Ratgeber

Messen, Planen, Baggern für Terrasse, Garten & Co.

Autor:
Redaktion

Tipps der Redaktion rund um Grundstück, Fundamente, Pool- und Gartenbau. Was können Heimwerker? Wo muss der Bagger anrücken? Welche Gewährleistungen gelten?

Jedes neue Grundstück muss vermessen werden. Wie funktioniert die Vermessung und wozu dient sie? Ohne Vermessungsdaten keine Bauplanung, Genehmigung und Finanzierung! Eine Grundschuld wird erst erteilt, wenn das Grundstück im Liegenschaftskataster eingetragen ist. Anderenfalls muss ein anerkannter Vermesser ran. Der Architekt benötigt exakte Daten wie Grundstücksgröße oder Gefälle. Er reicht die Bauzeichnung beim Bauamt ein. Erst nach dem „Go“ der Behörde können Aushub und Fundamentbau beginnen.

„Pisa-Studie“: Trägt der Boden?

Der Turm von Pisa beweist: Ohne Prüfung kann es „schief“ gehen. Häuslebauer müssen vor Beginn der Ausschachtungen ein Bodengutachten vorlegen. Es ist die Basis für Statik und Fundamentstärke und errechnet, wie tragfähig der Boden ist. Ein Sachverständiger für Geotechnik erkundet das Erdreich mittels Sonden oder erhält Bodenproben durch Bohrungen. Bei Verdacht auf Altlasten analysiert er den Boden auf Verunreinigungen, die entsorgt werden müssen. Was kostet es und wer ist Ansprechpartner: siehe Ratgebertext Bodengutachten.

Die Terrasse braucht ein solides Fundament. Nötig sind säckeweise Kies, Sand und Schotter plus Betonsteine, Gehwegplatten oder Dielen, siehe Anleitung Terrassenfundament Selber anlegen. Also ran an Gummihammer, Rüttelplatte, Spaten, Wasserwaage, Maßband, Maurerschnur und Holzpflöcke zum Abstecken!

Bodo mit dem Bagger

Bei zehn Quadratmeter Terrassenfläche und 50 Zentimeter Gesamthöhe für Fundament und Aufbau sind rund 4,5 Tonnen Erde auszuheben. Ebenso viel wiegen Sand, Kies und Schotter zum Auffüllen. Häuslebauer stellen schnell fest, dass der Fachmann mit dem Bagger doch eine große Hilfe darstellt.

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Was kosten Baggerarbeiten?

Diese und viele weitere Fragen beantworten wir in unserem Preisradar rund um das Thema Baggerarbeiten.

Ein Punktfundament reicht, um leichtere Bauteile wie Pfostenträger oder Ständer sicher zu verankern. Als Unterbauten für Torrahmen, Gartenzäune oder Carports benötigen sie wesentlich weniger Material als flächendeckende Fundamente. Allerdings sollte die Grube frostsichere 80 Zentimeter Tiefe aufweisen. Ausheben lässt sich das Punktfundament mit dem Spaten oder einen Erdbohrer. Aufgefüllt wird mit Estrichbeton oder selbst hergestelltem Beton aus Sand, Kies, Zement und Wasser. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung: MyHammer-Checkliste Punktfundament ausheben.

Nebensache Garten? Von wegen!

Die grüne Oase muss ebenso präzise wie das Haus geplant werden. Soll es ein traditioneller Blumengarten werden? Ein Gemüsegarten zur Selbstversorgung? Oder ein japanischer Garten? Versierte Gartenarchitekten bieten Traumentwürfe mit Teichen, Bachläufen und Blütenmeeren.

Die ersten Schritte, einen Garten anzulegen, beginnen mit der Planskizze für Beete, Sträucher, Stauden, Rasenflächen sowie Hausanbauten. Kinder freuen sich auf Spielflächen und Spielgeräte. Steht die Planskizze, heißt es: Geräte bestellen. Rechtzeitig Bagger und Lastwagen für Erdbewegungen und Abtransport beauftragen. Außerdem: die erheblichen Kosten für die Erstbepflanzung kalkulieren.

So fällt der Pool nicht ins Wasser

Gartenpools haben Hochkonjunktur dank Corona und Urlaub zuhause. Doch Erde ausheben und Pool bauen geht nicht ohne Hilfe von Handwerkern, siehe Youtobe-Video. Um ein 1,50 Meter tiefes Ovalbecken von acht mal vier Meter zu bauen, sind mindestens 50 Kubikmeter Erde auszuheben – samt Schächten für Zu- und Ablauf-Schläuche. Ohne Bagger kaum zu bewältigen.

Die Betonbodenplatte kann ein versierter Heimwerker selbst gießen, sofern er Maße, Materialien und Arbeitsschritte kennt. Danach kann er die Bodendüse für die Reinigung einbauen. Beim Ovalpool sind zwei solide Stützwände hochzuziehen, damit er sich im Bodendruck nicht verformt. Anschließend: Isoliermatte auslegen, Stahlwandbecken aufstellen, Öffnungen für Einlassdüsen und Skimmer ausschneiden und Folie einhängen. Für den letzten Schritt ist ein Elektromeister nötig: die Verkabelungen.

Mängellehre: Wer haftet wann?

Für manche Bauleistungen haften Handwerksfirmen ein halbes oder ein Jahr, für andere zwei oder fünf. In gravierenden Fällen kommt es sogar zu 30 Jahren Haftung. Das Baurecht bietet allerdings Entscheidungsspielräume für Gerichtsurteile.

Allgemein gelten folgende Gewährleistungsfristen:

  • ein halbes Jahr für den Einbau fertig gelieferter und beweglicher Serienteile wie Alarmanlagen oder Heizkörper sowie das Verlegen von Teppichfliesen und Ähnlichem.
  • ein Jahr u.a. für reine Erdarbeiten ohne Errichtung eines Bauwerks sowie den Neuanstrich von Fenster oder Fassaden.
  • zwei Jahre für Malerarbeiten, Installationen und Sanierungen.
  • fünf Jahre für sogenannte eigene Bauwerke. Hierzu zählen auch neue Isolierungen von Kelleraußenwänden, Neubauten von Hoftoren oder Sichtzäunen, Ausschachtungen von Baugruben oder der Austausch von Fensterscheiben durch Isolierglas. Auch eine Terrassensanierung mit Folgeschäden ist gerichtlich als eigenes Bauwerk bewertet worden.

Auf bis zu 30 Jahre Haftung müssen sich Baufirmen und Architekten einstellen, wenn sie Bau- und Planungsfehler arglistig verschweigen und gravierende Mängel auftreten.

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