Eine korrekte Ausführung aller Arbeiten schützt nicht immer vor einer Mängelrüge.
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Mit einer Mängelrüge durch Auftraggeber richtig umgehen

Autor:
Redaktion

Eine korrekte Ausführung aller Arbeiten schützt nicht immer vor einer Mängelrüge. Wie reagiert man als Auftragnehmer bei Fehlern durch Subunternehmer?

Oft fungieren Auftragnehmer auf einer Baustelle als Generalunternehmer, die Arbeiten fremder Gewerke durch Subunternehmer ausführen lassen. Hat ein Subunternehmer nicht richtig gearbeitet und der Bauherr beschwert sich über die durchgeführte Arbeit, ist in einem ersten Schritt zu prüfen, ob es sich tatsächlich um einen Mangel handelt. Im Falle eines Mangels sollten Generalunternehmer wie folgt vorgehen:

Mängelrüge prüfen und Frist zur Nachbesserung setzen

Der erste Schritt bei einer Mängelrüge ist, sie an den ausführenden Handwerksbetrieb weiterzureichen beziehungsweise zunächst selbst zu prüfen, ob tatsächlich ein Mangel vorliegt.

Vorsicht: Liegt tatsächlich ein Mangel vor, sollte der Handwerker den Subunternehmer nicht sofort zur Beseitigung des Mangels auffordern, denn sonst wird der Mangel indirekt vor dem Auftraggeber eingeräumt. Zunächst sollte vom Subunternehmer die Freistellung der Mängelbehauptung verlangen.

Der Subunternehmer muss den Mangel auf der Baustelle prüfen und unter einer gesetzten Frist beseitigen. Die Frist muss angemessen, nachweisbar und im Streitfall auch belegbar sein. Es ist zwar keine Pflicht, diese in schriftlicher Form zu setzen, aber wer auf Nummer sicher gehen will, schickt die Fristsetzung mit einem Einschreiben mit Rückschein an den Subunternehmer.

Mängelrüge muss rechtzeitig und detailliert abgegeben werden

Für die Fristsetzung zur Beseitigung des Mangels ist eine rechtzeitige und detaillierte Rüge wichtig. Es reicht nicht, einen Mangel einfach nur als „Pfusch“ zu bezeichnen. Eine genaue Beschreibung ist notwendig. Mit dieser Beschreibung muss der Mangel ohne großen Aufwand auffindbar sein.

Die Frist zur Beseitigung muss angemessen sein und sollte deshalb nicht zu kurz gesetzt werden. Eine einmalige Fristsetzung ist in Ordnung und sobald sie abgelaufen ist, kann der Auftragnehmer selbst tätig werden und den Mangel beseitigen oder beseitigen lassen. Der Subunternehmer muss die Kosten tragen.

Streitverkündung hemmt Verjährung

Kommt es über die Ursache des Mangels zu einem Rechtsstreit, ist eine Streitverkündung wichtig, um die fünfjährige Gewährleistungsfrist zu hemmen. Beispielsweise kann der Generalunternehmer seinem Subunternehmer den Streit erklären, denn Streitigkeiten am Bau sind meist langwierig. Die Streitverkündung muss per Schriftsatz bei Gericht eingereicht werden, hierfür ist juristische Unterstützung notwendig.

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