Ratgeber

Meisterprämie absahnen: Meister werden lohnt sich

Autor:
Redaktion

Immer mehr Betriebe stehen ohne Nachfolger da. Die Bundesländer bezuschussen deshalb Neugründungen und Übernahmen unter bestimmten Voraussetzungen.

Meister im Handwerk sind gut qualifiziert und laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) haben sie bei Betriebsübernahmen oder Neugründungen einen längeren Atem als Neugründer ohne Meistertitel. Einige Bundesländer belohnen den Abschluss mit speziellen Prämien. Egal ob Meisterprämie, Meisterbonus, Aufstiegsbonus oder Meister-Extra oder bei Betriebsgründung oder Übernahme ein Meistergründungsbonus – alle Boni sollen das Nachfolgeproblem im Handwerk verringern.

Meistergeführte Betriebe haben meist eine längere Lebensdauer

Laut ZDH stehen in den kommenden fünf bis sechs Jahren rund 200.000 Betriebe vor einem Inhaberwechsel und nicht immer übernimmt ein Familienmitglied die Nachfolge und oft findet sich unter den Angestellten kein geeigneter Mitarbeiter für die Übernahme. In einigen Bundesländern gibt es deshalb mehr Gewerbeabmeldungen als Anmeldungen. Prämien und Zuschüsse sollen deshalb den Abschluss als Meister wieder attraktiver machen.

In vielen Gewerken ist der Meistertitel ohnehin Voraussetzung für eine Betriebsgründung oder Betriebsübernahme. Der ZDH hat außerdem festgestellt, dass meistergeführte Betriebe eine längere Lebensdauer haben. Viele Gewerke, die seit 2004 ohne Meisterpflicht sind, scheitern an Neugründungen aufgrund unzureichender Qualifikation. Weswegen die Kopplung einer Existenzgründerprämie an den Meistertitel sinnvoll ist. 

Bundesländer fördern Handwerksmeister-Abschlüsse mit unterschiedlichen Maßnahmen

In Berlin, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt dreht es sich bei der Unterstützung für Handwerksmeister um die Meistergründungsprämie. Meister können einen Zuschuss von mehreren tausend Euro bekommen, wenn sie einen Betrieb neu gründen oder übernehmen.

In Bayern, Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Thüringen und im Saarland gibt es auf Antrag eine Einmalzahlung in Höhe von mindestens 1.000 Euro, sobald die Meisterschule erfolgreich abgeschlossen wurde.

Auf Anfrage gibt es in Brandenburg und Rheinland-Pfalz sowohl eine Meistergründungsprämie als auch einen Aufstiegs- beziehungsweise Meisterbonus. Die Bewilligung hängt von unterschiedlichen Kriterien ab, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich sind. Folgende Zuschüsse und Boni sind in den einzelnen Bundesländern möglich:

  • Bayern: 2.000 Euro – Meisterbonus
  • Brandenburg: 1.000 Euro für bestandene Meisterprüfung / 4.000 Aufstiegsfortbildungsprämie bei Bestehen
  • Bremen: 4.000 Euro Aufstiegsfortbildungsprämie bei Bestehen
  • Hessen: 1.000 Euro Meisterprämie bei bestandener Meisterprüfung
  • Hamburg: 1.000 Meisterprämie bei bestandener Aufstiegsfortbildung
  • Mecklenburg-Vorpommern: 2.000 Euro Meister-Extra bei bestandener Prüfung / 5.000 Euro für die Jahrgangsbesten der Prüfung eines Gewerks
  • Niedersachsen: 4.000 Euro Meisterprämie bei bestandener Meisterprüfung
  • Rheinland-Pfalz: 1.000 Euro Aufstiegsbonus I bei bestandener Fortbildungsprüfung
  • Saarland: 1.000 Euro Meisterbonus bei erfolgreicher Meisterprüfung
  • Sachsen-Anhalt: 1.500 Euro Meisterbonus bei erfolgreicher Meisterprüfung
  • Thüringen: 1.000 Euro Meisterprämie für die Jahrgangsbesten der Meisterprüfung eines Gewerks

Auch Schleswig-Holstein arbeitet daran, den Meisterkurs zu bezuschussen.

Meistergründungsprämie für Betriebsgründer oder Betriebsübernahme

Die Meistergründungsprämie ist für Handwerker gedacht, die einen Betrieb gründen oder übernehmen. Auch eine Beteiligung an einem Betrieb wird in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz bezuschusst. In Nordrhein-Westfalen nur für Meister, die erstmalig einen bestehenden Betrieb übernehmen.

Existenzgründungszuschüsse sind in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich hoch

Existenzgründungszuschüsse für Meister gibt es in Berlin (bis zu 15.000 Euro), in Brandenburg (bis zu 12.000 Euro) in Mecklenburg-Vorpommern (7.500 Euro), in Nordrhein-Westfalen (7.500 Euro) in Rheinland-Pfalz (2.500 Euro – Aufstiebgsbonus II) und in Sachsen-Anhalt (10.000 Euro). Auch Schleswig-Holstein arbeitet daran eine Meistergründungsprämie einzuführen.

Nach bundeseinheitlicher Lösung wird gesucht

Aktuell arbeiten mehrere Landesregierungen und der ZDH daran, eine bundeseinheitliche Lösung anzubieten. Ziel ist, die Gebühren für eine erfolgreich abgelegte Meisterprüfung und Aufstiegsfortbildung vollständig zu übernehmen. Wann es aber soweit ist, ist noch nicht absehbar.

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