Um Feuchtigkeit und Schimmelbildung zu vermeiden, sollten Raumtemperaturen von 16-17 Grad in der Wohnung nicht unterschritten werden.
Ratgeber

Richtig heizen und lüften im Winter: So vermeiden Sie Schimmel

Autor:
Redaktion

Mit dem Einzug des Winters beginnt für zahlreiche Haushalte in Deutschland wieder der Kampf gegen feuchte Wände und Schimmel.

Wie verschiedene Studien zeigen, sind rund 14 bis 17 Prozent der Bevölkerung von Feuchtigkeits- oder Schimmelschäden betroffen. Häufig sind aber keine baulichen Mängel für die Probleme verantwortlich, sondern ein falsches Heiz- und Lüftungsverhalten der Bewohner. Dabei reicht es oft aus, ein paar einfache Regeln zu befolgen, um feuchte Wände und Schimmelbildung zu verhindern.

In der kalten Jahreszeit ist es wichtig, alle Räume regelmäßig zu beheizen, um das Auskühlen von Wänden und damit einhergehende Feuchtigkeits- und Schimmelbildung zu vermeiden. Generell sollten Raumtemperaturen von 16 bis 17 Grad Celsius nach Möglichkeit nicht unterschritten werden. Dass Haushalte angesichts hoher Energiekosten ihren Heizbedarf senken wollen, ist zwar verständlich. Leider wird aber oft am falschen Ende gespart. Gerade Räume, die im Winter nicht oder nur unzureichend beheizt werden, bieten Schimmel & Co. einen hervorragenden Nährboden.

Auf dauerhaftes Kipplüften verzichten

Abzuraten ist zudem von dauerhaftem Kipplüften. Im Prinzip wird hierbei nur Wärme zum Fenster hinausgeheizt. Wesentlich sparsamer und effektiver ist dagegen mehrmaliges Stoßlüften in allen Räumen für mindestens fünf Minuten, um einen Austausch zwischen feuchter Innen- und trockener Außenluft vorzunehmen. Dort wo in der Wohnung viel Feuchtigkeit entsteht, wie zum Beispiel in Küche, Bad oder beim Wäschetrocknen, muss zusätzlich gelüftet werden. Wichtig für Mieter: In vielen Mietverträgen wird explizit darauf hingewiesen, wie häufig am Tag zu lüften ist. Vom Vermieter gar nicht gern gesehen ist auch das Zukleben von Lüftungsschlitzen an Fenstern, um Heizkosten zu sparen. Dadurch wird der Austausch von feuchter Raumluft unterbunden und die Gefahr von Schimmelbildung steigt.  

Luftfeuchtigkeit in den Räumen regelmäßig überprüfen

Im Zusammenhang mit dem Lüften ist der Einsatz eines Hygrometers zu empfehlen, damit die Luftfeuchtigkeit in den einzelnen Räumen gemessen werden kann. Um feuchte Wände und Schimmelbildung zu vermeiden, sollte spätestens bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 60 bis 65 Prozent ausreichend gelüftet werden. Auf der sicheren Seite sind Verbraucher in der Regel bei Werten um 50 Prozent in ausreichend beheizten Räumen. Mit Blick auf das persönliche Wohlbefinden ist allerdings zu beachten, dass das Risiko von Erkältungs- und Atemwegserkrankungen bei einer zu geringen Luftfeuchtigkeit steigt. Trockene Raumluft mit einem Anteil von weniger als 35-40 Prozent gilt es daher im Winter genauso zu vermeiden wie eine zu hohe Luftfeuchte.

Bei Feuchtigkeits- und Schimmelschäden einen Handwerker rufen  

Sind Feuchtigkeitsschäden in der Wohnung festgestellt worden, sollte in jedem Fall ein Handwerker gerufen werden, der das Ausmaß der Schäden prüft und entsprechende Schritte zur Trocknung der betreffenden Stellen einleitet. Bei Schäden durch Schimmel ist ebenfalls die Prüfung und Beseitigung durch einen Experten anzuraten. Zwar gibt es Hausmittel, die bei oberflächlicher Schimmelbildung gute Dienste tun. Bei größerem Befall ist aber eine umfassende Sanierung der betroffenen Flächen notwendig. Einfach nur weiß überstreichen löst das Problem dagegen nicht!

Auch der häufig in Internetforen und Ratgebern zu findende Energiespartipp, die Wände hinter Heizkörpern zu dämmen oder mit Alufolie zu isolieren, ist mit Vorsicht zu genießen. So öffnet eine unsaubere und unsachgemäße Verarbeitung Feuchtigkeit und Schimmel in den betreffenden Bereichen Tür und Tor. Wer die Risiken beim Thema Innendämmung minimieren will, sollte die Umbaumaßnahmen daher geeigneten Fachbetrieben überlassen.

Tags: HeizungSchimmelLüftung
Gewerke:Installateur und Heizungsbauer

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