Wer hilft mir in der Ausbildung?
Ratgeber

Probleme als Azubi. Wer hilft mir?

Autor:
Redaktion

Nicht jeder junge Mensch hat die gleichen Chancen. Damit möglichst jeder seine Ausbildung sicher abschließen kann, gibt es zahlreiche Hilfsangebote.

 

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Probleme hat jeder mal. Sei es im sozialen Umfeld, in der Schule, mit Kollegen oder dem Chef. Und dann gibt es jene, die aufgrund sprachlich-kultureller Unterschiede oder körperlicher Defizite leicht den Anschluss verlieren. Wer weiterhilft, sind Betriebe, Handwerkskammern, Berufsschulen, die Arbeitsagentur oder die Gewerkschaften.

Ausbildung – trotz Behinderung? Nein: mit!

Jeder kann ausgebildet werden, der mit Behinderung arbeiten kann. Er hat ein Recht auf den sogenannten Nachteilsausgleich. Damit lassen sich Umfang und Dauer der Ausbildung anpassen und bei Bedarf Hilfsmittel einsetzen. Reicht dies nicht, können bei der Handwerkskammer besondere Ausbildungsregelungen beantragt werden – zum Beispiel bei Lernschwierigkeiten. Das Programm Begleitende betriebliche Ausbildung (bbA) bietet Vorbereitungskurse, Förderunterricht und eine Begleitperson für Azubi und Ausbilder im Betrieb.

Wer mehr wissen will, wendet sich an den zuständigen Ausbildungsberater bei der Handwerkskammer. Zum Thema Berufswahl informiert die Berufsberatung der Agentur für Arbeit. Ein Tipp: die Broschüre Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen mit Förderunterricht.

Wege aus der Sucht

Abends „high“, morgens down...? Wer zu Alkohol oder Drogen greift, schränkt seine Arbeitsfähigkeit ein. Geht den Arbeitgeber nichts an? Von wegen: Er hat eine Fürsorgepflicht gegenüber seinem Azubi. Schöpft er Verdacht, muss er ein persönliches Gespräch anbieten. Er weist auf die Möglichkeit einer Entziehungskur hin und hält Adressen bereit. Tritt keine Besserung ein, kann er mit Abmahnungen und schließlich Kündigung drohen.

Informationen zum Thema Sucht bieten die Ausbildungsberater der Handwerkskammer. Azubis können sich auch an die örtlichen Suchtberatungen und Präventionsstellen wenden.

Prüfungsangst, Lerndefizite, Sprachprobleme, Krankheiten

Probleme in der Arbeitswelt ... der Chef ist unausstehlich, die Ausbildung Schikane? Oft hilft schon ein persönliches Beratungs- oder Schlichtungsgespräch mit dem Betriebsrat oder dem Jugend- oder Auszubildenden-Vertreter, sofern vorhanden. Ein offenes Ohr für Sorgen und Probleme hat auch der Ausbildungsberater der Handwerkskammer.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hilft ebenfalls kostenlos weiter – mit dem Frage- und Antwort-Service Dr. Azubi – einer Art „Bravo-Dr.-Sommer“ für Berufsstarter! Außerdem bietet die Arbeitsagentur Fördermaßnahmen, ausbildungsbegleitende Hilfen, gezielten Stützunterricht, sozialpädagogische Begleitung und mehr.

Weitere Unterstützungs-Tipps

 

  • Wer gesundheitlich eingeschränkt ist, Kinder allein erzieht oder zum Beispiel einen Angehörigen pflegt, kann eine Teilzeitausbildung beantragen.
  • Bei Prüfungsangst oder Lernproblemen stehen die ehrenamtlichen Helfer/innen des Senior-Experten-Service der Handwerkskammern mit Rat und Tat zur Seite.
  • Um den Abschluss nicht zu gefährden, begleitet das Programm VerA – Verhinderung Ausbildungsabbruch den Azubi und das Unternehmen mindestens ein Jahr lang.
  • Selbstständige, Jugendliche und Eltern mit Migrationshintergrund sowie junge Flüchtlinge beraten die KAUSA Servicestellen an über 20 Standorten rund ums Thema Ausbildung.
  • Wer Nachhilfestunden, Sprachkenntnis-Vertiefung oder sozialpädagogische bzw. psychologische Hilfe benötigt, kann Finanzmittel der Ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) beantragen. Infos bieten die Handwerkskammern. Die Kosten übernimmt die Arbeitsagentur.
  • Das Programm Assistierte Ausbildung unterstützt das Unternehmen mit Bildungsangeboten wie Förderunterricht, Deutsch-Nachhilfe oder sozialpädagogischer Betreuung.

 

Und wenn die Firma insolvent geht?

Geht's wirtschaftlich bergab, drohen Entlassungen. Aber: Solange der Geschäftsbetrieb auch nur auf Sparflamme weiterläuft, besteht kein Kündigungsgrund für Azubis! Erst recht dann nicht, wenn ein Neuer die Firma weiterführt. Schließt das Unternehmen endgültig seine Pforten, muss „Betriebsstilllegung“ als Grund im Kündigungsschreiben stehen, sonst ist es anfechtbar.

Für den Azubi gilt: Auch wenn die Vergütung ausbleibt, weiterhin die Arbeitskraft anbieten und die Berufsschule besuchen! Eventuell können beim Insolvenzverwalter Vergütungsansprüche angemeldet werden. Auf jeden Fall sollte sich der Azubi an die Arbeitsagentur wenden und die Kranken- und Rentenversicherung aufrechterhalten! Möglicherweise zahlt die Behörde auch Arbeitslosengeld I oder Insolvenzausfallgeld. Und bei Kurzarbeit? Auch da besteht Anspruch auf Ausbildungsvergütung in voller Höhe!

Wenn das Geld nicht zum Leben reicht

Lebenshaltung, Miete, Fahrtkosten, Kleidung, Telefon … für all das reicht ein Lehrlingsgehalt selten aus. Daher bieten zahlreiche Institutionen Finanzspritzen für Azubis – von BAföG über BAB, Wohn- und Kindergeld bis hin zu Bildungskrediten. Mehr dazu in unserem Beitrag BAföG, BAB, Bildungskredit: Finanzspritzen für Azubis

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