drei-Monats-Zeitraum für sogenannte kurzfristige Minijobs wird großzügiger ausgelegt.

Wann handelt es sich um einen Minijob?

Ein kurzfristiger Minijob darf maximal drei Monate oder 90 Arbeitstage pro Kalenderjahr andauern. Der Unterschied zu einem 450-Euro-Job ist, dass der Beschäftigte in diesem kurzfristigen Minijob unbegrenzt verdienen darf und für den Arbeitgeber nur geringe Abgaben anfallen.

Der Arbeitnehmer darf bei einem Minijob an mindestens fünf Tagen pro Woche und maximal drei Monate beschäftigt werden. Es kann sich dabei um Kalendermonate oder Zeitmonate handeln.

Um Kalendermonate handelt es sich, wenn es um drei komplette Monate geht. Als Zeitmonate werden Arbeitszeiten bezeichnet, die nicht am Anfang eines Monats beginnen, sondern mitten im Monat. Beispielsweise wenn der Minijob vom 15. August bis zum 14. November andauert.

Die Zeiträume mehrerer kurzfristiger Minijobs sind zusammenzurechnen, maximal 90 Tage pro Kalenderjahr sind zulässig. Dabei sind volle Kalender- und Zeitmonate mit 30 Kalendertagen und Teilmonate mit den tatsächlichen Kalendertagen anzusetzen. Wenn der Zeitraum nicht ausschließlich aus vollen Monaten besteht, sondern aus Teilmonaten, sind die Kalendermonate vorrangig den Zeitmonaten zu berücksichtigen.

Änderung der Geringfügigkeitsrichtlinien bei Anrechnung der Arbeitstage

Was sich geändert hat, ist die Zusammenrechnungsregel für die Arbeitstage. Dies hat Vorteile für die Dauer des kurzfristigen Minijobs.

Beispielrechnung: Eine Aushilfe hat zeitlich begrenzten täglichen Job vom 18. Mai bis 25. Juni angenommen. Im selben Jahr nimmt sie zusätzlich einen weiteren kurzfristigen Job vom 10. Juli bis zum 31. August an.  

Alte Geringfügigkeitsrichtlinien:

Nach der alten Regelung der Geringfügigkeitsrichtlinien wurde jeder Monat nicht mit 30, sondern grundsätzlich mit seinen tatsächlichen Kalendertagen angerechnet.

Im ersten Job wären der Aushilfe 14 Tage im Mai und 25 Tage im Juni angerechnet worden. Bedeutet 39 Kalendertage. Für den zweiten Job wären es 22 Tage im Juli und 31 Tage im August. Bedeutet 53 Kalendertage.

Insgesamt handelt es sich um 92 Kalendertage an denen gearbeitet wurde. Der erste Job wäre ein Minijob gewesen. Bei der zweiten Beschäftigung wäre die Zeitgrenze von 90 Kalendertagen schon überschritten.

Neue Geringfügigkeitsrichtlinien:

Im ersten Job (Zeitraum 18. Mai bis 17. Juni) werden der Aushilfe 30 Tage + 8 Tage aus dem Teilmonat (Zeitraum 18. Juni bis 25. Juni) angerechnet. Bedeutet 38 Kalendertage Arbeitszeit. Im zweiten Job werden 22 Tage (Teilmonat Juli) und 30 Tage aus dem Kalendermonat August angerechnet. Bedeutet 52 Kalendertage Arbeitszeit.

Insgesamt sind das 90 Kalendertage Arbeitszeit, genau so viel, wie in einem Jahr für einen kurzfristigen Minijob erlaubt ist. Erste und zweite kurzfristige Beschäftigung können also bei der Minijobzentrale angemeldet werden.

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