Wie Sie Ihre Auftraggeber bei nicht gezahlten Rechnungen richtig in Verzug setzen, erläutert Ihnen MyHammer Rechtsanwalt Matthias Niebuhr.
Ratgeber

Schlechte Zahlungsmoral Ihrer Kunden: Das können Sie tun – So setzen Sie Ihre Auftraggeber korrekt in Verzug

Autor:
Redaktion

Nicht gezahlte oder verspätet beglichene Rechnungen können Handwerksbetriebe vor große finanzielle Probleme stellen. Was Sie in solchen Fällen tun können, erklärt Ihnen MyHammer Rechtsanwalt Matthias Niebuhr.

 

 

So setzen Sie Ihre Kunden korrekt in Verzug

Setzen Sie klare Fristen – Achten Sie darauf, dass Ihre Rechnungen einen klaren Zeitpunkt für die Zahlung Ihrer Leistung enthalten. Dabei ist es ausreichend, wenn Sie eine Frist bestimmen z.B. "zu zahlen innerhalb von 14 Tagen ab Rechnungseingang", bzw. einen festen Termin bestimmen "zu zahlen bis zum 15.10.2018". Vermeiden Sie den Begriff "fällig", denn dieser bedeutet nur, dass gezahlt werden kann, nicht muss. Die von Ihnen gesetzte Frist sollte angemessen sein, typischerweise sind dies zehn bis vierzehn Tage. Wenn Ihr Auftraggeber nicht innerhalb der Frist zahlt, befindet er sich automatisch im Verzug.

Verzug durch Mahnung – Wenn Ihre Rechnung keinen festen Zahltermin enthält, gerät der Auftraggeber durch eine Mahnung in Verzug. Eine Mahnung ist die ernsthafte Aufforderung zur Leistung. Erinnern Sie also freundlich aber bestimmt an die Zahlung Ihrer Rechnung ("Sie haben meine Rechnung Nr. 15-1234 bis heute nicht gezahlt. Bitte zahlen Sie unverzüglich!").

Verzug ohne Mahnung - Bei Auftraggebern, die keine Verbraucher sind, d.h. Unternehmern oder öffentliche Auftraggebern, tritt der Verzug automatisch 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung ein. Das gleiche gilt auch bei Verbrauchern, wenn Sie in Ihren Rechnungen einen entsprechenden Hinweis aufgenommen haben.

Verzugsszinsen, Mahnkosten - Während des Verzugs können Sie Zinsen von Ihrem Schuldner verlangen. Diese belaufen sich bei Verbrauchern auf 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz. Gegenüber Unternehmern gilt seit dem 29. Juli 2014 ein Zinssatz von 9 Prozentpunkten (vorher 8 Prozentpunkten) über dem Basiszinssatz. Im Internet gibt es unter www.basiszinssatz.de einen sehr guten Zinsrechner, der Ihnen die Berechnung des Zinses erleichtert. Von Schuldnern, die Unternehmer sind, können Sie ebenfalls seit dem letzten Jahr zusätzlich auch noch eine Mahnpauschale von 40 Euro fordern.

Ist die Rechnung angekommen? - Ein üblicher Trick von Schuldnern zum Hinauszögern der Zahlung ist die Behauptung, dass die Rechnung gar nicht angekommen sei. Überlegen Sie sich also, wie Sie den Zugang Ihrer Rechnung beim Auftraggeber nachweisen können. Die Versendung auf mehreren Wegen (zum Beispiel per E-Mail und Post gleichzeitig), die Zusendung per Fax mit einem Versandprotokoll oder die persönliche Übergabe kann Ihnen im Zweifel helfen.

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