Der beliebte Shiitake wächst als Waldgartenpilzkultur direkt im Gartenboden, aber auch auf Baumstümpfen
Ratgeber

Pilzzucht: Delikatesse aus dem Schattendasein

Autor:
Tanja Müller

Hochsaison für Pilze. Die leckeren Fundstücke aus dem Wald lassen sich auch an jedem schattigen Platz in Garten, Balkon oder Keller anbauen.

Warum in den Wald gehen, wo unzählige Pilzsammler vor einem schon alles abgegrast haben? Warum an der Bestimmung ominöser Pilze verzweifeln. Warum suchen, wo das Gute doch so nahe liegen kann – im eigenen Garten. Die Pilzzucht ist wahrlich keine Hexerei. Anfänger erzielen mit Fertigpackungen schnelle Erfolge. Und ein schattiges Plätzchen findet sich in jedem Garten. Denn dort, wo wenig wachsen will, da gedeihen Champignons, Austernpilze, Shiitake und ihre wohlschmeckenden Kollegen.

Fertigpackungen für Einsteiger

Gerade für Stadtgärtner eignet sich der Pilzanbau bestens, fordert er doch wenig Raum. Ein kleines Fleckchen auf dem Balkon, im Keller oder im Garten mit relativ hoher Luftfeuchte und wenig Sonneneinstrahlung reicht den anspruchslosen Gewächsen. Für den Einstieg bieten sich Pilzzuchtsets aus Baumarkt, Gartencenter oder Versandhandel an. Bereits mit dem Pilzgeflecht (Pilzmyzel) geimpft, müssen die Kulturpackungen nur noch aufgestellt und gründlich angefeuchtet werden.

Wer seine Zucht dann gleichmäßig feucht (nicht nass) hält, kann je nach Pilzart und Kulturbedingungen schon nach zwei bis drei Monaten die erste Ernte einbringen. Der beliebteste Zuchtpilz, der Champignon, lässt sich ganz einfach als Fertigpackung in Haus oder Garten kultivieren. Im Karton geliefert, muss der Hobbygärtner nur noch die (zumeist) beiliegende Deckerde aufbringen. Sie regt die Fruchtkörperbildung an. Nach vier bis sechs Erntewellen ist das Substrat ausgelaugt, aber noch als Kompost nutzbar.

Pilze auf Baumstamm züchten

Langlebiger sind Shiitake, auf die erste Ernte wartet der Züchter aber auch schon einmal ein Jahr oder länger. Der ursprünglich aus Japan stammenden Pilz wächst als Fertigkultur auf Substratballen aus Sägespänen und Hackholzschnitzeln. Als ansehnlicher und nachhaltiger gilt die Baumstamm-Methode, Shiitake schätzt Buchenholz, gedeiht aber auch auf Eiche, Birke und Kastanie.

Den Baumstumpf muss der Gärtner selbst präparieren – mit so genannten Impfstäbchen oder Impfdübeln (mit Körnerbrut gestopftes Buchenholz). Auch Austernpilze gedeihen im Garten prima auf gesunden Stammholzstücken. Sie begnügen sich mit allen Laub- und Obstbaumarten, wachsen aber auch auf gut durchfeuchteten Strohballen und Substrattüten sowie direkt im Gartenboden als Waldgartenpilzkulturen.

Strohballen sollten mit Folie (Belüftungslöcher nicht vergessen) vorm Austrocknen geschützt werden. Bevor der Fruchtkörper zu wachsen beginnt (nach etwa zwei bis vier Monaten bei Stroh, einem Jahr beim Baumstamm), die Folie vom Ballen entfernen beziehungsweise das Holzstück eingraben, damit sich der Pilz zusätzlich über den Boden mit Wasser und Nährstoffen versorgen kann. Während das Substrat auf Strohballen gut eine Saison lang Ernte einbringt, sorgt der Holzstamm bis zu fünf Jahre lang für frische Pilze.

Tags:
Gewerke:Garten- und Landschaftsbauer

Das könnte Sie auch interessieren:

Qualifizierte Handwerker
in Ihrer Nähe finden!
Kostenlos Auftrag einstellen:
  1. Auftrag beschreiben
  2. Angebote erhalten
  3. Handwerker auswählen
Jetzt kostenlos Angebote erhalten
Handwerker direkt suchen:
Handwerker direkt suchen:
Kostenlos Auftrag einstellen:
  1. Auftrag beschreiben
  2. Angebote erhalten
  3. Handwerker auswählen