Bei der Abnahme der Leistungen durch den Auftraggeber sollten alle Beteiligten einige wesentliche Punkte beachten.
Ratgeber

Schlechte Zahlungsmoral Ihrer Kunden: Das können Sie tun – Handwerksleistungen richtig abnehmen lassen

Autor:
Redaktion

Nicht gezahlte oder verspätet beglichene Rechnungen können Handwerksbetriebe vor große finanzielle Probleme stellen. Was Sie in solchen Fällen tun können, erklärt Ihnen MyHammer Rechtsanwalt Matthias Niebuhr.

 

 

Abnahme und Dokumentation Ihrer Leistungen

Dokumentieren Sie die Abnahme durch den Auftraggeber – Eine wesentliche Voraussetzung, damit Sie an Ihr Geld kommen, ist die Abnahme der Leistung durch den Auftraggeber. Die Abnahme ist nichts anderes als die Erklärung des Auftraggebers, dass Ihre Leistung im Wesentlichen vollständig und vertragsgerecht erbracht ist. Unwesentliche Mängel hindern die Abnahme nicht, sind aber von Ihnen nachzuarbeiten. Offensichtliche Mängel muss der Auftraggeber bei der Abnahme beanstanden und sich seine Rechte vorbehalten. Tut er dies nicht, verliert er seinen Anspruch und kann auch die Vergütung nicht kürzen.

Dokumentieren Sie die Abnahme, indem Sie bei komplexeren Projekten eine Abnahmeerklärung vorbereiten, die – wie die Rechnung – die einzelnen Leistungen und die Mängelfreiheit dokumentiert.

Die stillschweigende Abnahme – Die Abnahme ist rechtlich eine Willenserklärung, d.h. meist eine wörtliche oder –für Beweiszwecke natürlich besser – schriftliche Äußerung des Auftraggebers. Allerdings kann auch eine stillschweigende Abnahme erfolgen, z.B. durch die rügelose Nutzung des Arbeitsergebnisses über eine gewisse Zeit.

Wenn der Auftraggeber nicht abnimmt – Die Abnahme ist die Voraussetzung, damit Sie Ihr Geld bekommen. Wenn sich Ihr Auftraggeber also nicht äußert, und auch keine stillschweigende Abnahme vorliegt, wird Ihr Werklohn nicht fällig. Dies können Sie dadurch vermeiden, dass Sie dem Auftraggeber eine angemessene Frist (z.B. meist zwei Wochen) zur Abnahme setzen. Nach Ablauf der Frist gilt dann Ihre Leistung als abgenommen, wenn der Auftraggeber nichts einwendet oder die Mängel nicht wesentlich sind. Wenn es Streit gibt, müssen Sie im letzteren Fall allerdings die Abnahmereife Ihrer Leistung nachweisen.

Mit der Abnahme läuft die Verzinsung – Vielen Handwerksbetrieben ist nicht bekannt, dass mit der Abnahme durch den Auftraggeber der Werklohn verzinst wird. Der Zinssatz beträgt dabei 4 Prozent im Jahr und liegt damit deutlich über der Verzinsung auf dem Sparkonto. Der spätere Verzugszins ist allerdings noch höher.

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