Was ist Sondermüll und wie muss er entsorgt werden?
Ratgeber

Müll richtig entsorgen

Autor:
Redaktion

Müll fällt überall an. Gerade in Handwerksbetrieben gibt es viel Sondermüll, der richtig zu entsorgen ist. Worauf ist zu achten?

Die Themen Umwelt, Klima und Nachhaltigkeit sind im Juli ein Spezialthema bei MyHammer. Die richtige Müllentsorgung spielt in diesem Themenbereich eine nicht zu unterschätzende Rolle, denn wer Müll richtig trennt, schützt die Umwelt.

Gerade in Handwerksunternehmen ist die richtige Müllentsorgung ein Thema, denn dort fällt immer viel Müll an. Altöl, Batterien, Motoröl, Farben oder Elektroschrott lassen sich bei den alltäglichen Arbeiten im Handwerk nicht vermeiden, auch wenn darauf geachtet wird, so wenig wie möglich Müll zu produzieren.

Was ist Sondermüll?

Eine strikte Mülltrennung ist bei Sondermüll besonders wichtig, da aus ihnen giftige Stoffe austreten, die bei nicht korrekter Entsorgung ins Grundwasser gelangen und schädliche Auswirkungen auf Umwelt, Mensch und Tier haben können.

Sondermüll ist ein Sammelbegriff für alles, was speziell und getrennt vom üblich anfallenden Müll entsorgt werden muss. Dabei werden verschiedene Materialien auf unterschiedliche Art und Weise entsorgt. Es handelt sich um explosive, brennbare, luft- oder wassergefährdende, krankheitserregende und gesundheitsgefährdende Stoffe. Produkte und Materialien, die solche Stoffe enthalten, sind mit einem Warnsymbol auf der Verpackung gekennzeichnet, wie beispielsweise einem toten Fisch, einer Flamme oder einem Totenkopf.

Sondermüll ist vielseitig. Er kann fest oder flüssig sein und ist in ganz normalen Alltagsgegenständen vorhanden. Der meiste Sondermüll lässt sich kostenlos entsorgen.

Korrekte Mülltrennung ist Pflicht

Um Wertstoffe und umweltschädliche Bestandteile korrekt zu entsorgen, müssen einige Vorschriften beachtet werden, sonst drohen in einigen Fällen sogar empfindlich hohe Bußgelder. Wer beispielsweise Farbe oder alte Reinigungsmittel in den Abguss kippt, riskiert im schlimmsten Fall ein Bußgeld von bis zu 500 Euro.

Generell sind die Bußgelder für falsch entsorgten Sondermüll in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt. Bei illegal entsorgtem Sondermüll wird aber grundsätzlich hart durchgegriffen. Wer Sondermüll nicht wie vorgeschrieben entsorgt muss nicht nur mit empfindlichen Sanktionen rechnen, sondern muss auch die anfallenden Entsorgungskosten aus eigener Tasche bezahlen.

Die Strafen sind deshalb so hoch, weil Sondermüll eine hohe Gefahr birgt, wenn er in Gewässer oder auf umliegende Böden gelangt. Für die illegale Entsorgung können Bußgelder von bis zu 100.000 Euro fällig werden und Freiheitsstraften von bis zu fünf oder in besonders schweren Fällen bis zu zehn Jahren.

Korrekte Entsorgung von Altholz

Bei Altholz handelt es sich um einen Holzwerkstoff, der bereits als Möbelstück oder Verpackungsholz gedient hat. Jährlich fallen etwa 6,9 Millionen Tonnen von Altholz an und nur 2,2 Tonnen davon werden wiederverwertet. In der Altholzverordnung ist festgehalten, dass Altholz nicht deponiert werden darf, sondern in Feuerungsanlagen energetisch verwertet werden muss. Meist landet das recycelte Altholz als Wertstoff in der Spanplattenindustrie, wenn es nicht mit Schadstoffen belastet ist. In diesem Fall darf es nicht mehr wiederverwendet, sondern muss verbrannt werden.

Altholz lässt sich entweder über die Sperrmüllsammlung oder direkt beim Recyclinghof entsorgen. Zuhause darf nur naturbelassenes Holz verbrannt werden. Die Gefahr besteht aber, dass das Holz oft nicht erkennen lässt, ob es mit einem Holzschutzmittel behandelt wurde oder nicht. Behandeltes Holz lässt beim Verbrennen giftige Dämpfe frei, die der Umwelt schaden.

Altöl kann dort entsorgt werden, wo es gekauft wurde

Altöl, wie es in Schmierstoffen und Schmierölen enthalten ist, altert, wenn sie mechanischen oder thermischen Einflüssen ausgesetzt ist. Bei diesem Prozess reichern sich Schadstoffe an und das Öl muss ausgetauscht werden, weil es seine Funktion nicht mehr erfüllen kann.

