Ratgeber

Probleme mit Chef oder Kollegen? Das kannst du tun!

Autor:
Redaktion

In jedem Unternehmen gibt es mal Probleme mit dem Chef. Wenn du dich aber dauerhaft schlecht behandelt fühlst, solltest du handeln.

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Du musst ständig unbezahlt länger arbeiten oder wirst von Deinem Chef ständig angebrüllt? Für berufliche Neueinsteiger, insbesondere Azubis, kann das eine große Herausforderung darstellen. Die gute Nachricht: Du bist nicht alleine, es gibt Ansprechpartner, die dir helfen können. Aber Du kannst auch selbst aktiv werden.

Schlechter Tag oder aktives Mobbing?

Jeder hat mal einen schlechten Tag, auch dein Vorgesetzter. Aber „schlechte Tage“ sollten die Ausnahme und nicht die Regel sein. Vor allem sollte der Meister seine Wut nicht an seinen Lehrlingen auslassen.

Konflikte und Reibereien am Ausbildungsplatz kommen öfter vor. Zunächst gilt es zwischen Mobbing und gelegentlichem Ärger zu unterscheiden. Treten die Vorfälle wiederholt auf (ca. 1x die Woche) und erstrecken sich über einen längeren Zeitraum (mindestens ein halbes Jahr), ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du gemobbt wirst. Insbesondere, wenn es sich um eine gezielte Schikane handelt, die von einer Person oder gar einer ganzen Personengruppe ausgeht.

Hast Du eine Bezugsperson, vertraue dich dieser an und spreche mit ihr über die Probleme an deinem Ausbildungsplatz. Die Situation einfach zu ertragen und zu hoffen, dass es bald wieder vorbei geht, ist nicht ratsam und sollte vermieden werden. Für den Fall, dass du dich später wehren willst, ist es wichtig, die Situationen möglichst genau schriftlich festzuhalten. Führe ein Tagebuch über die Vorkommnisse und notiere, wer wann was zu wem gesagt und wer dabei war. 

Wichtig ist, dass du zwischen konstruktiver Kritik und ungerechtfertigter Kritik unterscheiden kannst. Beleidigungen jedweder Art aber gehen für einen Ausbilder eindeutig zu weit, auch wenn er einen schlechten Tag hat.

Ansprechpartner bei Problemen im Betrieb

Fühlst du dich dauerhaft ungerecht behandelt oder schreit dein Chef dich ständig an, ist der erste Schritt immer ein persönliches Gespräch. Beziehe möglichst früh Stellung, wenn du mit dem Verhalten deines Vorgesetzten oder einem deiner Kollegen nicht einverstanden bist. Sage klar und deutlich, was du nicht in Ordnung findest. Hast du Skrupel, dies alleine durchzuführen, wende dich an deinen nächsthöheren Vorgesetzten.

Größere Unternehmen haben in der Regel einen Betriebsrat oder eine Jugend- und Auszubildendenvertretung. Beide Stellen können dir weiterhelfen. Arbeitest du in einem kleineren Betrieb, kannst du dich an die Industrie- und Handelskammer oder die Handwerkskammer wenden, die dich bei Problemen mit deinem Chef unterstützen. Dein Anliegen wird dort vertraulich behandelt. Lässt sich das Problem nicht anders lösen, wenden sie sich direkt an dein Unternehmen. Handelt es sich um einen schweren Fall, kann die Kammer dem Unternehmen die Ausbildungsberechtigung entziehen. In diesem Falle musst du aber anschließend nach einer neuen Ausbildungsstelle Ausschau halten.

Was Azubis sagen vs. was sie WIRKLICH denken

 

Auch in der Berufsschule kannst du bei Problemen mit deinem Chef oder Meister Hilfe finden. Einige Berufsschulen bieten Sprechstunden an. Informationen wann und wo diese stattfinden, sind in der Regel auf der Webseite der Schule zu finden.

Ein weiterer guter Ansprechpartner sind Gewerkschaften, diese bieten Informationen über das Arbeitszeitgesetz und den besonderen Schutz von Auszubildenden, die minderjährig sind.

Ein Gespräch unter vier Augen ist oft die beste Lösung

Bedenke: Wenn du dir Hilfe von außen holst, kannst du manchmal die Probleme aus der Welt schaffen, sie aber oft auch verschlimmern. Ein Gespräch mit dem Chef unter vier Augen ist immer einen Versuch wert.

Wenn du lernst, die Probleme diplomatisch zu lösen, hilft dir das auch in deiner beruflichen Zukunft weiter. Aber du musst dir auf keinen Fall alles gefallen lassen, Du hast das Recht, Hilfe in Anspruch zu nehmen und das solltest du bei ernsten Problemen auch tun.

Ausbildungsbetrieb nur nach reichlicher Überlegung wechseln

Wenn du glaubst, dass sich die Ausbildungssituation in deinem jetzigen Betrieb nicht verbessern wird, überlege dir, ob es besser ist, den Ausbildungsplatz zu wechseln. Dies ist kein Beinbruch, aber überstürze diese Entscheidung auch nicht.

Kündige erst, wenn du etwas Neues gefunden hast, denn dann stehst du bei deiner Bewerbung nicht unter Druck und riskierst kein schlechtes Arbeitszeugnis. So machst du glaubhaft, dass nicht der Betrieb etwas an dir, sondern dass du etwas am Betrieb auszusetzen hattest.

Sobald du eine neue Stelle gefunden hast, kannst du einen Aufhebungsvertrag mit deinem alten Betrieb vereinbaren, vorausgesetzt er ist mit deinem Weggang einverstanden. Bereite deinen Ausbilder darauf vor, dass du einen Aufhebungsvertrag anstrebst. Erkläre ihm die Gründe für deinen Wunsch, den Ausbildungsbetrieb zu wechseln und unterschreibe nur, wenn du schon eine neue Ausbildungsstelle in der Tasche hast, denn dieser kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Wenn der Betrieb nicht einverstanden ist, kannst du unter Umständen außerordentlich und fristlos kündigen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt (§22 Berufsbildungsgesetz). Du kannst dann sofort gehen, nachdem du die Kündigung übergeben hast.

Am besten wendest du dich für die Formulierung der Kündigung an einen der oben genannten Ansprechpartner und beziehst bei einer fristlosen Kündigung immer deine zuständige Kammer mit ein.

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