Die Entsorgung von Altöl ist durch die Altölverordnung geregelt: Dort wo das Öl gekauft wird, muss auch eine Altöl-Annahmestelle zumindest in der Nähe vorhanden sein. Gegen Vorlage des Kassenbelegs kann hier das Öl kostenlos entsorgt werden, so sagt es das Gesetz.

Auch beim Onlinekauf muss der Händler auf eine örtlich nahegelegene Rückgabemöglichkeit hinweisen, wo die alten Schmierstoffe kostenlos abgegeben werden können. Ist der Kassenbeleg nicht mehr vorhanden, kann die Entsorgung bis zu drei Euro pro Liter kosten.

Elektroschrott kann an einer Sammelstelle abgegeben werden

In jeder Kommune findet man Sammelstellen für Elektroschrott. Alte Geräte lassen sich dort kostenlos abgeben. Die Hersteller der Geräte sind nämlich dazu verpflichtet, die Altgeräte dort abzuholen und zu entsorgen. Auf den meisten Geräten erkennt man eine durchgestrichene Mülltonne, das bedeutet, dass die Geräte nicht in die Mülltonne geworfen werden dürfen. Bei der Demontage der Geräte sollten die Batterien entnommen werden und fachgerecht entsorgt werden.

Batterien und Energiesparlampen enthalten gefährliche Stoffe

Das Kreiswirtschaftsgesetz stellt fest, dass es sich bei Batterien und Akkus um gefährliche Abfälle handelt, die nicht in den Hausmüll entsorgt werden dürfen. Allerdings enthalten sie auch Wertstoffe, die sich recyceln lassen. Stoffe wie Zink, Eisen, Aluminium, Lithium und Silber sind Recyclingmaterialien. Gefährlich sind Stoffe wie Quecksilber, Cadmium und Blei, die der Umwelt schaden können. Dasselbe gilt für Energiesparlampen, diese enthalten ebenfalls Quecksilber und gehören auf keinen Fall in den Hausmüll.

Alte und leere Batterien und Energiesparlampen können in Sammelboxen in jedem Discounter, in der Drogerie oder im Baumarkt entsorgt werden. Viele Kommunen bieten diesen Dienst ebenfalls an Schadstoffsammelstellen an. Für den Transport von alten Energiesparlampen eignen sich leere Schachteln, damit sie nicht beschädigt werden.

Altfahrzeuge bringen manchmal noch Geld

Jährlich gibt es rund eine halbe Million Pkws und Nutzfahrzeuge, die entsorgt werden müssen. Sie enthalten sowohl Wertstoffe als auch umweltschädliche Stoffe. Entsorgen lassen sich Altfahrzeuge in Demontagebetrieben oder anerkannten Annahmestellen sowie Rücknahmestellen. Der Fahrzeughalter muss nichts zahlen, er erhält je nach Zustand manchmal auch noch Geld dafür.

Ist das zu entsorgende Auto noch fahrtüchtig, lässt es sich exportieren. In Importländern ist der Handel mit Gebrauchtwagen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Entsorgung von Farbe und alten Reinigungsmitteln ist nicht einheitlich geregelt

Für die Entsorgung von chemischen Reinigungsmitteln und Farbe gibt es keine einheitlichen Entsorgungsstandards. Die Regelungen hängen von der jeweiligen Kommune oder Gemeinde ab. Wer sich über die Regelungen unsicher ist, sollte sich bei seiner städtische Müllsammelstelle erkundigen.

Sicher ist, dass Farben aufgrund ihrer Lösungsmittelhaltigkeit nicht in den Hausmüll und auch nicht mit den Bauabfällen entsorgt werden dürfen.

Alte Photovoltaik auf der Sammelstelle entsorgen

Alte Photovoltaik kann ganz einfach zu einer Sammelstelle gebracht werden oder der Herstellerverband PC Cycle nimmt sie kostenlos wieder zurück. Sind mehr als 40 Panels zurückzugeben, organisiert der PV Cycle eine Abholung per LKW. Auch das ist gratis.

Dachpappe und Asphalt muss speziell entsorgt werden

Bei Renovierungen oder einer Sanierung des Daches fällt oft Teerpappe an. Dieser Abfall muss von einer spezialisierten Entsorgungsfirma abgeholt werden und gehört auf keinen Fall einfach zum Bauschutt. Dasselbe gilt für Asphalt.

Dachpappe zu entsorgen ist leider recht teuer. Pro angefangene Tonne Dachpappe, sollte mit etwa 200 Euro gerechnet werden.

Sondermüll baut sich nur langsam ab und schadet der Umwelt

Die Entsorgung von Sondermüll bereitet einige Probleme, da er sich nur langsam abbaut. Entweder wird der Giftmüll in einer Sondermüllverbrennungsanlage verbrannt oder auf einer Sondermülldeponie eingelagert. Besonders langlebige und wasserlösliche Stoffe werden unter der Erde gelagert. Am besten ist es deshalb, wenn diese Art von Abfall möglichst vermieden wird.

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